Aktien Schweiz: Inflationssorgen, Ölpreis und Zinsangst sorgen für Verluste
Zürich (awp) - Am Schweizer Aktienmarkt legt der SMI am Mittwoch den Rückwärtsgang ein. Durch die wieder zugespitzte Lage in Nahost und damit gestiegene Ölpreise mehren sich Inflationssorgen und damit Zinsängste an den Märkten. Denn in den nächsten zwei Wochen entscheiden sowohl die EZB als auch die US-Notenbank Fed über ihre Leitzinsen. Während die Erwartungen bei der EZB klar auf Erhöhung stehen, ist es in den USA noch nicht ganz so sicher, auch wenn die Erwartungen an eine Zinsanhebung gestiegen sind. Umso aufmerksamer werden die kommenden Konjunkturdaten beäugt.
Am Nachmittag steht mit dem ADP-Bericht der erste Fingerzeig für den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht am Ende der Woche an. "Sollten dann steigende Löhne mit einer sinkenden Beschäftigung zusammentreffen, geht das Stagflationsgespenst wieder auf dem Parkett um", erklärt ein Händler die Stimmung. Zudem könnte der Konjunkturbericht der US-Notenbank, das Beige Book, in diesem Umfeld Beachtung finden und auch die weiter gestiegenen Anleiherenditen machen es Anlegern nicht leichter.
SMI tiefer mit Nestlé im Fokus
Der SMI fällt gegen 10.50 Uhr mit 0,33 Prozent auf 14'287,17 Punkte zurück. Der Mid-Cap-Index SMIM gibt um 0,20 Prozent auf 3089,19 Zähler nach, während der breite SPI 0,28 Prozent auf 20'092,46 Punkte verliert.
Thematisch im Fokus stehen Nestlé (-0,9%). Die Titel des Nahrungsmittelkonzerns können sich trotz eines positiv aufgenommenen Spartenverkaufs nicht gegen den Markt stellen. Nestlé erhält vom Finanzinvestor Yellow Wood Partners 1,0 Milliarden US-Dollar für das Mainstream-Vitamingeschäft. Der Konzern schliesse damit ein "schmerzhaftes Kapitel der Wertvernichtung" ab, so der Tenor unter Analysten.
Die beiden anderen Schwergewichte Roche (+0,7%) und Novartis (-1,0%) tauschen ihre Plätze vom Vortag. Da hatte Novartis wegen positiver Studiendaten stark zugelegt und die Papiere des Konkurrenten das Nachsehen. Gefragt sind mit Swiss Life (+0,5%) und Swisscom (+0,4%) auch typisch defensive Titel.
Am Ende des Kurszettels rangieren derweil Amrize (-3,0%) nach einer Abstufung durch die Bank of America auf "Underperform" und von JPMorgan auf "Neutral". Auch Holcim (-2,3%) zeigen sich sehr schwach. Mit Geberit (-1,0%) und Sika (-1,0%) sind zwei weitere Titel aus der Baubranche unter den Verlierern.
Einen Tag nach den Zahlen geht es auch für die Titel von Partners Group (-1,5%) weiter abwärts.
Tech-Werte stark
Tech-Werte wie VAT (+3,6%) oder Comet (+3,2%) und Inficon (+1,1%) sind gefragt. Händler verweisen auf eine Studie der UBS mit Kurszielerhöhungen für alle drei Titel sowie starke Dell-Zahlen. Allerdings schwelt im Hintergrund die Angst vor höheren Zinsen in der Branche - am Vorabend hatte die Nasdaq sensibel auf steigende Anleiherenditen reagiert.
Massiv nach oben klettern Bioversys (+12,9%). Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat dem Basler Biotechunternehmen den sogenannten Fast-Track-Status für sein Antibiotikum BV100 erteilt. Derweil schliesst Newron (+2,3%) die Rekrutierung für die Phase-III-Studie ENIGMA-TRS 1 für seinen Hoffnungsträger Evenamide ab.
Auch Montana Aerospace (+2,7%) legen zu. Der Zulieferer für die Luft- und Raumfahrtindustrie baut seine Geschäftsleitung um. VRP und Grossaktionär Michael Tojner übernimmt nach dem überraschenden Rücktritt von CEO Kai Arndt im April nun den Posten des Executive Chairman. Zudem hat die UBS die Bewertung der Titel mit "Buy" gestartet.
Zum gleichen Thema
| MARKT UND BÖRSE | 02.09.2026 12:12:26 | Aktien Frankfurt: Dax weitet Verluste aus und nähert sich 50-Tage-Linie |