Aktien Schweiz Schluss: SMI startet Erholungsversuch - tiefrote Wochenbilanz
Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag leicht im Plus geschlossen und damit einen Erholungsversuch unternommen. Auf Wochensicht ergibt sich beim Leitindex SMI aber dennoch ein happiges Minus. Die US-Inflationszahlen vom Nachmittag fielen indes wie erwartet aus. Damit rechnen nun mehr Marktteilnehmer als zuvor mit einer Zinserhöhung durch das Fed am kommenden Mittwoch.
"Die Furcht ist, dass sich die höheren Energiepreise in das breite Preisniveau hineinfressen", erklärte ein Börsianer. Daher sei ein Zinsschritt der US-Notenbank möglich. Das Fed wolle sich nicht den Vorwurf gefallen lassen, nicht rechtzeitig reagiert zu haben. Konkret erwarten nun gut 85 Prozent der Marktteilnehmer eine Zinserhöhung. Vor den Daten waren es erst knapp 70 Prozent. Damit könnte die US-Notenbank den Leitzins erstmals seit Sommer 2023 anheben - trotz Donald Trumps Devise, die Zinsen zu senken.
Hintergrund ist der sich weiter zuspitzende Krieg im Nahen Osten. Der Brent-Preis erreichte in der Nacht auf Freitag fast die Marke von 110 Dollar - ein Niveau wie zuletzt im Mai. Derzeit notiert er wieder etwas tiefer auf rund 105 Dollar. Vor einer Woche befand er sich aber noch bei 95 Dollar. Am Freitag gab es immerhin leichte Entspannungszeichen: So wollen der Iran und die Staaten am Persischen Golf am kommenden Montag über die umkämpfte Strasse von Hormus sprechen.
SMI schliesst leicht im Plus
Der SMI schloss zum Wochenschluss um 0,26 Prozent fester auf 13'775,27 Punkten. Das Tageshoch markierte der Schweizer Leitindex am Nachmittag bei 13'871 Punkten, kam danach aber wieder zurück. Die Gewinner und Verlierer hielten sich am Schluss die Waage. Auf Wochensicht ergab sich ein Minus von 4,3 Prozent.
Der Mid-Cap-Index SMIM stieg um 0,13 Prozent auf 3034,11 und der breite SPI um 0,23 Prozent auf 19'454,12 Zähler. Auch andere europäische Indizes wie der deutsche Dax und der französische Cac-40 schlossen nach einer verlustreichen Woche höher. Die US-Börsen gewannen am Abend ebenfalls dazu.
Nach einem richtungslosen Handel zeigte sich im SMI ein gemischtes Bild. Gesucht waren UBS (+1,4%) sowie die Versicherer Swiss Re (+1,2%), Swiss Life (+0,6%) und Zurich (+0,5%). Klare Gewinner waren zudem Amrize (+1,4%), während andere Bauwerte wie Holcim (-0,1%), Sika und Geberit (je -0,2%) leicht nachgaben.
Novartis mit deutlichem Wochenminus
Novartis (-0,1%) versuchten eine Stabilisierung nach dem Einbruch zu Wochenbeginn und konnten teilweise über 1 Prozent zulegen. Schliesslich zeigten sich die Anleger aber zurückhaltend, nachdem der Pharmariese diese Woche mit gleich zwei Forschungsrückschlägen negativ überrascht hatte. Auf Wochensicht hat Novartis damit um knapp 14 Prozent eingebüsst.
Die beiden anderen Schwergewichte Roche (-0,4) und Nestlé (-0,3%) waren dem SMI ebenfalls keine Stütze. Neben dem Lebensmittelriese Nestlé gaben auch Branchenkollegen Barry Callebaut (-3,7%) und Lindt+Sprüngli (PS -2,6%) deutlich nach. Händler sprachen von Sorgen vor einem Kakaoengpass.
Verkauft wurden zudem Partners Group (-1,0%) nach einer zweiten Kurszielreduktion innerhalb von weniger als 48 Stunden. Die Titel tauchten damit auf den tiefsten Stand seit Ende Juni.
Ypsomed nach Abstufung unter Druck
In der zweiten Reihe fielen Ypsomed (-7,2%) negativ auf. Die UBS hat die Titel wegen gesunkener Erwartungen an das Novo-Nordisk-Abnehmmedikament CagriSema, für das Ypsomed Autoinjektoren liefert, auf "Neutral" von "Buy" abgestuft.
Bei Bachem (-3,0%) und Clariant (-1,9%) verwiesen Händler auf eine Schwäche bei den europäischen Chemiewerten, losgetreten durch steigende Energiepreise.
Die Titel des Flughafens Zürich (+1,3%) gewannen dazu, nachdem der Flughafen am Vorabend für den Monat August steigende Passagier- und Kommerzumsatzzahlen bekanntgegeben hatte. Auch Avolta (+2,2%) notierten höher.
Interroll (+3,2%) waren nach einer Kurszielerhöhung durch Kepler Cheuvreux gefragt. Ferner legten TX Group (+1,4%) im Windschatten erholter SMG (+4,2%) zu.
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