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Markt und Börse   22.06.2026 11:30:11

Aktien Schweiz: Investoren bleiben an der Seitenlinie

Zürich (awp) - Der Nahost-Konflikt bleibt auch zum Start dieser Börsenwoche die treibende Kraft an den Finanzmärkten. Dabei betonen Händler wie Ipek Ozkardeskaya von Swissquote die anhaltende Unsicherheit rund um die Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran. Gerade die verschiedenen Wendungen über das Wochenende machten eine klare Beurteilung der aktuellen Lage schwierig, so die Händlerin.

Investoren scheinen denn auch tatsächlich eher auf weitere klare Fortschritte zu warten. Entsprechend fallen die Bewegungen im SMI ebenso moderate aus wie bei den wichtigsten europäischen Pendants. Für die US-Börsen deuten die Futures aktuell ebenfalls auf schwächere Kurse nach dem verlängerten Wochenende hin.

Immerhin verharrt die Ölpreise als Seismograph für die Märkte auf ihrem tiefsten Niveau seit Kriegsbeginn. Nach dem Auftakt der Gespräche zwischen den USA und dem Iran in der Schweiz am gestrigen Sonntag soll es unmittelbar im Anschluss weitere Beratungen auf Arbeitsebene geben. Ziel sei es, wie im Rahmenabkommen vorgesehen, innerhalb von 60 Tagen ein "finales Abkommen" zu erreichen, wie aus einer gemeinsamen Erklärung der Vermittler Katar und Pakistan hervorgeht.

Der Leitindex SMI gibt am Montagvormittag gegen 10.55 Uhr um 0,33 Prozent nach auf 13'728,28 Punkte. Dabei sind die Verlierer (16) in der Überzahl. Der SMIM der mittelgrossen Werte verliert 0,35 Prozent auf 3085,53 Punkte und der breite SPI 0,26 Prozent auf 19'423,96 Zählern.

Partners Group bleibt Kellerkind

Die Papiere des Finanzdienstleisters Partners Group (-0,5% auf 677,40 Fr.) sind aktuell zwar nicht der grösste Verlierer, die neuerlichen Abgaben bringen aber das bisherige Jahresminus auf über 30 Prozent. Goldman Sachs hat das Kursziel innerhalb einer Woche zum zweiten Mal gesenkt. Anleger würden sich zunehmend fragen, ob die Probleme bei den Evergreen-Fonds lediglich konjunktureller oder aber struktureller Natur sind, kommentiert der zuständige Analyst.

Derweil weisen mit Holcim, Geberit, Sika und Amrize die grössten Gewinner der Vorwoche aktuell die grössten Verluste aus. Die Abgaben reichen von -1,1 bis -2,4 Prozent. Händler verweisen darauf, dass auch europaweit Bauwerte zu den grössten Verlierern zählen.

Als Bremsklotz erweisen sich auch die drei Schwergewichte: Während Nestlé (-0,8%) und Roche (-0,3%) im Verliererfeld zu finden sind, notieren Novartis (+0,1%) leicht höher.

Techwerte im Aufwind

In der zweiten und dritten Reihe stehen verschiedene Techwerte auf den Einkaufslisten der Anleger. Dabei ziehen VAT (+1,3%) nur vergleichsweise moderat an. Inficon (+6,9%) und Comet (+4,4%) dagegen setzen ihre zuletzt beschleunigte Aufwärtsbewegung weiter fort. Mit JPMorgan hat in der Früh das dritte Brokerhaus innerhalb einer Woche - und das vierte in weniger als 2 Wochen - mit deutlichen Kurszielerhöhung zu den beiden Werten geäussert.

Techwerte könnten auch im weiteren Wochenverlauf im Fokus der Investoren bleiben. Micron, eine der gefragtesten KI-Aktien des Jahres, steht mit Zahlen an und die Erwartungen seien himmelhoch, sagt Händlerin Ozkardeskaya. Allerdings dürften die Zahlen selbst weniger der eigentliche Test sein als vielmehr die Frage, "ob Micron die Investoren davon überzeugen kann, dass der KI-Speicherboom noch Spielraum nach oben hat."

Aber nicht nur positive Analystenkommentare bewegen: Dottikon, Georg Fischer und Belimo geben nach Kurszielsenkungen, bzw. Rating-Runterstufungen um bis zu 5,8 Prozent nach.

Für Bewegung könnten in den kommenden Tagen auch die Inflationszahlen aus den USA sorgen. Gerade nach den verschiedenen Notenbank-Sitzungen in den vergangenen zwei Wochen verarbeiteten Anleger nach wie vor deren Nachwirkungen - allen voran die Sitzung der US-Notenbank. "Das lange Zeit verdrängte Zinsgespenst klopft wieder an die Tür der Börsen", kommentiert ein Händler. Gleichzeitig wachse die Sorge, dass die US-Notenbank auf ihrem Drahtseilakt zwischen Inflationsbekämpfung und Wachstumsstützung die Balance verlieren könnte.


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