Marktgespräch 02. April: Richemont, Bossard
Zürich (awp) - Am Schweizer Markt wird heute u.a. über folgende Themen gesprochen (Kursveränderungen 09.45 Uhr):
RICHEMONT (-0,9% auf 141,80 Fr.): Viele Fragezeichen vor den Zahlen
Vier Tage, fünf Kurszielsenkungen. Das geht an keiner Aktie spurlos vorbei - auch nicht an Richemont. Auch wenn die Experten immer wieder betonen, dass der Konzern vor allem wegen seiner starken Schmucksparte eine gewisse Sonderstellung in der Branche habe. Zuletzt klangen die Stimmen dann aber zunehmend vorsichtiger. Denn der Luxusgütersektor ist mit insgesamt steigenden Risiken konfrontiert, insbesondere durch zunehmende makroökonomische Unsicherheiten, geopolitische Spannungen im Nahen Osten sowie höhere Kosten infolge von Inflation und teureren Vorprodukten. Diese Faktoren könnten die Nachfrage, den Tourismus und die Konsumentenstimmung belasten und zu Margendruck führen, so der Tenor der jüngsten Kommentare. Richemont ist davon auch betroffen, zumal das Unternehmen im Nahen Osten stärker engagiert ist als viele Wettbewerber, weshalb die Experten nun ihre Prognosen senken. Nun müssen Investoren noch bis Mai warten, erst dann wird Richemont Zahlen publizieren. Dabei dürfte der Blick nach vorne wichtiger sein denn je.
,,,BOSSARD (-1,2% auf 144,40 Fr.): Steht eine Enttäuschung zum Q1 bevor?
Die Aktien von Bossard sind seit mittlerweile Ende 2024 nicht gerade Anlegers Liebling. Erst Anfang März hatte das Industrieunternehmen Jahreszahlen nur im Rahmen der Erwartungen vorgelegt - im aktuellen Umfeld löste das keine Begeisterungsstürme aus. Und jetzt stehen bereits die Umsatzzahlen für das erste Quartal vor der Tür. Vor knapp 4 Wochen, als der Iran-Krieg noch ganz frisch war, sah das Management noch keine direkten Auswirkungen, blieb aber mit Prognosen bereits vorsichtig. Und dieser Einschätzung schliessen sich nun einige Analysten an. Durch die Ereignisse im Nahen Osten dürfte es bei den Unsicherheiten für das operative Geschäft von Bossard keine Verbesserungen gegeben haben, schreibt beispielsweise die ZKB. Es dürfte zu höheren Frachtkosten und längeren Lieferzeiten gekommen sein. Und Baader Helvea hat gleich mal die Jahresschätzungen aufgrund der hohen Unsicherheiten gesenkt und liegt aktuell unter dem Konsens. Neue Projekte dürften sich verzögern, die ganze Industrieaktivität werde gedämpft. Sollte das Management zudem noch vorsichtige Aussagen für die weitere Entwicklung wählen, sei eine negative Marktreaktion auf die Zahlen zu befürchten. Etwas Hoffnung schürt derweil die UBS. Denn das organische Umsatzwachstum von Bossard sei stark an die Entwicklung der Euro-Einkaufsmanagerindizes gekoppelt. Und diese hätten zuletzt immerhin noch knapp über der Expansionsschwelle gelegen. Ob das aber mit einem anhaltenden Iran-Krieg so bleibt, müssen Anleger wohl selbst einschätzen.
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Betroffene Instrumente
| Name | Kurs | Differenz Differenz % |
52 Wochenhoch | 52 Wochentief | Volumen |
|---|---|---|---|---|---|
| CieFinRichemont N | 142.90 |
-0.20
-0.14%
|
180.00 | 127.20 | 688'271.00 |
| Bossard Hldg N | 144.60 |
-1.60
-1.09%
|
173.00 | 133.40 | 6'097.00 |