Aktien Schweiz Vorbörse: Gewinne - Erneut Hoffnung auf Abkommen in Nahost
Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt wird am Freitag nach seinem Ausrutscher am Vortag wieder mit Gewinnen erwartet. Erneut sind es die Hoffnungen auf ein Abkommen in Nahost, die für positive Vorgaben von der Wall Street und den Märkten in Asien sorgen. Denn laut US-Kreisen haben der Iran und die USA eine vorläufige Einigung zu einem Rahmenabkommen erzielt. Trumps Zustimmung sei aber noch offen. Händler bleiben nach dem Hin und Her der vergangenen Wochen allerdings durchaus skeptisch. "Erst wenn die Unterschrift trocken ist, kann man über eine Neupositionierung am Aktienmarkt wirklich nachdenken," sagte ein Börsianer.
"Immerhin sind die Ölpreise gefallen - wir liegen rund 10 Prozent unter dem Niveau der Vorwoche - und das ohne wirkliche Lösung des Konflikts. Das ist ermutigend", ergänzte eine Händlerin. Andere Impulse sind hingegen dünn gesät, denn es stehen kaum Unternehmenszahlen an und auch die Konjunkturagenda am letzten Handelstag im Mai ist nur mässig gefüllt. Hierzulande rückt das KOF Konjunkturbarometer in den Blick, aus einigen EU-Ländern darunter Deutschland, Frankreich und Italien kommen Inflationszahlen, bevor dann am Nachmittag der Chicago Einkaufsmanagerindex noch einen Schlusspunkt setzen kann.
Die Bank Julius Bär berechnet den Leitindex SMI am Morgen gegen 08.10 Uhr um 0,26 Prozent höher auf 13'540 Punkten. Am Vortag war seine 11-tägige Gewinnserie gerissen, dennoch steht der Index vor einer klar positiven Monatsbilanz.
KI-Euphorie bleibt
Einmal mehr rückt die Tech-Branche in den Fokus. Am Vortag hatten die Zahlen des Softwareunternehmens Snowflake zu einem Kursfeuerwerk von über 36 Prozent geführt. Und auch Dell sprangen dank starker Zahlen um fast 40 Prozent nachbörslich hoch. Das hielt die KI-Euphorie am Leben und sorgte für neue Rekorde der Nasdaq. "Gott sei Dank für KI", kommentierten Händler denn auch. Entsprechend könnten auch hierzulande die gängigen Branchenvertreter wie Logitech (+0,6%), VAT (+0,3%), AMS Osram (-0,5%) oder SoftwareOne (+0,2%) einen Blick wert sein, auch wenn zuletzt der Rekordfunke der Nasdaq nicht richtig überspringen wollte.
Enttäuschung für die Dottikon-Anleger (-5,8%). Der Pharmazulieferer erzielte zwar im Jahr 2025/26 einen höheren Umsatz, der Gewinn ging aber zurück und es soll erneut auf eine Dividende zugunsten von Investitionen verzichtet werden.
Anleger sollten auch Emmi (+0,2%) im Auge behalten. Die EU hat grünes Licht für die Grossfusion der Konkurrenten gegeben. Somit darf der dänisch-schwedische Branchenriese Arla Foods die deutsche Molkereigenossenschaft DMK übernehmen. Die Konsolidierung könnte für kleinere Anbieter wie Emmi den Druck erhöhen, hiess es am Markt.
Derweil hat Cicor (kein vb-Kurs) einen Auftrag der französischen Luft-, Raumfahrt- und Verteidigungsindustrie an Land gezogen. Das gesamte Umsatzpotenzial des Programms übersteige 50 Millionen Euro.
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