Aktien Schweiz Schluss: SMI schliesst freundlich - Rückenwind aus Amerika
Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat sich am Dienstag vom leichten Rücksetzer zum Wochenstart erholt und freundlich geschlossen. Als Kursstütze dienten die deutlich gesunkenen Ölpreise und Renditen auf den US-Staatsanleihen. Zudem waren Techwerte gesucht im Kielwasser des Aufschwungs der Nvidia-Aktien angesichts der am Mittwochabend anstehenden Geschäftszahlen des Chipriesen.
Für Erleichterung sorgte, dass der Konflikt zwischen den USA und dem Iran nicht weiter eskalierte, was die Ölpreise sinken liess. Am Vorabend hatte eine Rede des US-Finanzministers Scott Bessent keine konkreten Massnahmen aufgezeigt, mit denen die USA den Kriegsgegner Iran stärker unter Druck setzen will. Ausserdem gab US-Präsident Donald Trump bekannt, dass die Strasse von Hormus jetzt von Minen geräumt sei.
Der Ölpreis gab in der Folge um gut 3 Prozent auf 89,15 Dollar nach. Damit ist das Fass der Sorte Brent wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 90 Dollar gefallen.
Zuvor hatte die US-Regierung von einem "Wirtschaftskrieg" gegen den Iran gesprochen und damit gedroht, Teheran komplett von der Weltwirtschaft zu isolieren. So hatte die US-Regierung die Drohungen gegen Handelspartner des Irans verschärft. Washington stellt Sekundärsanktionen und einen möglichen Ausschluss aus dem US-Dollar-System in Aussicht. Allerdings sind die Sorgen in der Finanzgemeinde nicht verflogen: "Entscheidend ist nun, welche Kollateralschäden die neuen Sekundärsanktionen verursachen", sagte ein Marktbeobachter.
Im weiteren Wochenverlauf dürfte neben den Quartalszahlen von Nvidia auch das Notenbanktreffen in Jackson Hole zum Wochenende die Richtung vorgeben. Von dort erhoffen sich die Anleger neue Hinweise auf die US-Geldpolitik. Für Zurückhaltung sorgt laut Händlern auch der eskalierende Handelskrieg zwischen den USA und Kanada.
SMI von Zyklikern und Pharmatiteln gestützt
Der SMI schloss um 0,54 Prozent höher auf 14'525,29 Punkten. Der Index der mittelgrossen Unternehmen SMIM gewann 0,32 Prozent auf 3171,51 Punkte, der breite SPI 0,54 Prozent auf 20'421,31 Punkte. Auch andere europäische Börsen wie der Dax und die Londoner Börse notierten im Plus. Im Schweizer Leitindex SMI standen 16 Gewinner 4 Verlierern gegenüber.
Gesucht waren Techwerte und Zykliker, aber auch defensive Werte. An der Spitze standen ABB (+1,8%) nach den Verlusten des Vortags vor Sika (+1,5%). Auch die defensiven Swisscom (+1,4%) sowie die Pharmawerte Novartis (+1,3%) und Roche (+0,9%) sowie Lonza (+1,0%) standen auf den Kauflisten weit oben.
Auf der anderen Seite war das dritte Schwergewicht Nestlé (-0,8%) der zweitgrösste Verlierer im SMI. Marktbeobachter verwiesen auf eine Branchenschwäche, die auch Barry Callebaut (-0,7%) und Lindt (PS -1,8%) erfasst hat. Die grossen Konkurrenten Unilever, Danone, Mondelez oder Hershey mussten ebenfalls teils kräftig Federn lassen.
Die rote Laterne unter den Blue Chips übernahm Amrize (-2,6%) nach dem überraschenden Abgang des Finanzchefs.
Tech-Werte im Aufwind
Im Vorfeld der Nvidia-Zahlen erholten sich Technologiewerte von ihrem schwachen Vortag. Halbleitertitel wie Logitech (+0,9%), VAT (+1,1%), Inficon (+1,9%) und Comet (+3,7%) zeigten klare Kursgewinne. AMS Osram schossen sogar um 8,3 Prozent nach oben.
Von Halbjahreszahlen beflügelt wurden TX Group (+12,3%) und SMG (+8,2%). Auch die Titel der Genfer Kantonalbank (+3,7%) zogen nach einem markanten Gewinnanstieg im ersten Semester an. Arbonia (+3,5%) waren ebenfalls gefragt nach den Zahlen.
In die andere Richtung ging es mit Orior (-9,5%), die nach einer Prognosesenkung einbrachen. Unter Druck standen zudem die Titel des Biotechunternehmens Molecular Partners (-3,4%).
Volatil zeigten sich Leonteq nach der Einladung zu einer ausserordentlichen GV, an der es unter anderem um ein Aktienrückkaufprogramm gehen wird. Die Papiere schlossen klar im Minus (-4,4%), nachdem sie zeitweise aber auch klar im Plus gestanden hatten.
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