Aktien Schweiz: Novartis-Kurssturz belastet SMI erneut
Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag an die Verluste zum Wochenauftakt angeknüpft. Belastet wird der Leitindex erneut vom Pharmaschwergewicht Novartis nach einem weiteren Forschungsrückschlag. In den hinteren Reihen sorgen derweil mehrere Kapitalmarkttage, Unternehmensmeldungen und Kurszieländerungen für Bewegung.
Die Spannungen rund um die Strasse von Hormus halten an. Hoffnungen auf einen möglichen Korridor für Tanker stehen weiterhin militärischen Risiken gegenüber. Der Preis für die Nordsee-Sorte Brent steigt auf mehr als 99 US-Dollar je Fass und damit auf den höchsten Stand seit Mitte Juli. Auch die Marke von 100 Dollar rückt damit in Reichweite.
"Der Markt bleibt derzeit stark von Ölpreis und Zinsen getrieben", sagt ein Händler. Solange sich die Lage im Nahen Osten nicht beruhige und die Energiepreise hoch blieben, dürfte die Risikobereitschaft begrenzt sein. Im weiteren Wochenverlauf richtet sich der Blick auf den EZB-Zinsentscheid am Donnerstag. Eine Anhebung um 25 Basispunkte auf 2,5 Prozent gilt laut Experten als sicher, entsprechend dürften vor allem die Signale zum weiteren geldpolitischen Kurs interessieren.
SMI von Novartis gedrückt
Der Swiss Market Index SMI notiert um 11 Uhr um 1,44 Prozent tiefer bei 14'237,74 Punkten. Der Mid-Cap-Index SMIM hält sich dagegen mit +0,63 Prozent auf 3081,78 Zähler klar besser, während der SPI 1,1 Prozent auf 19'856,49 Punkte verliert. Auch die anderen europäischen Börsen sind im Minus, wenn auch nicht ganz so stark wie der SMI.
Wie schon am Vortag wird der Leitindex vor allem von Novartis (-9,8%) nach unten gezogen. Der Produktkandidat Del-desiran zur Behandlung einer seltenen Muskelerkrankung hat in einer Phase-III-Studie den primären Endpunkt verfehlt. Vontobel spricht in einem ersten Kommentar von einem deutlichen Rückschlag für die Pipeline. Bereits am Montag hatten enttäuschende Studiendaten zu Pelacarsen die Novartis-Aktien um 3,2 Prozent belastet.
Gemessen an der Marktkapitalisierung steuern die Titel damit auf den grössten Tagesverlust ihrer Geschichte zu. Rund 24 Milliarden Franken an Börsenwert sind bislang vernichtet worden - mehr als bei den Einbrüchen nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses oder während des Corona-Crashs.
Als Stütze für den SMI erweist sich am Dienstag Nestlé (+2,7%). Insgesamt stehen im Leitindex sechs Gewinner 14 Verlierern gegenüber.
Ascom mit Grossauftrag
Im breiten Markt stehen unter anderem mehrere Kapitalmarkttage im Fokus. Sandoz (+2,0%) hat neue Wachstumsziele bis 2030 vorgestellt und will den Ausbau des Biosimilar-Geschäfts weiter vorantreiben.
Auch Oerlikon (+0,4%) hat neue Mittelfristziele präsentiert. Die UBS wertet diese leicht positiv. Die Vorgaben von mehr als 2 Milliarden Franken Umsatz und einer bereinigten EBITDA-Marge von über 20 Prozent bis 2030 lägen etwas über den Markterwartungen, erschienen aber realistisch, heisst es.
Deutlich zulegen können Ascom (+7,6%) nach einem Grossauftrag aus Norwegen. Der Auftrag hat über sieben Jahre ein Volumen von rund 80 Millionen Franken. Die ZKB spricht von einem "grossen Erfolg" für das Unternehmen.
SoftwareOne (+4,1%) ziehen ebenfalls kräftig an. Rückenwind liefert eine markante Kurszielerhöhung durch Kepler Cheuvreux. Gemäss dem zuständigen Analysten ist das Unternehmen mit dem Turnaround klar auf Kurs.
Zu den weiteren Gewinnern zählen Galderma (+2,4%) und Gurit (+2,5%), die von positiven Analystenkommentaren beziehungsweise Kurszielerhöhungen profitieren.
Auf der Gegenseite geben Burkhalter (-6,3%) die Kursgewinne vom Vortag mehr als wieder ab. Überdurchschnittlich unter Druck stehen zudem Technologiewerte wie VAT, Inficon und Comet.
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