Aktien Schweiz Schluss: SMI verliert deutlich - Eskalation im Iran-Krieg
Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am ersten Junitag massive Verluste erlitten. Der Leitindex SMI ist dabei am Montag zwischenzeitlich unter die 13'300-Punkte-Marke gefallen. Hauptgrund war eine Eskalation zwischen den Kriegsparteien im Nahen Osten. Dazu kamen Verkäufe im grossen Stil bei den Schwergewichten.
Nach israelischen Angriffen im Libanon will der Iran aus Protest die indirekten Verhandlungen mit den USA einstellen, wie die halbstaatliche Nachrichtenagentur Tasnim am Montagnachmittag berichtete. Ausserdem sollen die wichtige Strasse von Hormus und die Strasse von Bab al Mandab am Horn von Afrika vollständig blockiert werden.
"Die Sorgen einer Fortsetzung des Iran-Kriegs bleiben in den Köpfen der Anleger präsent", kommentierte ein Händler die Entwicklung. Es sei nun wieder mehr als fraglich, ob es zu einem nachhaltigen Frieden komme.
In der Folge sprangen die Ölpreise um knapp 7 Prozent hoch. Damit kostet ein Fass der Sorte Brent am Abend wieder mehr als 97 Dollar. Zwischenzeitlich war der Preis auf 92 Dollar gefallen.
Gleichzeitig verteuerte sich der US-Dollar. Dieser gilt wegen seiner Funktion als Weltleitwährung als "sicherer Hafen". Dagegen fiel der Bitcoin auf unter 72'000 Dollar, was gemäss Händlern ebenfalls für eine abnehmende Risikobereitschaft spricht.
Die US-Konjunkturdaten traten vor diesem Hintergrund etwas in den Hintergrund. Die Stimmung in der Industrie hat sich im Mai allerdings stärker als erwartet aufgehellt. "Damit zeigt sich, dass die US-Konjunktur bislang widerstandsfähig gegenüber geopolitischen Herausforderungen ist", so ein Experte.
SMI zeitweise unter 13'300
Der Swiss Market Index (SMI) schloss zum Wochenstart 1,75 Prozent tiefer bei 13'305,40 Punkten. 17 der 20 SMI-Titel gaben nach. Der Leitindex markierte sein Tagestief am späten Nachmittag bei 13'277 Punkten.
Der SMIM der mittelgrossen Werte fiel um 1,43 Prozent auf 2982,94 Punkte zurück und der breite SPI um 1,67 Prozent auf 18'837,00 Punkte. Auch die anderen europäischen Indizes schlossen im roten Bereich.
Zu den grössten Verlierern unter den Blue Chips zählten die Pharmariesen Roche (-3,6%) und Novartis (-3,3%). Händler sprachen nach der starken Entwicklung im Mai von Gewinnmitnahmen. Auch das dritte Schwergewicht Nestlé (-2,0%) bremste den SMI aus.
Hohe Verluste wiesen zudem konjunktursensible Titel wie Geberit und Sika (je -2,8%) oder Holcim (-1,7%) aus. Auch Swiss Life und Givaudan (je -1,8%) gaben überdurchschnittlich nach.
Auf der anderen Seite konnten sich Logitech (+2,8%), Kühne+Nagel (+1,6%) und die UBS (+1,4%) gegen den Trend halten. Beim Computerzubehör-Hersteller Logitech sorgte eine positive Branchenstimmung aus den USA für Rückenwind. Der Logistiker Kühne+Nagel profitiert indes in der Regel von steigenden Frachtraten durch Handelssperren.
Kurssprünge in hinteren Reihen
Im breiten Markt fielen Temenos (+7,1%) mit einem Kurssprung auf. Grund dafür war laut Händlern, dass das Ehepaar Ebner im Zuge des Aktienrückkaufprogramms keine Titel veräussert hatte. Zudem würden Aussagen des Nvidia-Chefs helfen, dass KI für den Softwarebereich keine Bedrohung sei. Bei SoftwareOne (+4,1%) war von Deckungskäufen seitens der Leerverkäufer die Rede.
Hingegen kamen Medartis (-4,1%) im Vorfeld des diesjährigen Investorenseminars unter Druck. Bei Cosmo (-3,6%) belasteten Aussagen von Kepler Cheuvreux zu möglichen Verzögerungen bei der Partnersuche für Breezula.
Landis+Gyr (-1,5%) reagierten derweil negativ auf Ankündigungen im Rahmen eines Investorentags in New York.
Die Aktien des in Finanznot steckende Batterieherstellers Leclanché sind vorläufig vom Handel ausgesetzt, nachdem das Unternehmen eine weitere Frist zur Präsentation des Jahresergebnisses nicht einhalten konnte.
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