SEF 2026: Jungfraubahnen-CEO sieht Gruppe in Krisenzeit gut aufgestellt
Interlaken (awp) - Der Konflikt im Nahen Osten stellt auch die Tourismusbranche vor Herausforderungen, und mit ihr Schweizer Ausflugsziele wie das Jungfraujoch. Die Jungfraubahn-Gruppe sieht sich weltweit jedoch breit genug aufgestellt, um sinkende Gästezahlen aus dem asiatischen Raum auffangen zu können, wie CEO Oliver Hammel am Freitag am Rande des Swiss Economic Forum (SEF) im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP erklärte.
Mit Ausbruch des Iran-Kriegs Ende Februar mussten die für die Touristenströme zwischen Asien und Europa wichtigen Flugverkehrs-Hubs in Doha, Abu Dhabi und Dubai aus Sicherheitsgründen vorübergehend schliessen. Zwar seien die Verkehrsknoten wieder geöffnet, sagte Hammel. Die anhaltend unsichere Lage sorge aber vor allem bei Touristen aus Indien, Thailand oder Singapur, die diese Hubs gerne nutzten, nach wie vor für Zurückhaltung.
Vor allem das Indien-Geschäft wurde laut Hammel von den Folgen des Nahost-Konflikts getroffen. "In Indien werden die Reisen für die Monate April, Mai und Juni ziemlich kurzfristig im Februar und März gebucht. Aufgrund des Konflikts haben Tour-Operatoren aus Indien nun weniger Reisen gebucht, solche verschoben oder gar storniert." Verschobene Reisen könnten im nächsten Jahr nachgeholt werden, hofft er.
Solide Buchungslage bei Gruppenreisen
Aufgrund dieser Entwicklung sah sich die Jungfraubahn-Gruppe Anfang Mai dazu gezwungen, Angaben zur Geschäftsentwicklung zu kommunizieren. In den ersten vier Monaten des Jahres verzeichnete das Unternehmen über all ihre Segmente gesehen einen Rückgang der Reisefrequenzen von knapp 6 Prozent. Nebst dem Flaggschiff Jungfraujoch zählen auch noch Ausflugsziele wie Grindelwald-First oder der Harder Kulm bei Interlaken zum Angebot.
"Die Buchungslage im Gruppengeschäft ist derzeit solide", sagte Hammel, ohne weitere konkrete Zahlen zu nennen. Ob im laufenden Jahr erneut mehr als eine Million Touristen auf das Jungfraujoch reisen werden, sei zu diesem Zeitpunkt noch kaum abschätzbar.
Eine erste Zwischenbilanz werde Ende August anlässlich der Publikation zum ersten Halbjahr gezogen. Rund 45 Prozent des Geschäfts auf dem weltweit bekannten Ausflugsziel erzielen die Jungfraubahnen mit Gruppenreisenden - mit China, Indien, Südkorea und den USA als Top-Nationen.
Solider US-Markt
Die USA sind in dieser unruhigen Zeit ein stabiler Anker für Schweizer Tourismusanbieter und die Jungfraubahn-Gruppe. Das Geschäft mit Touristinnen und Touristen aus den USA leide kaum unter den steigenden Flugpreisen, Wirtschaftssorgen oder dem schwachen US-Dollar, sagte Hammel. Dem wirkten die Inflation und höhere Löhne entgegen. "Zudem wachsen wir in Märkten wie Mexiko oder Brasilien stark, wenn auch von einem tieferen Niveau aus."
Halt gibt dem Tourismus auch das wichtige Geschäft mit Gästen aus Europa und dem Heimmarkt Schweiz. Die teurer gewordenen Fernreisen könnten europäische und heimische Gäste dazu bewegen, ihre Ferien in der Schweiz zu verbringen. Jedoch sei es zu früh, um dazu für den Sommer Prognosen zu machen. "Wir werden sicher auch im Heimmarkt Aktionen lancieren. Was genau, das kann ich noch nicht verraten", so der Jungfraubahnen-Chef.
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Betroffene Instrumente
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52 Wochenhoch | 52 Wochentief | Volumen |
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| Jungfraubahn Hldg N | 258.50 |
+2.00
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320.00 | 248.00 | 7'012.00 |