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Markt und Börse   04.09.2026 11:30:18

Aktien Schweiz: Börsianer halten sich vor US-Arbeitsmarktdaten zurück

Zürich (awp) - Zu Wochenschluss halten die Börsianer ihr Pulver trocken. In Erwartung der jüngsten US-Arbeitsmarktdaten aus den USA halten sich die Händler an der Schweizer Börse am Freitag mehrheitlich an der Seitenlinie auf. Die erwarteten Daten sind ein Leitwert zum Zustand der US-Wirtschaft und liefern der Notenbank Fed Anhaltspunkte, wenn es um die Festsetzung der Leitzinsen geht.

Zuletzt hatten Aussagen des Fed-Mitglieds Christopher Waller für Kauflaune gesorgt. Dieser hatte sich optimistisch geäussert, dass der Preisdruck Anzeichen einer Entspannung zeigt. Waller hat die Erwartungen der Marktteilnehmer klar verändert: Gingen davor gemäss dem Fed-Watch-Tool von CME zwei Drittel der Befragten von steigenden Zinsen aus, ist es jetzt nur noch die Hälfte.

Als Stütze erweisen sich die Ölpreise, die sich auf einem hohen Niveau stabilisiert haben. Die Anleger hofften weiter, dass die Eskalation des Konflikts im Nahen Osten zeitlich begrenzt bleibe. Es könnte aber jederzeit Störfeuer aus dem Nahen Osten kommen, erinnern Beobachter.

SMI kaum verändert

Der SMI startete mit Gewinnen in den Handel, notiert gegen 11 Uhr aber 0,01 Prozent tiefer bei 14'393,88 Punkten. Damit bahnt sich auf Wochensicht ein kleines Minus an. Der Mid-Cap-Index SMIM steigt 0,04 Prozent auf 3099,19 und der breite SPI 0,02 Prozent auf 20'227,68 Zähler.

Die Ausschläge im SMI halten sich in Grenzen. Die SMI-Spitze haben sich Amrize mit einem Kursgewinn von 2,1 Prozent erobert. Hier geht laut Beobachtern eine am Vortag angestossene Stabilisierung des Aktienkurses weiter. Stützen würden auch die jüngsten Käufe des Managements. Im Sektor ziehen auch Sika (+1,5%) und Holcim (+1,4%) etwas an.

Richemont gewinnen 1,3 Prozent und erholen sich vom Kursrutsch des Vortages. Am Donnerstag hatten schwache Zahlen von Victoria's Secret den ganzen Sektor unter Druck gesetzt.

Mit höheren Kursen werden auch technologienahe Werte wie ABB (+0,5%) und im breiteren Markt VAT (+2,0%), Inficon (+1,5%), Comet (+1,5%) oder Centiel (+4,1%) versehen. Die Zinsspekulationen hatten gerade in Asien die Technologietitel wieder nach oben getrieben.

Das Bild bei den drei Schwergewichten ist ein anderes als zuletzt gewohnt: Für einmal stechen die Valoren von Nestlé (+0,3%) jene der Basler Pharmamultis Novartis (-1,1%) und Roche (-0,1%) aus. Auch hier ist von einer Gegenbewegung die Rede.

Gerade Novartis hatten zu Wochenbeginn im Nachgang zu positiven Studiendaten haussiert - nun werde ein Teil der Gewinne realisiert. Die darauf folgende "Roche-Schwäche" wird in Händlerkreisen als übertrieben erachtet.

Mit Kühne+Nagel geht es um 1,4 Prozent nach unten. Denn Morgan Stanley hat seinen Daumen über den Aktien des Logistikers gesenkt und empfiehlt diese mit dem Votum "Underweight" neu zum Verkauf.

VW setzt Feintool unter Druck

Am breiten Markt geben die Sanierungspläne des Autobauers VW zu reden. In diesem Zusammenhang fallen hierzulande vor allem die Kursverluste von 3,6 Prozent bei Feintool auf. Im Urteil von Analysten wäre der Autozulieferer am stärksten von möglichen Werksschliessungen bei Volkswagen betroffen.

Bei Autoneum (+1,6%), SFS (-0,3%) oder Ems-Chemie (-0,2%) wäre der Einfluss dagegen begrenzt, hiess es.

Und für Vontobel (-1,3%) hat die ZKB ihr Urteil auf "Untergewichten" gesenkt. Das Zürcher Staatsinstitut spricht von "strukturellen Rissen" beim Vermögensverwalter.


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