Aktien Schweiz Schluss: SMI baut Verluste mehrheitlich ab
Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag etwas schwächer geschlossen, grenzte seine Abgaben bis Handelsende jedoch deutlich ein. Davor hatte der Leitindex SMI angesichts einer ebenfalls leichteren US-Börse seine Abgaben im Tagesverlauf zusehends ausgeweitet. Das Hauptthema waren die Entwicklungen am US-Anleihemarkt.
Denn für die Renditen von amerikanischen Staatsanleihen ging es nach dem Absturz zur Wochenmitte am Berichtstag bereits wieder leicht nach oben, was die Stimmung zunächst belastete. Den Sorgen trat am Nachmittag US-Finanzminister Scott Bessent entgegen: Die Rückkäufe langlaufender Anleihen könnten noch höher ausfallen als zuletzt angekündigt.
Ebenfalls kurz vor Handelsende hatte zudem Wirtschaftsminister Guy Parmelin den erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen über Weiterentwicklungen des Freihandelsabkommens mit China vermeldet. Tritt dieses in Kraft, kommen 99,8 Prozent der aktuellen Ausfuhren zollfrei auf den chinesischen Markt. Das half verschiedenen Exportwerten.
Am Ölmarkt blieb die Entwicklung im Iran-Krieg das bestimmende Thema. US-Präsident Donald Trump hatte vor dem Hintergrund fehlender Erfolge bei den Verhandlungen mit Teheran dem Land mit einem "Wirtschaftskrieg" gedroht.
SMI grenzt Abgaben ein
Der SMI schloss 0,13 Prozent tiefer auf 14'368,16 Punkten. Das Tagestief lag bei 14'284. Dabei kamen auf 7 Verlierer 12 Gewinner; Swisscom schlossen unverändert. Der Index der mittelgrossen Unternehmen SMIM fiel um 0,12 Prozent auf 3139,81 und der breite SPI um 0,12 Prozent auf 20'199,27 Punkte.
Am augenfälligsten reagierten Swatch auf die Neuigkeiten aus Bern: Die Papiere schossen im späten Handel deutlich hoch und beendeten den Tag 1,3 Prozent höher. Der Konzern produziert den ganz überwiegenden Teil seiner Uhren und Komponenten in der Schweiz.
Die US-Techs verzeichneten zum Börsenstart Verluste, einige Schweizer Pendants folgten. Allen voran Logitech büssten 4,8 Prozent ein, belastet durch eine Kurszielsenkung von JP Morgan. Im breiten Markt büssten Comet 3,1 und AMS 2,8 Prozent ein, während die Abschläge bei ABB (-1,0%) und VAT (-0,6%) etwas kleiner ausfielen.
Höhere Verluste gibt es ausserdem für Straumann (-1,2%), Richemont (-1,4%), Swiss Re (-1,3%) und Sika (-0,7%). Straumann hatten bereits am Mittwoch nach einem nicht erwarteten Chefwechsel stark nachgegeben.
Auf der anderen Seite fielen Lonza mit einem Kursplus um 1,1 Prozent auf. Die Titel des Pharmazulieferers hatten bereits am Vortag nach positiven Moderna-News klar zugelegt. Roche (+1,2%) bleiben bei den defensiven Schwergewichten der Favorit der Börsianer, während Novartis 0,6 Prozent einbüssten.
Nestlé kamen mit plus 0,1 Prozent nicht vom Fleck. Die Papiere wurden laut Beobachtern möglicherweise von den schwachen Geschäftszahlen des US-Einzelhändlers Walmart gebremst.
Gesucht waren dafür Geberit (+1,0%). Gut aufgenommene Halbjahreszahlen hatten dem Sanitärtechniker bereits am Mittwoch ein Kursplus von mehr als 7 Prozent beschert.
Zahlen und Analysten bewegen
Im breiteren Markt standen verschiedene Unternehmen mit Halbjahreszahlen im Fokus. Dazu gehörten unter anderem die Immobiliengesellschaften Swiss Prime Site (+1,8%) und Zug Estates (unver.), die Waadtländer Kantonalbank (-0,7%) oder der Industriekonzern Centiel (+6,4%).
Centiel kamen erst vor kurzem an die Börse und sind seither ein Top-Performer am Schweizer Aktienmarkt. Das Unternehmen profitiert stark vom Rechenzentren-Boom.
Swissquote rückten um deutliche 2,5 Prozent vor. Marktbeobachter verwiesen auf die "Wiedergeburt" von Bitcoin & Co. Starke Bewegungen in den Kryptokursen helfen dem Onlinebroker. Hatte das Krypto-Geschäft 2025 noch knapp 12 Prozent zum Gruppenertrag beigesteuert, waren im ersten Semester 2026 nur noch 4 Prozent.
Auch Analysten sorgten für Bewegung. So hat etwa die UBS den Daumen für Aryzta (-5,0%) gesenkt und das Rating auf 'Sell' von 'Buy' herabgestuft.
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