Aktien Schweiz: SMI in wenig inspiriertem Handel knapp im Minus
Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt gemessen am SMI steht am späten Freitagvormittag leicht im Minus. Damit zeichnet sich auch für die Gesamtwoche zum zweiten Mal in Folge eine negative Bilanz ab. Auf die Stimmung gedrückt haben zuletzt die hohen Renditen der US-Staatsanleihen und der wieder höhere Ölpreis. Der vor kurzem vorgelegte Einkaufsmanagerindex für die Eurozone fiel zwar besser aus als erwartet, vermochte den hiesigen Aktienmarkt aber kaum zu bewegen. Ob die Kursparty an den Aktienmärkten der vergangenen Monate schon vorbei ist oder nicht, darüber gehen die Meinungen wie üblich auseinander. Das charttechnische Bild für den SMI sei zwar noch intakt, das Umfeld dürfte allerdings schwierig bleiben, heisst es einerseits in Marktkreisen.
Es gibt andererseits aber auch positivere Stimmen. "Unser Basisszenario bleibt positiv", schreibt etwa das Investment Office der UBS in seiner jüngsten Einschätzung der Lage. Die Ausgaben für KI dürften demnach robust bleiben und auch die Gewinne der Unternehmen sollten sich weiter gut entwickeln. Ausserdem erwartet die Bank nachlassenden Druck von der Inflationsseite her. Die Aktienmärkte könnten sich deshalb durchaus wieder nach oben bewegen.
Ölpreis hält sich deutlich über 90 US-Dollar
Im Nahost-Konflikt gibt es weiterhin keine Zeichen für eine baldige Lösung. US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt angekündigt, den wirtschaftlichen Druck auf den Iran drastisch erhöhen zu wollen. Der Ölpreis hat sich entsprechend der undurchsichtigen Lage von einem Stand bei unter 80 Dollar noch zu Beginn des Monats zuletzt auf klar über 90 Dollar nach oben bewegt. Das Fass der Sorte Brent ist derzeit zwar etwas günstiger als noch in der Spitze des Vortags, hält sich aber im Bereich von 93 Dollar.
Der SMI büsst bis um 11.10 Uhr 0,34 Prozent auf 14'319,29 Punkte ein und der breite SPI 0,26 Prozent auf 20'147,48 Punkte. Bei den 20 Einzeltiteln des SMI halten sich Gewinner und Verlierer in etwa die Waage. Der Mid-Cap-Index SMIM steht mit einem Minus von 0,06 Prozent auf 3137,87 Punkte noch knapper im roten Bereich.
Das Minus des SMI ist insbesondere auf die schwache Vorstellung von Roche (-1,4%) am Tabellenende und Novartis (-0,9%) zurückzuführen. Bei beiden scheint nach einem bisher starken Wochenverlauf der Schnauf etwas auszugehen.
Deutlichere Abgaben verzeichnen noch Alcon (-1,3%) oder Partners Group (-1,0%).
Auf der Gegenseite ziehen Holcim (+1,2%) nach einem Zukauf am meisten an. Der Zementhersteller übernimmt das deutsche Unternehmen Fermacell für 840 Millionen Euro. In Marktkreisen wird die Akquisition grundsätzlich positiv beurteilt.
Zu den Gewinnern gehören - knapp - auch Richemont (+0,1%). Die Aktie zeigte sich nach der Ausweitung des Freihandelsabkommens zwischen der Schweiz und China bereits am Vortag wenig bewegt. Insgesamt geht es mit Richemont seit vergangener Woche mehrheitlich abwärts, allerdings von einem hohen Niveau aus. Vor zehn Tagen haben die Aktien erstmals über 200 Franken geschlossen. Nun wurden auf diesem Allzeithoch erste Gewinne eingestrichen.
Etwas kauffreudiger zeigen sich die Investoren bei Swatch (+0,9%). Für beide Luxusgüterkonzerne ist China ein wichtiger Markt, auch wenn er zuletzt im globalen Vergleich etwas an Bedeutung verloren hat.
Im breiteren Markt sind Vetropack (+5,9%) nach der Publikation der Halbjahreszahlen stark gesucht. Für positive Überraschung sorgten insbesondere der währungsbereinigt gestiegene Umsatz sowie die erstmals gegebenen Mittelfristziele unter dem neuen CEO Lukas Burkhardt.
Für Straumann (-3,2%) geht es hingegen nach einer Abstufung durch die Deutsche Bank auf "Hold" von "Buy" in die andere Richtung.
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