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Unternehmensergebnis   15.01.2026 10:03:09

Richemont-Aktie trotz starker Umsatzentwicklung ins Minus gedreht

Zürich (awp) - Die Aktien von Richemont sind am Donnerstag zwar klar fester in den Handel gestartet, sind dann aber noch innerhalb der ersten Handelsstunde ins Minus gerutscht. Der Schmuck- und Uhrenkonzern hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 trotz hoher Vorjahresbasis den Umsatz kräftig gesteigert und die Vorgaben der Analysten übertroffen. Einmal mehr lief das Geschäft in den Schmuckhäusern auf Hochtouren.

Gegen 09.50 verlieren Richemont-Papiere nach anfänglich deutlichen Zugewinnen und einem Eröffnungskurs von 180 Franken 3,0 Prozent auf 169,60 Franken. Seit August sind die Titel an der Börse sehr gut gelaufen (+30%). Entsprechend dürften erste Anleger Gewinne mitnehmen.

Ähnlich ergeht es den Inhabertiteln des Uhrenkonzerns Swatch, die zunächst zwar vom guten Abschneiden des Branchennachbars profitierten, mittlerweile aber auch um 0,8 Prozent nachgeben. Der SMI gewinnt zeitgleich 0,17 Prozent hinzu.

"Fröhliche Weihnachten" titelt Patrik Schwendimann von der Zürcher Kantonalbank (ZKB) in seinem Kurzkommentar. Richemont habe im Weihnachtsquartal, dem wichtigsten des Jahres, in sämtlichen Regionen und sogar im Uhrenbereich die Erwartungen der Experten übertroffen. Dabei seien auf Gruppenebene auch die höchsten Analystenschätzungen geschlagen worden.

Allerdings warnte Richemont auch davor, dass negative Währungseffekte und gestiegene Rohmaterialkosten auf die Margen drücken. Angesichts dieses Gegenwinds benötige die Gruppe eine gute Umsatzentwicklung, um die Margenerwartungen am Markt erreichen zu können, so Schwendimann.

Richemont habe ein starkes Umsatzwachstum verbucht, wobei die Schmuckhäuser mit einem währungsbereinigten Wachstum von 14 Prozent einmal mehr die Erwartungen übertrafen, heisst es bei RBC. Aber auch die Uhrenmarken hätten mit einem Umsatzplus von 7 Prozent deutlich besser als erwartet abgeschnitten. Insgesamt habe Richemont die Latte für die gesamte Branche sehr hoch gelegt.

Jean-Philippe Bertschy von der Bank Vontobel schreibt in seiner Einschätzung von einem "spektakulären" Wachstum, mit dem es Richemont gelang, die sehr hohe Vorjahresbasis zu übertreffen. Der Konzern setze den Wachstumskurs unbeirrt fort und bekräftige damit seine Führungsposition in der Luxusgüterbranche. Dabei zeichne sich auch ab, dass im Grossraum China die Talsohle durchschritten worden sei.

Besonders stark habe sich das Geschäft von Richemont im Nahen Osten, in Japan und in Amerika entwickelt, so Schwendimann weiter. Derweil macht Jean-Philippe Bertschy Anzeichen aus, dass im Grossraum China die Talsohle durchschritten werden konnte.

Richemont habe trotz hoher Erwartungen im Vorfeld das Weihnachtsquartal "makellos" abgeschlossen, was an der Börse dem gesamten Luxussektor Auftrieb geben dürfte, heisst es in einem Kommentar der UBS. Denn damit seien jüngst aufgekommene Bedenken am Markt über einen möglicherweise schwächeren Jahresausklang ausgeräumt worden.


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