Aktien Schweiz: Fehlende Impulse führen zu weiteren leichten Verlusten
Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt steht am Montagvormittag leicht im Minus. Nach dem neuen Rekordhoch von Anfang der Vorwoche und den folgenden Gewinnmitnahmen, welche per Saldo zu einem klaren Wochenminus führten, fehlen auch zu Beginn der neuen Woche die Impulse für weitere Rekordversuche. So präsentiert sich das Handelsgeschehen angesichts der dünnen Nachrichtenlage einigermassen ruhig. Die vergangene Woche hingegen habe im Zeichen der Neubewertung des Fed-Kurses gestanden, heisst es in einer Markteinschätzung der Zürcher Kantonalbank.
Die jüngsten Daten aus den USA, vor allem der US-Arbeitsmarktbericht und die Konsumentenpreise, hätten das Bild einer moderaten Preisdynamik bestätigt, so die Bank. Entsprechend reduzierten sich die Erwartungen für eine Zinsanhebung durch das Fed im September auf rund 30 Prozent deutlich. Andererseits sorge der anhaltende Nahost-Konflikt dafür, dass inflationsseitig noch keine Entwarnung gegeben werden könne. Denn aufgrund der nun wieder seit Wochen stark eingeschränkten Schifffahrt durch die Strasse von Hormus blieben die Angebotssorgen auf dem Energiemarkt erhalten.
Ölpreis bleibt volatil
Der Ölpreis bleibt angesichts der unklaren Lage im Nahen Osten relativ volatil. Trotz neuer Drohungen des US-Präsidenten Donald Trump am Wochenende und dem wie üblich folgenden Widerspruch aus dem Iran hat sich der Preis für ein Fass der Sorte Brent zuletzt unter 89 Dollar gehalten.
In diesem Umfeld büsst der SMI gegen 10.50 Uhr 0,29 Prozent auf 14'349,40 Punkte ein, wobei insbesondere die schwachen Nestlé den Gesamtmarkt nach unten ziehen. Diese knüpfen damit an die negative Performance der Vorwoche an. Der breite SPI verliert gleichzeitig 0,22 Prozent auf 20'265,21 Punkte, wogegen der Mid-Cap-Index SMIM 0,11 Prozent auf 3199,72 Punkte zulegt.
Unternehmensnews gibt es zum Start in die neue Woche nur wenige, was sich im Verlauf der Woche aber ändern wird. Das Datenhighlight aus konjunktureller Sicht dürfte die Publikation des Protokolls der jüngsten Sitzung des Fed am Mittwoch sein.
Bei den SMI-Aktien büssen derzeit wie erwähnt Nestlé (-1,7%) am meisten Terrain ein. Dahinter büssen Alcon (-1,6%), Givaudan (-1,4%) oder die baunahen Werte Geberit (-1,5%) und Sika (-1,1%) noch mehr als 1 Prozent ein.
Die grössten Gewinne verzeichnen ABB (+0,8%) sowie Kühne+Nagel (+0,9%). Beide Aktien waren schon in der Vorwoche gesucht, als es zu Umschichtungen in zyklische Aktien kam.
Auch der SMI-Anwärter Sandoz (+2,7% auf 74,98 Fr.) fällt etwas auf. Seit Anfang August geht es mit den Papieren praktisch nur noch nach oben. Für Unterstützung am Berichtstag sorgt eine deutliche Kurszielerhöhung durch Jefferies auf 93 von zuvor 82 Franken, verbunden mit der Bestätigung der Kaufempfehlung. Positiv scheint zudem auch die Meldung von Sandoz in der Nacht auf Montag über einen Kooperationsvertrag mit dem chinesischen Biotechunternehmen Shanghai Henlius Biotech.
Unter den 50 Top-Aktien ragen indes vor allem Accelleron mit einem Plus von 8,4 Prozent heraus. Hier hat die Berenberg Bank mit einer Hochstufung auf "Buy" von "Hold" und einem neuen Kursziel von 92 (zuvor 70) den Turbo für das Papier der einstigen ABB-Tochter gezündet.
Die - negative - Aufmerksamkeit der Investoren zieht am Montag die Aktie des Schaffhauser Verpackungsspezialisten SIG, und damit ein Nebenwert, auf sich. Nach dem zweiten abrupten Wechsel an der Unternehmensspitze innert eines Jahres bricht der Titel aktuell um rund 15 Prozent ein. Im Tagestief im frühen Handel lagen SIG gar um mehr als 27 Prozent unter dem Schlusskurs vom Freitag, womit sich auch die bis dann erreichte positive Jahresperformance von +36 Prozent in Luft aufgelöst hatte. Der nun nach nur fünfeinhalb Monaten gefeuerte Mikko Keto war laut einer Einschätzung von Octavian "schlicht und einfach eine Fehlbesetzung".
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