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Markt und Börse   14.09.2026 18:15:15

Aktien Schweiz Schluss: SMI trotzt KI-Ängsten und Öl-Sorgen dank Defensiver

Zürich (awp) - Der Schweizer Leitindex SMI hat am Montag dank seiner defensiven Schwergewichte klar zugelegt, aber im Tagesverlauf wieder einen Teil der Gewinne eingebüsst. Andere europäische Märkte schlossen klar im Minus - belastet von steigenden Ölpreisen und neuen KI-Bedenken. Auch die Ungewissheit im Vorfeld des US-Zinsentscheids am Mittwochabend sorgte bei Technologietiteln und diversen Zyklikern auch hierzulande für satte Abgaben.

"Die Vorschläge aus einigen KI-Chefetagen für eine Drosselung des Entwicklungstempos kommen bei den Investoren gar nicht gut an", kommentierte ein Marktanalyst. "War es doch genau diese Dynamik, die am Aktienmarkt zuletzt für die hohen Gewinne gesorgt hatte." Zumal sich eine KI-Entschleunigung vielleicht noch auf Ländersicht durchsetzen lasse, aber international kaum umsetzbar sei: "China ist ein mächtiger Konkurrent geworden und könnte diese Entwicklungspause gnadenlos ausnutzen."

Derweil legten die Ölpreise wegen der von Saudi-Arabien abgeschalteten Ölpipeline und der weiter ungeklärten Lage rund um die Strasse von Hormus weiter zu. Der Preis für ein Fass Rohöl der Referenzsorte Brent stieg auf 108 US-Dollar (+3,4%). "Mit jedem weiteren Ölpreisschub wächst die Sorge, dass die Inflation befeuert und die Notenbanken unter Zugzwang gesetzt werden könnten", hiess es am Markt dazu. Aktuell wird mit einer Wahrscheinlichkeit von fast 90 Prozent erwartet, dass das Fed die Zinsen anheben wird.

Gespaltener Markt

Der Schweizer Leitindex SMI stieg um 0,75 Prozent auf 13'878,54 Punkte, wobei er im Hoch zwischenzeitlich sogar um 1,6 Prozent auf fast 14'000 Punkte angestiegen ist. In der vergangenen Woche hatte der hiesige Leitindex noch 4,3 Prozent verloren. Der breite SPI legte am Montag 0,43 Prozent auf 19'538,62 Zähler zu. Dagegen verlor der deutsche Dax etwa 0,7 Prozent. Allerdings zeigte sich die Dominanz der Schwergewichte im SMI am Mid-Cap-Index SMIM, der mit -0,56 Prozent auf 3017,10 Punkte wiederum im Minus schloss.

Von den 20 SMI-Titeln gingen genau je zehn Titel im Plus und im Minus aus dem Handel. Dass sich der Schweizer Markt absetzte, war den Schwergewichten Roche (+5,0%), Nestlé (+2,1%) und den vergangene Woche arg gebeutelten Novartis (+1,7%) zu verdanken. Defensiv sei angesichts der vielen Unsicherheiten gefragt, hiess es im Handel.

Weitere Gewinner waren Alcon (+1,9%), Kühne+Nagel (+1,7%), was Börsianer mit den gestiegenen Spannungen im Nahen Osten erklärten, sowie weitere defensive Titel wie Givaudan (+1,3%) und Swisscom (+1,2%).

"KI-Firmen" kommen unter die Räder

Stark unter Druck standen auf der anderen Seite hingegen ABB (-4,1%), die wegen der Produkte für Rechenzentren zu den Schweizer "KI-Firmen" zählen. Ähnliches galt am breiten Markt für die Aktien des Unternehmens Belimo (-9,2%), das Gebäudeinfrastruktur für Data Center herstellt, die Titel des Herstellers von Turboladern Accelleron (-5,9%) oder des Verkabelungsspezialisten Huber+Suhner (-5,0%). Stark bergab ging ausserdem mit Zulieferern der Chip-Industrie, etwa VAT (-7,7%), Inficon (-6,6%) und Comet (-8,9%).

Weitere SMI-Verlierer waren derweil UBS (-2,8%), Holcim (-2,5%) und Sika (-2,2%).

Für Bewegung nach oben sorgten am breiten Markt indes Analystenkommentare, etwa jener von Goldman Sachs zu Straumann (+1,3%) oder von Bernstein zu Siegfried (+3,5%).


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