Aktien Schweiz Schluss: SMI dank Schwergewichten minimal im Plus
Zürich (awp) - Der breite Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag im Minus geschlossen. Auf die Anlegerstimmung drückten die ungeklärte Lage im Iran, Inflationssorgen sowie höhere Anleiherenditen in den USA und Europa. Der Schweizer Leitindex SMI wurde hingegen von den defensiven Schwergewichten gestützt und schloss leicht im Plus.
Für Aktien seien steigende langfristige Renditen grundsätzlich belastend, erklärte ein Marktbeobachter. Höhere Staatsanleiherenditen erhöhten die Finanzierungskosten und machten Anleihen im Vergleich zu Aktien attraktiver. Dies belastete am Dienstag insbesondere kapitalintensive Techunternehmen sowie Zykliker.
Daneben bleibe der Nahostkrieg "der entscheidende Risikofaktor für die Märkte", sagte ein weiterer Börsianer. Anziehende Ölpreise schürten wieder Inflationsängste. Laut US-Präsident Donald Trump finden derzeit keine Gespräche mit dem Iran statt und es seien auch keine geplant. In diesem Umfeld notiert der Preis für ein Fass der Rohölsorte Brent wieder bei über 91 Dollar.
Konjunkturdaten aus den USA fielen derweil durchwachsen aus. So stieg die Industrieproduktion im Juli etwas weniger als erwartet. Gleichzeitig gingen die Hausverkäufe stärker als angenommen zurück. Eine Zinserhöhung durch die US-Notenbank Fed im September gilt zunehmend als unwahrscheinlich. Mit Spannung wird nun die Publikation des Protokolls der jüngsten Fed-Sitzung am Mittwoch erwartet.
Defensive stützen
Der SMI schloss um 0,13 Prozent fester bei 14'320,90 Punkten. Von den 20 Titeln standen allerdings 12 im Minus und nur acht im Plus, was die höhere Gewichtung der Gewinner zeigt. Der Mid-Cap-Index SMIM gab derweil mit -0,87 Prozent auf 3149,30 Punkte deutlich nach, während der breite SPI um 0,10 Prozent auf 20'161,57 Punkte fiel.
In Europa gaben auch der deutsche DAX und der französische CAC 40 deutlich nach, während sich der FTSE 100 in London im Plus hielt. Die Börsen an der Wall Street notierten am Abend tiefer. Insbesondere der US-Technologiesektor stand dabei angesichts steigender Anleiherenditen unter Druck.
Zu den Gewinnern unter den Blue Chips gehörten hierzulande die Pharmaschwergewichte Novartis (+1,8%) und Roche (+1,4%). Auch das dritte Schwergewicht Nestlé (+0,6%) stützte nach den Verlusten vom Vortag den Gesamtmarkt. Damals hatten Medienberichte über einen möglichen Verlust des Russlandgeschäfts für Abgaben gesorgt. Zudem waren Alcon (+2,5%) gegen den Trend gefragt.
Verluste wiesen hingegen vor allem konjunktursensitive Titel wie ABB (-2,9%) sowie Bauwerte wie Amrize (-3,0%), Holcim (-2,2%), Sika (-2,1%) und Geberit (-1,1%) auf. Auch Logitech (-2,7%) und Kühne+Nagel (-1,2%) mussten Federn lassen.
Berichtssaison sorgt für Bewegung
In den hinteren Reihen sorgte die laufende Berichtssaison für teils deutliche Kursbewegungen. An der Spitze legten Basilea nach starken Halbjahreszahlen und erhöhten Zielen um knapp 10 Prozent zu. Auch Medartis (+6,4%) und Phoenix Mecano (+1,6%) verbuchten Gewinne.
Für unerwartet schwache Zahlen abgestraft wurden dagegen Huber+Suhner (-11,4%). Vor allem die Margenentwicklung im ersten Semester enttäuschte.
Halbleiterwerte unter Druck
Die Schwäche im weltweiten Techsektor zeigte sich derweil hierzulande vor allem bei Halbleiterwerten wie VAT (-4,6%), AMS-Osram (-6,5%), Inficon (-4,6%) und Comet (-4,5%). Händler sprachen angesichts der aktuellen Verkaufswelle auch von Gewinnmitnahmen.
Mit grösseren Abschlägen fielen auch Bajaj Mobility (-10,0%) und Rieter (-4,7%) auf. Bei Rieter gab es eine Kurszielreduktion durch die UBS. Bei Bajaj Mobility verwiesen Marktteilnehmer vor allem auf Gewinnmitnahmen, nachdem sich die Titel in den ersten beiden Augustwochen nahezu verdoppelt hatten.
Etwas Boden gutmachen konnten schliesslich SIG (+2,0%) nach den Verlusten vom Vortag in Reaktion auf den erneuten CEO-Wechsel.
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