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Börse: Schlussbericht   30.06.2026 18:20:26

Schweizer Aktien Schluss: SMI nach Rekord von Schwergewichten heruntergezogen

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag eine Berg- und Talfahrt erlebt: Nach einem neuen Rekordhoch zum Handelsstart hat der Leitindex SMI am Nachmittag seine Gewinne abgegeben und leicht im Minus geschlossen. Die grössten Bremsklötze waren die Schwergewichte Nestlé und Roche sowie weitere defensive Titel. Die Investoren setzten wieder mehr Tech-Aktien und Zykliker, hiess es im Markt. Grundsätzlich war die Stimmung dennoch positiv.

Nach den Kurskorrekturen der vergangenen Woche sei die wieder erstarkte Nachfrage nach Technologietiteln aktuell eine Kursstütze, erklärte eine Marktanalystin: "Die Anleger sind erneut zu der Ansicht gelangt, dass der IT-Sektor eine der wenigen Branchen mit starkem und verlässlichem Gewinnwachstum darstellt. Dadurch erscheinen hier jegliche Schwankungen als Kaufgelegenheit."

Zwar blieb die Lage im Nahen Osten ein Unsicherheitsfaktor, konnte aber das Verhalten der Investoren nicht massgeblich prägen. Nach der jüngsten militärischen Eskalation in der Strasse von Hormus gab es trotz einer Reise von US-Vertretern nach Katar vorerst keine neuen Gespräche mit dem Iran. Der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, und der US-Sondergesandte Steve Witkoff würden in Doha lediglich Vermittler treffen, sagte ein Sprecher des katarischen Aussenministeriums. Hochrangige iranische Vertreter würden derzeit aber nicht erwartet. Damit geht der Streit um die Öffnung der Strasse von Hormus weiter.

Die im Tagesverlauf veröffentlichten Konjunkturdaten aus Europa, China und den USA fielen gemischt aus. Auf das Marktgeschehen hatten sie keinen Einfluss.

SMI nach Rekordhoch ins Minus gerutscht

Der SMI schloss um 0,21 Prozent tiefer bei 14,193,92 Punkten. Dabei hatte der Leitindex kurz nach Börsenstart mit 14'287 ein neues Rekordhoch erklommen und die bisherige Bestmarke vom vergangenen Donnerstag um rund 20 Punkte übertroffen. Der Index der mittelgrossen Unternehmen SMIM tauchte derweil um 0,04 Prozent auf 3169,05 Punkte und der breite SPI gab um 0,13 Prozent auf 20'015,46 Zähler nach.

Bei den Schweizer Blue Chips standen 14 Gewinner 6 Verlierern gegenüber. Bremsend wirkten die defensiven Schwergewichte Nestlé (-1,5%) und Roche (-1,8%). Dagegen konnten Novartis (+0,3% auf 126,58 Franken) zulegen. Goldman Sachs hat das Kursziel für Novartis leicht auf 111 von 106 Franken angehoben.

Auch andere defensive Werte wie Swisscom (-1,4%) oder Galderma (-1,0%) standen oben auf den Verkaufszetteln. Es handle sich um Gewinnmitnahmen bei den Schwergewichten und defensiven Werten, sagte ein Händler. Das Geld werde umgeschichtet in risikoreichere Aktien.

Gefragt waren vor allem Techtitel und Zykliker: So legten VAT (+3,2%), ABB (+2,5%), Sika (+2,1%) zu. Im breiten Markt konnten die kleineren Technologieaktien noch stärker klettern: So zeigten Comet (+4,0%), Sensirion (+4,1%) oder Inficon (+4,4%) deutlichere Kursgewinne.

Bei den Finanzwerten waren Partners Group (+1,9%) und Zurich (+1,0%) sehr gefragt, während UBS (+0,2%) und Swiss Life (+0,2%) nur etwas höher schlossen. Daneben profitierten Lonza (+1,2%) von der angekündigten Erweiterung der Produktionskapazitäten am Standort Visp. Positiv sei auch der Forschungserfolg des Grosskunden Genmab mit Epcoritamab, der für Anschlusskäufe gesorgt habe, sagte ein Händler.

Logitech grösster Verlierer

Auf der anderen Seite kamen Logitech (-4,8% auf 75,74 Franken) unter die Räder. Die Bank of America hat die Aktie auf "Underperform" heruntergestuft und das Kursziel um 15 auf 70 Franken deutlich gesenkt.

Ebenfalls klar schwächer notierten die Luxusgüterwerte Richemont (-1,8%) und Swatch (-2,2%). Sie gerieten in den Strudel des französischen Luxusgüterkonzerns Kering, der nach einer Kurszielsenkung von Oddo BHF regelrecht einbrach, was auch Konkurrent LVMH in die Tiefe zog. Hinzu kam bei Richemont, dass ein Spitzenmanager Aktien im Wert von 2 Millionen Franken verkaufte.

Die Schokoladenhersteller Lindt&Sprüngli (PS -1,2%) sowie Barry Callebaut (-1,5%) litten unter dem Anstieg des Kakaopreises, der sich um 3 Prozent verteuerte.


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