Aktien Schweiz: Stabil dank defensiver Schwergewichte
Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Montag gegen Mittag insgesamt wenig verändert. Die Kursausschläge sind nach einer gehaltenen Eröffnung nach wie vor gering. Von den jüngsten Eskalationen im Nahost-Konflikt zeigen sich zu Wochenbeginn vor allem die Bauwerte belastet, während die defensiven Schwergewichte für eine gewisse Stabilität sorgen. Die globalen Aktienmärkte seien über das Wochenende einmal mehr zum wehrlosen Spielball der Geopolitik mutiert, so die Einschätzung eines Händlers. Für zusätzliche Brisanz dürfte in den kommenden Tagen zudem der Start in die Berichtssaison sorgen.
Das Wiederaufflammen des Iran-Konflikts hält das Parkett in Atem. Und die Unsicherheit in der Strasse von Hormus könnte über weiter steigende Ölpreise das Inflationsgespenst wieder mit voller Wucht zurückbringen. Bereits zum vierten Mal binnen einer Woche griff das US-Militär den Iran an. Die Revolutionsgarden im Iran reagierten erneut mit Vergeltungsangriffen auf die Golfstaaten Kuwait und Bahrain sowie auf das entferntere Jordanien. Ob es einen diplomatischen Ausweg gibt oder wie eine Rückkehr zur Waffenruhe gelingen soll, ist derzeit völlig unklar.
Ölpreis zieht wieder an
Entsprechend hat denn auch der Ölpreis nach seinem Rückgang von vergangener Woche von über 80 auf unter 76 US-Dollar zum Start in die neue Woche wieder angezogen. Aktuell liegt der Preis für ein Fass der Sorte Brent bei gut 78 Dollar, im frühen Geschäft kam er zeitweise der Marke bei 80 Dollar nahe. Die ZKB sieht aufgrund der angespannten Situation und der geringen Ölreserven weiterhin Aufwärtsrisiken für den Ölpreis.
Der Leitindex SMI notiert gegen 10.45 Uhr um 0,14 Prozent höher bei 14'254,40 Punkten. Von den 20 Titeln notieren 11 höher und 9 tiefer. Der breite SPI legt um minimale 0,08 Prozent auf 20'038,49 Punkte zu, wogegen der Mid-Cap-Index SMIM um 0,26 Prozent auf 3113,69 Punkte zurückgeht.
Von den Konjunktursorgen und den wieder steigenden Ölpreisen aufgrund der neuen Eskalationen am Golf werden zum Wochenstart insbesondere Bauwerte belastet. So geben Sika (-1,3%), Amrize (-0,8%), Geberit (-0,7%) und Holcim (-0,4%) zusammen mit Logitech (-1,1%) am meisten nach. Die baunahen Titel haben allesamt schon über die gesamte Vorwoche eine schwache Performance gezeigt. Während Amrize und Geberit ein Wochenminus von je gut 4 Prozent verzeichneten, ging es für Sika um beinahe 7 Prozent runter.
Aus dem SLI geben derzeit noch die Gesundheitswerte Sandoz (-1,7%) und Straumann (-1,1%) mehr als 1 Prozent nach. ABB (-0,1%) stehen im Vorfeld der Halbjahreszahlen vom Donnerstag knapp im Minus.
Demgegenüber sorgen die defensiven Schwergewichte für einen gewissen Ausgleich. Dabei sind derzeit Nestlé (+0,4%) etwas stärker gesucht als Novartis (+0,2%) und Roche (+0,1%).
An der Tabellenspitze liegen die ebenfalls defensiven Swisscom (+1,6%) und Swiss Re (+0,8%). Das Spitzentrio wird von Partners Group (+0,8%) vervollständigt. Der Vermögensverwalter wird am Mittwoch Angaben zu den verwalteten Vermögen per Mitte Jahr vorlegen.
Auch Richemont (+0,7%) ziehen an, dies im Vorfeld der Erstquartalszahlen ebenfalls am Mittwoch.
Im breiten Markt erhalten DocMorris (+11%) von einer Hochstufung durch die Deutsche Bank auf "Buy" kräftige Unterstützung, allerdings blicken die Titel auch auf eine schwache Vorwoche zurück.
Auch EFG International (+2,4%) sind gesucht. Rückenwind verleiht hier eine Kaufempfehlung der Citigroup, welche die Titel in einer aktuellen Studie zu ihrem Favoriten unter den Schweizer Vermögensverwaltern kürt. Das Umfeld sei für die Branche mit hohen Börsenumsätzen, anhaltender Volatilität und robusten Aktienmärkte insgesamt günstig, heisst es dazu.
Und EMS-Chemie (+2,8%) knüpfen an die starke Vorstellung vom Freitag im Anschluss an die Halbjahreszahlen an, zusätzlich getrieben durch eine Hochstufung durch Kepler Cheuvreux auf "Hold".
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