Aktien Schweiz Eröffnung: Defensive Schwergewichte federn Tech-Ausverkauf ab
Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag alles in allem nur mit leichten Verlusten in den Handel gestartet. Belastend wirken die negativen Vorgaben aus Asien sowie anhaltende Gewinnmitnahmen im Technologiesektor, während die defensiven Schwergewichte dem Markt Halt geben.
Für etwas Entspannung sorgt zudem die geopolitische Lage. Die USA und Iran haben laut US-Vizepräsident JD Vance bei ihren Gesprächen in der Schweiz Fortschritte erzielt und eine Grundlage für ein endgültiges Abkommen geschaffen. Die Aussicht auf IAEA-Inspektionen sowie die Offenhaltung der Strasse von Hormus nähren die Hoffnung auf eine Beruhigung der Lage im Nahen Osten. Entsprechend verharren die Ölpreise auch am Dienstag auf dem tiefsten Niveau seit Beginn des Konflikts.
In der letzten Juniwoche richtet sich die Aufmerksamkeit der Investoren vor allem auf wichtige Konjunkturdaten aus Europa und den USA. Im Mittelpunkt stehen die heute anstehenden Einkaufsmanagerindizes (PMI) für Juni, die erste Hinweise auf die wirtschaftliche Dynamik im zweiten Halbjahr liefern dürften.
Defensive Werte stützen
Der Leitindex SMI notiert gegen 9.15 Uhr mit 13'754,83 Punkten um 0,04 Prozent tiefer. Der Mid-Cap-Index SMIM verliert mit 0,68 Prozent auf 3090,44 Punkte deutlich stärker an Terrain, während der breite SPI um 0,22 Prozent auf 19'527,01 Zähler nachgibt. Die anderen europäischen Börsen stehen derweil etwas stärker unter Druck.
Von den 20 SMI-Titeln notieren 15 im Minus. Gegen den Trend legen die defensiven Schwergewichte deutlich zu. Roche gewinnen 1,5 Prozent, Novartis 1,1 Prozent und Nestlé 0,4 Prozent. Auf der Verliererseite stehen dagegen erneut Partners Group (-2,5%) sowie die konjunktursensitiven Titel Amrize (-2,0%), ABB (-2,2%) und Sika (-1,6%).
Techwerte unter Druck
Besonders stark unter Druck stehen die Technologiewerte. Nachdem der südkoreanische Kospi zeitweise mehr als 8 Prozent eingebüsst hatte, büssen auch hierzulande die Branchentitel deutlich ein. VAT (-3,8%), Comet (-5,0%), Inficon (-3,0%) und AMS-Osram (-5,8%) zählen zu den grössten Verlierern.
"Derzeit scheint der Weg frei für eine vertiefte Korrektur bei Technologiewerten", schreibt Analystin Ipek Ozkardeskaya von Swissquote. Der restriktivere Kurs der US-Notenbank und steigende US-Renditen könnten die Umschichtung aus technologiegetriebenen Märkten in breiter diversifizierte Aktienindizes zusätzlich begünstigen.
Umstufungen sorgen für Bewegung
Auf Unternehmensseite legen Avolta (+0,2%) nach der angekündigten Übernahme eines japanischen Unternehmens gegen den Trend leicht zu. Aryzta (-0,4%) zeigen sich dagegen nach der Akquisition des französischen Vertriebsspezialisten Société Européenne des Beurres (SEB) etwas schwächer.
Zu den grössten Gewinnern im breiten Markt zählen DKSH (+0,5%) und Sonova (+0,6%) nach Ratingerhöhungen durch Barclays bzw. Morgan Stanley. SMG Swiss Marketplace Group (+1,0%) gewinnen nach einer Kaufempfehlung von Berenberg hinzu. Bei Komax (-8,8%) belastet hingegen eine Kurszielsenkung durch Kepler Cheuvreux die Stimmung.
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