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Markt und Börse   18.08.2026 11:30:16

Aktien Schweiz: Nahostsorgen und höhere Zinsen bremsen den SMI

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt tut sich nach dem in der vergangenen Woche erreichten Rekordhoch weiter schwer. Anhaltende Sorgen um die Lage im Nahen Osten, wieder steigende Ölpreise und höhere Anleiherenditen sorgen für Gegenwind an den globalen Aktienmärkten. Hierzulande kommen die Impulse auch von der Berichtsaison.

Die Aussicht auf eine baldige Entspannung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran hat sich weiter eingetrübt. In der Strasse von Hormus wurde erneut ein Angriff auf ein Schiff gemeldet. Gleichzeitig zogen die Ölpreise wieder an: Ein Fass der Nordseesorte Brent kostet erneut deutlich mehr als 90 US-Dollar. Das schürt zusätzliche Inflationssorgen.

"Die Anleger müssen derzeit gleich mehrere Belastungsfaktoren verdauen", kommentiert ein Marktbeobachter. Neben der erneuten Eskalation im Nahen Osten und den hohen Ölpreisen sorgten auch die deutlich gestiegenen US-Langfristrenditen für Gegenwind. Steigende Zinsen verteuern nicht nur die Refinanzierung der Staaten, sondern auch jene der Unternehmen.

Eine Zinserhöhung der Fed im September gilt zunehmend als unwahrscheinlich. Entsprechend richtet sich der Blick am Nachmittag auf neue US-Konjunkturdaten: Die ADP-Zahlen geben Hinweise auf den Arbeitsmarkt, während Import- und Exportpreise sowie Baubeginne und Baugenehmigungen weitere Signale für Inflation und Konjunktur liefern.

Defensive stützen

Der SMI steht um 10.55 Uhr 0,15 Prozent tiefer bei 14'281,50 Punkten. Am Vortag hatte der Leitindex bereits 0,6 Prozent eingebüsst. Damit entfernt er sich weiter vom in der Vorwoche markierten Allzeithoch. Der Mid-Cap-Index SMIM gibt mit 0,90 Prozent auf 3149,307 Punkte noch deutlicher nach, der breite SPI verliert 0,30 Prozent auf 20'120,55 Punkte.

Unter Druck stehen vor allem konjunktursensitive Titel wie ABB (-1,5%). Auch Bauwerte wie Holcim, Sika und Geberit geben jeweils um mehr als 1 Prozent nach. Zu den Gewinnern unter den Bluechips dagegen gehören die defensiven Swisscom (+1,1%). Auch die Pharmaschwergewichte Roche (+1,0%) und Novartis (+0,5%) stützen den Leitindex.

Berichtssaison sorgt für Bewegung

In den hinteren Reihen sorgt die laufende Berichtssaison für teils deutliche Kursbewegungen. An der Spitze stehen Basilea (+7,8%). Das Biopharmaunternehmen blickt auf ein starkes erstes Halbjahr zurück und hat nach den Zahlen die Ziele für das Gesamtjahr angehoben. Auch Skan, Medartis und Phoenix Mecano legen nach ihren Halbjahreszahlen zu, können die teils noch höheren Auftaktsgewinne aber nicht ganz verteidigen.

In die andere Richtung geht es für Huber+Suhner (-5,8%). Zwischenzeitlich hatten die Titel noch zweistellig nachgegeben. Vor allem die Margenentwicklung im ersten Semester enttäuschte. Auch PSP Swiss Property (-1,1%) stehen nach den Halbjahreszahlen unter Druck, obwohl Analysten das Zahlenwerk insgesamt als solide einstufen.

Halbleiterwerte unter Druck

Aus Branchensicht stehen vor allem Halbleiterwerte unter Druck. VAT (-2,2%), AMS-Osram (-3,1%), Inficon (-2,1%) und Comet (-2,1%) leiden unter der schwachen Branchenstimmung und der zunehmenden Risikoaversion.

Etwas Boden gutmachen können dagegen SIG (+1,8%). Am Vortag waren die Titel nach einem erneuten Chefwechsel um fast 18 Prozent eingebrochen. Ypsomed (+2,0%) werden derweil von einer kräftigen Kurszielerhöhung durch Barclays gestützt.


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