Aktien Schweiz Schluss: Freundlicher Start in den Monat August
Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Montag etwas fester geschlossen. Dabei ist den hiesigen Papieren zum Start in den Monat August zum Handelsende hin etwas die Puste ausgegangen. Grundsätzlich war es aber einmal mehr die Hoffnung auf ein Ende des Iran-Kriegs und die im Einklang sinkenden Ölpreise, welche die Aktien stützten. Unterstützung für den Aktienmarkt kam auch von fallenden Marktzinsen.
In der zweiten Sitzungshälfte drückte aber die an der Wall Street wiedererwachte Lust auf KI- und Technologie-Aktien das Sentiment für den Schweizer Aktienmarkt. Auf der anderen Seite des Atlantiks hat der Dow Jones Industrial Anlauf zu einem Rekordhoch genommen und auch für den technologielastigen Nasdaq ging es deutlich nach oben. Da der Schweizer Börsenplatz aber eher defensiver Natur ist, bröckelten hier die Gewinne allmählich ab.
Der Leitindex SMI schloss zum Wochenauftakt 0,18 Prozent höher bei 14'317,77 Punkten. Der Mid-Cap-Index SMIM der mittelgrossen Werte legte um 0,37 Prozent auf 3130,13 zu und der breite SPI um 0,23 Prozent auf 20'208,44 Punkte.
Analog den Vorgaben aus den USA drehten auch die hiesigen Aktien mit KI-Bezug in der zweiten Sitzungshälfte deutlich in Plus: ABB avancierten um 0,7 Prozent und VAT um 0,9 Prozent.
Gesucht waren aber vor allem auch Papiere, die im bisherigen Jahresverlauf schwach abgeschnitten hatten. So stiegen Partners Group etwa um 3,3 Prozent. Händlern zufolge ist hier ein grösserer Verkaufsauftrag abgeschlossen worden. Als möglicher Verkäufer wurde die Capital Group genannt.
Doch auch Geberit (+2,7%), Alcon (+2,2%) und Amrize (+3,3%) notieren immer noch unter den Schlusskursen von 2025. Logitech (+4,0%) drehten das Jahressaldo knapp ins Plus. Bezüglich Geberit berichteten Händler von Umschichtungen aus Holcim (-2,1%).
UBS (unverändert) gerieten gegen Handelsende etwas unter Druck. Die Grossbank wurde in den USA wegen Geldwäscherei-Mängeln mit 125 Millionen Dollar gebüsst. Die Bank sprach von einer "Altlast", die nun einen Abschluss finde.
Die Pharmaschwergewichte tendierten uneinheitlich: Während Roche um 0,7 Prozent anzogen, büssten Novartis deutliche 1,7 Prozent ein und belasteten den SMI massgeblich. Der Sektor steht im Blick mit einer möglichen Mega-Fusion: Bristol-Myers Squibb soll Berichten zufolge über einen Zusammenschluss mit Astrazeneca verhandeln. Auch Nestlé (-0,3%) bremsten den SMI etwas aus.
Für Gesprächsstoff sorgte Sandoz (-2,7%). Der Generika-Konzern hat seine juristische Vergangenheit in den USA nahezu aufgearbeitet und sich dafür mit 43 US-Bundesstaaten und Territorien sowie einer Gruppe indirekter Wiederverkäufer auf Vergleiche geeinigt. Zusammengenommen summieren sich die Vergleiche auf knapp 480 Millionen US-Dollar.
In den hinteren Reihen waren Landis+Gyr (+3,6%) mit dem Festpreisangebot zum Rückkauf eigener Namenaktien gesucht. Bei den Technologiewerten Comet (+6,8%) und Inficon (+3,9%) sorgten Analystenkommentare für Kursgewinne.
Clariant legten mit plus 7,0 Prozent den dritten Tag in Folge zu. Ausgelöst wurde die Rally von einem Gerichtsurteil im Milliardenstreit um ein früheres Ethylen-Kartell - die Richter in Amsterdam hatte die erste Klage von Shell abgewiesen. Das war für die Analysten von Barclays Grund genug, die Aktien des Spezialchemiekonzerns wieder zum Kauf zu empfehlen.
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