Aktien Schweiz: SMI bleibt in der Erfolgsspur
Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt reitet auch einen Tag nach dem Sieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen auf der "blauen Welle". Damit ist er in guter Gesellschaft, denn auch die übrigen europäischen Märkte legen weiter zu und erreichen teils neue Höhen. Neben der allgemeinen Erleichterung über ein klares und von Trump rasch akzeptiertes Ergebnis kommen nun Hoffnungen auf einen neuen diplomatischen Vorstoss im Iran-Krieg hinzu. Das macht sich in deutlich sinkenden Ölpreisen bemerkbar. Ob diese Vorschusslorbeeren dann auch gerechtfertigt sind, muss sich allerdings noch zeigen. Aktuell sehe es aber so aus, als ob die Finanzmärkte mit mehr Risikobereitschaft die Tür zu einer Jahresend-Rallye aufgestossen hätten, meinte ein Händler.
Der Fokus dürfte sich nun weg von den Midterms und wieder hin zur laufenden Berichtssaison sowie zu Konjunkturdaten verschieben. Während hierzulande der Blick auf Swiss Re und Swisscom liegt, dürften international eher Konjunkturdaten für Bewegung sorgen. So werden neben der Zinsentscheidung der Bank of England insbesondere die US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe beachtet. Denn am morgigen Freitag steht mit dem US-Jobbericht der konjunkturelle Höhepunkt der Woche an.
SMI bleibt über 15'000 Punkten
Nachdem der SMI gleich zum Start seinen frischen Rekord vom Vortag übersprungen hatte, bleibt er nun gegen 10.50 Uhr mit plus 0,20 Prozent auf 15'052,28 Punkten klar über der Marke von 15'000. Das Tageshoch lag sogar bei 15'092 Zählern. Die Gewinner sind im Leitindex weiter deutlich in der Überzahl. Der Mid-Cap-Index SMIM legt um 0,70 Prozent auf 3292,50 Punkte zu und der breite SPI 0,28 Prozent auf 21'217,15 Punkte.
Mit Holcim (+2,5%), Sika (+1,7%), Geberit (+1,0%) und Amrize (+1,2%) ist die Baubranche überdurchschnittlich stark an der Indexspitze vertreten. Auch Richemont (+1,7%) legen zu. Hoffnungen auf mögliche Zoll-Lockerungen durch den grösseren Einfluss der Demokraten und eine generelle Entspannung in der Handelspolitik werden von Börsianern angeführt.
Nach Zahlen sind Swiss Re (+0,6%) im Mittelfeld zu finden. Der Rückversicherer hatte überraschend einen höheren Gewinn vorgelegt und sieht sich zudem auf Kurs mit den Jahreszielen. Der Preisdruck in der Schaden-Rückversicherung sei aber nicht mehr zu verleugnen, so Analysten.
Von ihren Tiefständen etwas erholt haben sich ABB (-0,2%). Die chinesischen Behörden haben den geplanten Verkauf der Robotiksparte an den japanischen Technologiekonzern Softbank blockiert. Damit ist die milliardenschwere Transaktion gefährdet.
Gebremst wird der SMI auch etwas von den beiden Pharma-Schwergewichten Novartis (-0,3%) und Roche (-0,2%). Diese konsolidieren ihre teils fulminanten Kursgewinne der vergangenen Wochen. Auch Nestlé (-0,5%) verhindern grössere Gewinne des Leitindex. Am Indexende stehen Alcon (-0,9%) und die am Vortag fulminanten Logitech (-0,7%).
Swisscom solide
Von insgesamt "soliden" Zahlen sprechen Analysten bei der Swisscom (+1,6%). Der Gewinn blieb etwas hinter den Erwartungen zurück, dafür hob der Telekomriese den Ausblick teils an und stellte eine Dividendenerhöhung in Aussicht.
Unter Druck kommen derweil die Titel von Kühne+Nagel (-1,0%) nach Zahlen von Möller-Maersk und DHL. Zudem hatte der Logistiker zuletzt von den hohen Frachtraten durch den Iran-Krieg profitiert, was nun durch die Hoffnung auf Diplomatie gebremst werden könnte.
Einen satten Kurssprung zeigen Tecan (+11,8%). Der Laborausrüster erhöht nach einem starken dritten Quartal die Jahresprognose. Deutlich aufwärts geht es auch für CFT (+6,8%) dank einer deutlichen Umsatzsteigerung im dritten Jahresviertel.
Dank positiver Analystenkommentare klettern Clariant (+4,0%) und auch DSM-Firmenich (+3,9%) nach oben. Arbonia (-1,5%) wurden indes von Kepler Cheuvreux auf "Hold" von "Buy" abgestuft.
Zum gleichen Thema
| MARKT UND BÖRSE | 05.11.2026 22:34:29 | Aktien New York Schluss: Tech-Flucht - Angst vor KI-Regulierung |