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Markt und Börse   06.11.2026 11:30:25

Aktien Schweiz: SMI kommt trotz Verlusten glimpflich davon

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist zum Wochenschluss zwar tiefrot. Im Vergleich zum Ausverkauf an der Wall Street am Vortag oder in Asien kommt der hiesige Markt ebenso wie die meisten europäischen Börsenplätze aber glimpflich davon. In den USA etwa hat der Technologie-Auswahlindex Nasdaq 100 am Vortag den stärksten Kurseinbruch seit dem Corona-Crash im März 2020 erlebt. "Investoren strömten alle gleichzeitig zum Ausgang", fasst eine Händlerin zusammen.

Nach der blauen Welle zur Wochenmitte in Reaktion auf den Erdrutsch-Sieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen sei dies nun die rote Welle, kommentiert ein Händler. Entsprechend bleibe die Nervosität hoch. Der nächste wichtige Stimmungstest folgt an diesem Nachmittag, wenn in den USA der monatliche US-Arbeitsmarktbericht vorgelegt wird. Die am Vortag veröffentlichten Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe deuten weiterhin auf wenige Entlassungen hin. "Für die Fed werden nun neben dem Beschäftigungsaufbau auch die Arbeitslosenquote und die Lohnentwicklung wichtige Hinweise für den weiteren Zinskurs liefern", fasst eine Händlerin zusammen. "Überraschungen könnten die Zinserwartungen neu justieren und nach dem gestrigen Ausverkauf für zusätzliche Volatilität sorgen."

SMI mit deutlichen Verlusten

Der SMI sackt gegen 11.00 Uhr um 1,74 Prozent ab auf 14'706,97 Punkte. Der Mid-Cap-Index SMIM fällt um 1,39 Prozent auf 3224,23 Punkte zu und der breite SPI um 1,59 Prozent auf 22'750,80 Punkte.

Wie hoch die Nervosität aktuell ist, zeigt auch der Volatilitätsindex VSMI. Mit +12,7 Prozent auf 18,54 Punkte steht er so hoch wie zuletzt im Mai. Auch von anderen Assetklassen wie dem Bitcoin kommen aktuell wenig Entspannungssignale. So hat die bekannteste Kryptowährung die psychologisch wichtige Marke von 80'000 US-Dollar unterschritten.

Bereinigung oder Abwärtsphase?

Wie ein Händler sagt, stellt sich für Anleger nun die entscheidende Frage: "War der gestrige Einbruch eine Bereinigung nach den US-Zwischenwahlen, oder kündigt er eine Fortsetzung der Abwärtsphase an?"

Im Blue-Chip-Index reicht die Abgaben-Spanne von +0,7 Prozent bei der UBS bis -3,6 Prozent bei der Swiss Re. Die Aktien der Grossbank notieren dabei auch wieder oberhalb der 40-Franken-Marke. Ein massgeblicher Treiber für das Plus ist einer Kurszielerhöhung auf 50 Franken durch die RBC.

Neben der UBS entwickeln sich noch Amrize und ABB (jeweils -0,2%) besser als der Markt.

Angesichts der wirklich grottigen US-Vorgaben halten sich die Technologie-Aktien und KI-nahen Werte aber überraschend gut. Allerdings hatten die meisten bereits am Donnerstag Federn gelassen. So stehen Logitech (-0,3%) besser dar als der Markt. VAT, Huber+Suhner, AMS Osram, Comet, Inficon und Belimo gewinnen allesamt sogar um bis zu 2,4 Prozent hin. Grund für den zuvor beobachteten globalen Abverkauf waren die geänderten politischen Verhältnisse in den USA. Sie schürten die Sorgen, dass die erwarteten Milliarden-Investitionen ins Stocken geraten könnten.

Während die Swiss Re-Titel die mit Abstand grössten Abgaben einfahren, sind vor allem zahlreiche eher defensive Gesundheitswerte auf den Verkaufslisten zu finden. Galderma, Alcon, Novartis und Roche geben um bis zu 2,7 Prozent nach.

Bei einigen SMIM-Mitgliedern wie Kühne+Nagel (-3,1%) oder Sonova (-2,6%) belasten Herabstufungen durch Analysten zusätzlich. Noch deutlicher geht es im MidCap-Index nur für Barry Callebaut (-4,6%) abwärts.

Nachrichten lieferten vor allem Werte aus den hinteren Reihen. Besonders stechen da Medacta (-9,6%) mit einer Gewinnwarnung für das laufende Jahr hervor. Bei Aryzta (-1,2%) geht unterdessen Finanzchef Martin Huber. Er wird eine andere Führungsaufgabe ausserhalb des Unternehmens übernehmen.


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