Aktien Schweiz Eröffnung: SMI dank Defensiven im Plus - KI-Ängste gehen um
Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist zum Wochenstart zweigeteilt. Grosse Fragezeichen zu KI, ein neuerlicher Ölpreisanstieg und die Ungewissheit im Vorfeld der US-Zinsentscheidung sorgen bei Technologietiteln und manchen Zyklikern für satte Abgaben. Defensive Papiere sind hingegen gefragt. Und weil diese den SMI dominieren, legt dieser deutlich zu.
Die KI-Euphorie erhielt über das Wochenende einen markanten Dämpfer. Er sei besorgt, dass in sechs bis zwölf Monaten ein KI-Schwarm in der Lage sein könnte, das gesamte Internet zu übernehmen und potenziell Hunderte Milliarden Dollar Schaden zu verursachen, schrieb Anthropic-Chef Dario Amodei am Samstag. Er plädierte daher für eine Verlangsamung der KI-Entwicklung und erhielt Unterstützung von prominenten Tech-Vertretern.
Der Ölpreis ist zudem in der Nacht auf Montag zeitweise auf knapp 108,50 US-Dollar für ein Fass der Sorte Brent gestiegen. Dafür sorgten zum einen der Ausfall einer wichtigen Pipeline in Saudi-Arabien infolge des Konflikts mit der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz. Zudem wurde ein Aussenministertreffen der Staaten am Persischen Golf zum festgefahrenen Konflikt über die Strasse von Hormus kurzfristig abgesagt.
Unsicherheit gibt es ausserdem im Vorfeld der anstehenden US-Zinsentscheidung. Aktuell erwartet der Markt zwar mit einer Wahrscheinlichkeit von knapp 87 Prozent, dass die US-Notenbank Fed am Mittwoch die Zinsen anheben wird. US-Präsident Donald Trump drohte aber am Wochenende, dass er dies nicht untätig hinnehmen wolle.
Roche 2,9% im Plus
Der SMI gewinnt gegen 09.15 Uhr 0,82 Prozent auf 13'888,12 Punkte und macht damit einen Teil der markanten Vorwochen-Verluste von mehr als 4 Prozent wett. Der Mid-Cap-Index SMIM gewinnt 0,19 Prozent auf 3039,78 und der breite SPI 0,68 Prozent auf 19'586,40 Zähler.
Das Plus verdankt der Leitindex primär seinen defensiven Schwergewichten Roche (+2,9%), Novartis (+1,9%) und Nestlé (+1,0%). Defensiv sei angesichts der vielen Unsicherheiten gefragt, heisst es im Handel. Bei Roche geben ausserdem eigene positive Studienergebnisse und schlechte Daten von Konkurrenten Rückenwind.
Auf der anderen Seite geben ABB (-2,8%), die wegen der Produkte für Rechenzentren zu den Schweizer "KI-Firmen" zählen, deutlich nach. Am breiten Markt büssen mit Inficon, Comet, VAT und AMS-Osram weitere Vertreter der Tech-Branche um bis zu 6 Prozent ein.
Für Bewegung sorgen ausserdem Analystenkommentare, etwa jener von Goldman Sachs zu Straumann (+2,8%). Das US-Institut empfiehlt die Papiere des Dentalimplantatherstellers neuerdings zum Kauf.
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