News story
Markt und Börse   07.09.2026 11:30:19

Aktien Schweiz: Novartis ziehen schwachen SMI nach unten

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt startet mit deutlichen Abschlägen in die neue Woche und gerät im Vergleich zu anderen europäischen Börsen ins Hintertreffen. Die ist zu einem grossen Teil den grosskapitalisierten Novartis-Valoren geschuldet, die nach einem Forschungsrückschlag deutlich sinken. Davor hatten die US-Börsen am Freitag ebenfalls leichter geschlossen, nachdem die offiziellen Arbeitsmarktdaten für August überraschend stark ausgefallen waren. Händler stellen sich aber auf einen ruhigen Handelstag ein, denn mit dem US-Feiertag werde es am Nachmittag an Vorgaben fehlen. Diese seien angesichts der Diskussion um die US-Schuldenkrise aber zentral.

Die Lage am Ölmarkt bleibt derweil durch den wieder hochgekochten Iran-Krieg angespannt. Der Preis für die Nordsee-Sorte Brent hält sich mit rund 96 US-Dollar pro Fass auf einem hohen Niveau. Für Gesprächsstoff sorgt auch der Wahlsieg der Rechtsaussenpartei AfD im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt. Wichtiger für die Anleger sind aber die anstehenden Zinsentscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) diese Woche und der US-Notenbank Fed in der nächsten Woche.

SMI deutlich tiefer

Der Swiss Market Index SMI notiert um 11 Uhr um 1,10 Prozent tiefer bei 14'237,74 Punkten. Der Mid-Cap-Index SMIM sinkt um 0,54 Prozent auf 3060,40 und der breite SPI um 0,94 Prozent auf 20'016,12 Zähler.

Novartis führen das tiefrote SMI-Tableau mit einem Minus von 3,2 Prozent an. Das experimentelle Medikament Pelacarsen sollte beweisen, dass die Senkung einer bestimmten Form von Cholesterin auch das Risiko von Herzinfarkt und Schlaganfall senkt. Das ist nicht gelungen.

In der Folge streichen Analysten die Schätzungen für Pelacarsen aus ihren Modellen - dem Präparat wurde ein Spitzenumsatz zwischen 1,3 und 2,0 Milliarden Dollar zugetraut. Am Freitag waren bereits die Papiere von Amgen unter Druck geraten und sackten um 5 Prozent ab. Der US-Mitbewerber hat ein ähnliches Präparat in der Erforschung.

Roche (-1,3%) und Lonza (-1,2%) tendieren ebenfalls deutlich leichter. Etwas besser hält sich der Generikahersteller Sandoz mit minus 0,5 Prozent. Das Unternehmen hält am morgigen Dienstag einen Investorentag ab. Es wird erwartet, dass die Basler bei den Mittelfristzielen die Messlatte hochlegen.

Schindler notieren 1,7 Prozent tiefer bei 256,20 Franken. Goldman Sachs hat das Rating für den Rolltreppen- und Lifthersteller auf "Sell" gesenkt. Das Kursziel wurde deutlich auf 233 Franken reduziert. Denn die Schwäche im wichtigen chinesischen Markt halte an, die Effekte der Effizienzprogramme seien weitgehend ausgeschöpft und auf zusätzliche Ausschüttungen sei wohl auch nicht zu hoffen.

Verkauft werden aber auch Versicherer wie Swiss Re (-1,9%). Der Rückversicherer steht mit dem traditionellen Branchentreffen in Monte Carlo im Fokus und warnte vor wachsenden Kosten aus Stürmen, Dürren oder Waldbränden.

Medtech-Aktien sind ebenfalls im Angebot. Alcon sinken um 1,5 Prozent, Sonova um 1,4 Prozent und Straumann um 1,3 Prozent.

ABB (+1,1%) und VAT (+1,0%) ragen auf der anderen Seite mit Kursgewinnen heraus. Sie folgen den Vorgaben aus Fernost - dort hatten Chipaktien mit der wieder auflebenden KI-Fantasie haussiert. Am breiten Markt trifft dies auf AMS Osram (+2,4%), Komax (+1,6%) oder Inficon (+1,2%) zu.

CEO-Abgang drückt R&S

Im breiten Markt sinken R&S um 0,7 Prozent. Der Trafohersteller hat sich nach etwas mehr als einem Jahr bereits wieder von Konzernchef Eduardo Terzi getrennt. Als Grund wurden unterschiedliche Ansichten zum Führungsmodell und zur Organisationsstruktur genannt. Trotz aller Risiken biete der Wechsel eine Chance für R&S, einen klaren Neuanfang zu setzen, urteilte die ZKB.

Burkhalter werden nach Zahlen 4,4 Prozent höher bezahlt. Der Elektroinstallateur und Gebäudetechniker hat zwar die Umsatzerwartungen der Analysten für das erste Halbjahr klar verfehlt. Gewinnseitig wurden aber die Schätzungen klar übertroffen.

Arbonia gewinnen gar satte 15 Prozent. Die UBS hat ihr Votum auf "Buy" erhöht und das Kursziel um die Hälfte angehoben. Die Bewertung der Titel sei sehr attraktiv und liege rund 30 Prozent unter dem historischen Durchschnitt und mehr als 50 Prozent unter Schweizer Bauzulieferern. Das galt zumindest noch vor dem Kurssprung.


Zum gleichen Thema

Betroffene Instrumente

N/A