Aktien Schweiz Vorbörse: Schwache Vorgaben dürften belasten
Zürich (awp) - Am Schweizer Aktienmarkt dürfte es zum Wochenschuss erst einmal abwärts gehen. Dafür sprechen die tiefroten Vorgaben der Wall Street und aus Asien. In den USA verzeichnete der Technologie-Auswahlindex Nasdaq 100 am Vortag den stärksten Tagesverlust seit dem Corona-Crash im März 2020. Für den Halbleiterindex SOX ging es sogar um mehr als 12 Prozent abwärts. Technologielastige Börsen in Asien wie Südkorea und Japan sacken zum Wochenschluss ebenfalls deutlich ab.
An der Wall Street sei genau das eingetreten, was Anleger seit Monaten befürchten: Das Klumpenrisiko aus wenigen Tech-Schwergewichten räche sich und reisse die grossen Indizes mit in die Tiefe, kommentiert ein Marktexperte. "Investoren strömten alle gleichzeitig zum Ausgang, da sich jeder fragt, wann der KI-Hype wohl ein Ende finden wird", ergänzt eine weitere Händlerin. Zudem steht am Nachmittag in den USA mit dem monatlichen Arbeitsmarktreport noch ein wichtiger Treiber an. Es sei mit volatilen Entwicklungen am Aktienmarkt zu rechen, prognostiziert ein Stratege.
SMI tiefer erwartet
Die Bank Julius Bär erwartet den SMI gegen 8.15 Uhr auf Basis ihrer vorbörslichen Berechnungen um 0,75 Prozent tiefer bei 14'855 Punkten. Es sei durchaus möglich, dass sich der defensive Charakter des hiesigen Marktes einmal mehr als Segen erweise, ist im Handel zu hören. Tatsächlich hat sich der Schweizer Markt gerade bei den tech-getriebenen Abwärtsschüben zuletzt deutlich besser als seine grossen internationalen Pendants gehalten. Den Mid-Cap-Index SMIM taxiert Bär aktuell um 0,88 Prozent tiefer.
Alle 20 SMI-Einzelwerte geben nach. Dabei reicht die Spanne von -0,7 Prozent bei Holcim bis -1,1 Prozent bei Swiss Life. Die schwachen Vorgaben für den Techsektor machen sich ebenfalls bemerkbar. Während sich etwa Logitech (-0,8%) und ABB (-0,7%) in etwa mit dem Markt halten, geht es für VAT, AMS Osram und Comet mit Verlusten von bis zu 2,2 Prozent erneut deutlicher abwärts.
Zudem bewegen noch zahlreiche Analystenkommentare bereits im vorbörslichen Geschäft. Kühne+Nagel (-3,0%) etwa wurden von Goldman Sachs heruntergestuft und auch bei Sonova (-1,1%) hat RBC das Rating gesenkt.
Nachrichten lieferten allerdings vor allem Werte aus den hinteren Reihen. Besonders stechen da Medacta (-5,7%) mit einer Gewinnwarnung für das laufende Jahr hervor. Bei Aryzta (-3,9%) geht unterdessen Finanzchef Martin Huber. Er wird eine andere Führungsaufgabe ausserhalb des Unternehmens übernehmen.
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