Aktien Schweiz Vorbörse: Inflationssorgen durch Iran-Krieg belasten
Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt wird am Mittwoch im Minus erwartet. Anhaltende Inflationssorgen hatten am Vorabend bereits die US-Börsen und dort insbesondere die zinssensiblen Tech-Werte belastet. Hintergrund ist der weiter gestiegene Ölpreis angesichts einer erneuten Zuspitzung der Lage im Nahen Osten. Nach US-Angriffen auf Stellungen im Iran hat das Land Vergeltungsaktionen gestartet. Am Morgen kostete entsprechend ein Fass der Rohölsorte Brent wieder mehr als 95 Dollar. Dies liess auch wieder die Anleiherenditen steigen - teilweise auf Niveaus, die seit 2008 nicht mehr erreicht wurden. Auf die Märkte in Asien schwappte die negative Stimmung ebenfalls über.
Während hierzulande der Kalender recht ausgedünnt ist, richtet sich der Blick ab Nachmittag auf die USA. Da Anleger befürchten, dass die geopolitischen Unsicherheiten und steigenden Zinsen die Konjunktur bei gleichzeitiger Inflation ausbremsen könnten, werden entsprechende Daten wieder wichtiger. So steht mit dem ADP-Bericht der erste Fingerzeig für den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht am Ende der Woche an. Zudem könnte der Konjunkturbericht der US-Notenbank, das Beige Book, in diesem Umfeld Beachtung finden.
Nestlé im Fokus
Die Bank Julius Bär berechnet den SMI gegen 08.10 Uhr 0,31 Prozent tiefer bei 14'290 Punkten. Einzig Logitech werden von den 20 Werten im Leitindex leicht im Plus erwartet.
Im Fokus stehen Nestlé (-0,2%). Der Nahrungsmittelkonzern treibt den Konzernumbau weiter voran und stösst als Nächstes das Mainstream-Geschäft mit Vitaminen, Mineralstoffen und Nahrungsergänzungsmitteln ab. Käufer ist für 1 Milliarde Dollar die US-amerikanische Private-Equity-Firma Yellow Wood Partners. Das Augenmerk legt Nestlé in diesem Bereich künftig auf das Premium-Segment.
Amrize (-3,7%) sacken vorbörslich ab und setzen damit ihren Abwärtstrend fort. Bank of America hat die Titel auf "Underperform" abgestuft.
Techwerte wie VAT (+1,6%), Comet (+1,8%) oder Inficon (+1,8%) könnten in Bewegung kommen. Zwar hatten insbesondere Tech-Werte an den Börsen in Übersee unter den Inflationssorgen gelitten. Allerdings hatte der Computerhersteller Dell am Vorabend starke Quartalszahlen vorgelegt. Zudem gibt es für alle drei Werte Kurszielerhöhungen durch die UBS.
Montana Aerospace (kein vb-Kurs) sollten im Auge behalten werden. Der Zulieferer für die Luft- und Raumfahrtindustrie baut seine Geschäftsleitung um. VRP Michael Tojner übernimmt nach dem überraschenden Rücktritt von CEO Kai Arndt im April nun den Posten des Executive Chairman. Zudem hat die UBS die Bewertung der Titel mit "Buy" gestartet.
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