Aktien Schweiz: SMI gibt Gewinne teilweise ab - Blick auf Daten
Zürich (awp) - Am Schweizer Aktienmarkt versucht sich der SMI am Mittwoch an einem versöhnlichen Quartalsende. Allerdings sind einige der frühen Gewinne wieder abgeschmolzen. Insgesamt stützen sich die Märkte europaweit auf eine Erholung an der Wall Street und positive Notierungen in Japan. Allerdings ist die Lage mit den anhaltend hohen Energiepreisen, nachlassender Konsumlaune und steigenden Anleiherenditen durchaus fragil, heisst es von Händlern. "Die Gefahr einer Stagflation lässt sich nicht länger ausblenden. Zudem nähern sich die Anleiherenditen einem Niveau, das zu einer echten Konkurrenz für Aktien werden kann", sagte ein Börsianer.
Entsprechend gross sei das Interesse an den Preis- und Konjunkturdaten aus den USA am Nachmittag. Sie haben einen wichtigen Einfluss auf die weitere Geldpolitik des Fed. Mit dem ADP-Bericht wird zudem ein erster Hinweis auf den grossen US-Jobbericht am Freitag veröffentlicht. Und mit dem PCE-Preisindex steht das von der US-Notenbank Fed bevorzugte Inflationsmass auf der Agenda. "Für die Aktienmärkte ist dabei weniger entscheidend, ob die Daten gut oder schlecht ausfallen. Vielmehr ist wichtig, welche Reaktion sie am Anleihemarkt auslösen", so der Händler.
SMI mit Zurückhaltung
Der SMI gewinnt gegen 10.50 Uhr 0,29 Prozent auf 13'952,72 Punkte, im frühen Handel war er noch bis auf 14'037 Zähler gestiegen. Insgesamt dürfte es für den Leitindex auch kaum zu einem positiven dritten Quartal reichen - dazu fehlen noch rund 240 Punkte. Der Mid-Cap-Index SMIM hält sich mit 0,01 Prozent auf 3'096,97 Punkte knapp im Plus, während der breite SPI um 0,24 Prozent auf 19'769,18 Zähler steigt.
Weit vorne im Kurstableau sind Galderma (+0,8%) zu finden. Neue Dreijahres-Daten zu Nemluvio für die Behandlung von Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis stärken laut Analysten die Wettbewerbsposition des Dermatologiekonzerns bei atopischer Dermatitis.
Auch Roche (+0,5%) lieferte positive Daten. Für sein MS-Medikament Fenebrutinib hat die US-Gesundheitsbehörde den Zulassungsantrag akzeptiert und den "priority review"-Status erteilt.
Die Indexspitze präsentiert sich gemischt durch verschiedene Branchen: Partners Group (+1,9%) führen vor Amrize (+1,1%) Sandoz (+1,0%). Auch auf den hinteren Rängen geht es mit Schlusslicht ABB (-0,5%), UBS (-0,3%) sowie Lonza, Swiss Re und Logitech (je -0,1%) bunt zu.
Bei Julius Bär (-0,7%) setzen trotz einer Hochstufung durch Morgan Stanley leichte Gewinnmitnahmen ein. Am Vortag hatten die Titel mit dem Abschluss des Finma-Verfahrens über 7 Prozent gewonnen. Bei Kühne+Nagel (-1,7%) hilft eine Kurszielerhöhung durch Barclays wenig - die Analysten bleiben nämlich mit 200 Franken unter dem aktuellen Niveau von 221,90 Franken und entsprechend bei "Underweight".
Rieter stark gefragt
Trotz eines überraschenden Abgangs von CEO und VRP Thomas Oetterli legen Rieter (+3,8%) kräftig zu. Nachfolger auf dem CEO-Posten wird Daniel Lippuner. Laut ZKB hat zwar die Pressemitteilung die Amtszeit von Oetterli positiv bewertet, "der Aktienkurs aber nicht." Die Börse richtet nun den Blick offenbar nach vorn.
Gefragt sind weiterhin DocMorris (+2,9%). Nach der Prognoseerhöhung von Konkurrent Redcare zum Wochenstart nimmt laut Händlern nun auch das Analysehaus Cantor die Bewertung in einer Branchenstudie mit "Overweight" auf.
Bei Lindt&Sprüngli (-0,5%) hagelt es indes nach der gestrigen Umsatzwarnung negative Analystenkommentare. Unter anderem senkt Oddo BHF das Rating auf "Underweight", Goldman Sachs, Barclays und die UBS reduzieren die Kursziele.
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