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Markt und Börse   27.08.2026 11:30:18

Aktien Schweiz: Gewinnmitnahmen vor Jackson Hole

Zürich (awp) - Am Schweizer Aktienmarkt geht es am Donnerstag nach unten. Der SMI kann damit den Aufwärtstrend der vergangenen sieben Handelstage, der ihn vorübergehend auch wieder über die Marke von 14'600 getragen hatte, nicht bestätigen. Die Nvidia-Zahlen vom Vorabend haben zwar überzeugt, davon erhält indes lediglich der Tech-Sektor etwas Rückenwind. Der defensiv ausgerichtete SMI wird von einer gewissen Zurückhaltung im Vorfeld möglicher neuer Erkenntnisse hinsichtlich der künftigen Zinspolitik der USA dominiert.

Beim am Donnerstag anlaufenden jährlichen Treffen der Notenbanker in Jackson Hole richtet sich der Fokus insbesondere auf die Rede des Fed-Chefs Kevin Warsh, die für Freitag-Nachmittag europäischer Zeit anberaumt ist. Die Investoren wollen wissen, ob sich daraus Hinweise für den Zinspfad der näheren Zukunft ablesen liessen. Der am Vortag publizierte PCE-Deflator hat in diesem Zusammenhang gezeigt, dass diese vom Fed favorisierte Inflationskennziffer weiter zu hoch ist. Auch der überraschend hohe Anstieg der Einkommen der Amerikaner festigt die Erwartungen der Marktteilnehmer zumindest einer Zinserhöhung durch das Fed im laufenden Jahr.

Ölpreis bleibt deutlich unter 90 Dollar

Was den Nahost-konflikt anbelangt, hat sich der Iran nach den angedrohten jüngsten US-Sanktionen in einem Brief an die Vereinten Nationen gewandt und diese als einen Akt staatlichen und wirtschaftlichen Terrorismus verurteilt. Der Krieg am Persischen Golf dauert nun bald ein halbes Jahr, ein Ende ist weiterhin nicht in Sicht. Der Ölpreis hat sich zuletzt wieder klar unter der Marke von 90 Dollar positioniert, aktuell steht der Preis für Öl der Sorte Brent bei gut 87 Dollar.

Der SMI büsst bis um 11.05 Uhr um 0,85 Prozent auf 14'419,13 Punkte ein. Nachdem der Leitindex am Vortag erstmals nach rund zwei Wochen die Marke von 14'600 wieder überschritten hatte, lag er am Berichtstag auch schon unter 14'400 Zählern.

Der Mid-Cap-Index SMIM fällt um 0,21 Prozent auf 3150,33 Punkte zurück und der breite SPI um 0,69 Prozent auf 20'296,10 Punkte.

Givaudan leiden unter Rückstufung

Am stärksten unter Druck stehen derzeit Givaudan (-3,6%), belastet von einer Abstufung durch Morgan Stanley auf "Underweight". Die US-Bank streicht unter anderem das zuletzt schwächere Aromen-Geschäft heraus. Dieses hinke der Konkurrenz seit mehreren Quartalen hinterher. Gleichzeitig sieht die Bank nur begrenzten Spielraum für weitere Margensteigerungen. Nach dem Anstieg um knapp 7 Prozent über die vergangenen sechs Handelstage sei dies Anlass für Gewinnmitnahmen, heisst es in Marktkreisen.

Deutlich nach unten geht es auch für die zuletzt ebenfalls gesuchten Kühne+Nagel (-2,7%). Der Titel werden von einer Untersuchung der US-Behörde Bureau of Industry and Security (BIS) gegen die in Singapur beheimatete Kühne+Nagel-Tochter Apex gebremst. Ein Sprecher von Kühne+Nagel bestätigte gegenüber AWP einen entsprechenden Bericht von Bloomberg. Bei der Untersuchung geht es um Vorwürfe für den illegalen Transport von Nvidia-KI-Chips nach China.

Die grösste Belastung für den SMI sind indes die Abgaben in den Schwergewichten Nestlé (-1,6%), Novartis (-1,1%) und Roche (-0,8%). Für Nestlé geht es seit dem Jahreshoch bei 87,09 Franken in der zweiten Juli-Hälfte fast nur noch bergab. Am Berichtstag kommt ein kritischer Kommentar der ZKB hinzu, die das Rating für den Nestlé-Titel auf "Marktgewichten" von "Übergewichten" gesenkt hat.

An der Spitze der Blue Chips stehen derzeit ABB (+0,7%), gestützt von den starken Zahlen von Nvidia. Im breiteren Markt profitieren davon auch Aktien wie AMS Osram (+2,1%), Comet (+1,6%), Inficon (+0,8%), Huber+Suhner (+2,4%) oder VAT (+1,4%).

Noch deutlicher nach oben geht es jeweils nach Zahlen für Accelleron (+2,4%) und Feintool (+4,6%).


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