Aktien Schweiz Schluss: Kleines SMI-Plus - Iran-Deal und Geldpolitik im Blick
Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Dienstag gemessen am SMI etwas fester beendet. Die Stimmung an den europäischen Börsen sei grundsätzlich positiv, sagte ein Marktbeobachter. Die defensiven Pharma-Schwergewichte bremsten den hiesigen Leitindex zwar wie am Vortag erneut aus. Insgesamt seien die Investoren mit den zunehmenden Friedenshoffnungen in Nahost aber wieder zurück im "Risk on"-Modus, so der Experte.
Die formelle Unterzeichnung eines Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran zur Beendigung des Kriegs ist für Freitag in Genf vorgesehen. Marktteilnehmer sprachen am Dienstag von einem diplomatischen Erfolg auf Bewährung und wiesen darauf hin, dass noch zahlreiche Details offen seien. Derweil richtet sich der Blick zunehmend auf die Geldpolitik: Im Mittelpunkt steht die Sitzung der US-Notenbank Fed am (morgigen) Mittwoch. Am Donnerstag folgt die Schweizerische Nationalbank (SNB) mit ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung.
Auch die übrigen grösseren europäischen Börsenindizes wie Dax, CAC40 oder FTSE 100 schlossen fester. Gefragt blieben auch andere Anlageklassen wie Gold, Silber und Bitcoin, die an die Vortagesgewinne anknüpften. Die Ölpreise setzten derweil mit der ankündigten Öffnung der Strasse von Hormus im Rahmen des Abkommens ihre Talfahrt fort und notierten mit unter 80 Dollar pro Fass der Nordseesorte Brent auf dem tiefsten Stand seit drei Monaten.
Zykliker und Finanzwerte fester
Der Swiss Market Index (SMI) gewann 0,32 Prozent auf 13'761,53 Punkte. Dagegen verlor der SMIM der mittelgrossen Werte 0,11 Prozent auf 3064,14 Punkte, während der breite SPI um 0,18 Prozent auf 19'408,53 Zähler zulegte.
Zu den stärksten SMI-Titeln zählten die Zykliker Amrize (+2,1%) und ABB (+1,7%) sowie Finanzwerte wie UBS (+1,7%), Swiss Re (+1,0%) und Zurich (+0,8%). Auch Partners Group (+0,2%) setzten ihre Erholung nach dem kräftigen Ausverkauf Anfang Juni moderat fort und profitierten zusätzlich von Managementkäufen in Millionenhöhe. Amrize hat sich damit im Handelsverlauf von einem der schwächsten Werte zum SMI-Tagesgewinner hochgekämpft.
Dagegen verloren die Pharma-Schwergewichte Novartis (-0,4%) und Roche (-0,6%), während auch Nestlé (+0,6%) am Schluss etwas zulegten, nachdem sie lange Zeit nicht vom Fleck kamen. Zu den prozentual schwächsten Werten gehörten im SMI indes Holcim (-1,5%), Logitech und Swisscom (je -1,4%).
Richemont und Swatch nach China-Zahlen uneinheitlich
Im SMIM belasteten relativ grosse Werte wie Sonova (-3,8%), Adecco (-1,3%) und Swatch (-1,2%) den Index der mittelgrossen Werte. Blue Chip und Swatch-Konkurrentin Richemont (+1,1%) legte hingegen zu. Der für Luxusgüter wichtige Markt China hatte am Dienstag für den Mai einen enttäuschenden Detailhandelsumsatz und schwächer als erwartet ausgefallene Investitionen vorgelegt.
Am breiten Markt reagierten zudem Cicor (-4,7%) negativ auf die Ankündigung eines Effizienzprogramms und den Verkauf eines Werks in Tunesien. Siegfried (-7,6%), Huber+Suhner (-5,6%) und Swiss Marketplace Group (-1,9%) gaben nach Rückstufungen klar nach.
Deutlich gesucht waren dagegen Polypeptide (+5,7%), die von mehreren Kurszielerhöhungen profitierten. Und auch Belimo (4,3% auf 952,50 Fr.) zogen nach einer Kurszielerhöhung durch Barclays auf 1120 nach zuvor 1000 Franken deutlich an. Der zuständige Analyst rechnet damit, dass der Raumklima-Spezialist bei der bevorstehenden Zahlenpräsentation im Juli den Ausblick für das Gesamtjahr anheben wird.
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