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Dividende   22.05.2026 17:41:59

Bei Richemont bleibt Schmuck der Wachstumstreiber

Zürich (awp) - Richemont ist im vergangenen Geschäftsjahr trotz des unsicheren Marktumfelds weiter gewachsen, getragen vom Schmuckgeschäft. Allerdings lasten der hohe Goldpreis und Wechselkurseffekte auf den Margen.

Der Genfer Luxusgüterkonzern steigerte den Umsatz im per Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr 2025/26 um 5 Prozent auf 22,4 Milliarden Euro. Organisch betrug das Wachstum 11 Prozent, wie die Gruppe am Freitag mitteilte.

Der Betriebsgewinn von Richemont erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 1 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro. Und die entsprechende Marge sank auf 20,0 Prozent nach 20,9 Prozent im Jahr davor.

___ Dividende und Sonderausschüttung

Dank eines Sondereffekts verblieb unter dem Strich aber ein deutlich höherer Reingewinn von 3,5 Milliarden Euro (+27%). Im Vorjahr hatte das nicht fortgeführte Geschäft mit einem Verlust von rund 1 Milliarde Euro belastet; Ende April wurde die Online-Sparte YNAP an Mytheresa verkauft.

Die Aktionäre können sich freuen: Neben einer um 30 Rappen höheren ordentlichen Dividende von 3,30 Franken je Publikumsaktie (A-Aktie) erhalten sie zusätzlich noch eine Sonderdividende von 1,00 Franken.

___ Schmuck boomt weiter

Das Schmuckgeschäft von Richemont mit der Vorzeigemarke Cartier zeigte sich weiterhin stark. Die Schmuckhäuser erzielten insgesamt einen Umsatz von 16,5 Milliarden Euro, ein Plus von 14 Prozent zu konstanten Währungen.

Hineinspielten beim Schmuck auch moderate Preiserhöhungen angesichts höherer Kosten und ungünstiger Währungsentwicklungen, wie es hiess. Vor allem die gestiegenen Goldpreise machen den Herstellern zu schaffen. Die operative Marge ging auf 30,5 Prozent von 31,9 Prozent zurück.

Im Uhrengeschäft - mit Marken wie IWC oder Piaget - legte der Konzern organisch nur leicht zu auf 3,15 Milliarden (+1%) zu. Ein starkes Wachstum in der Region Americas stand einem Rückgang in Asien-Pazifik gegenüber. Die Betriebsmarge lag nur noch bei 3,4 Prozent nach 5,3 Prozent. Auch im Uhrengeschäft schlugen Währungseffekte und die Goldpreise voll durch.

An der Marke Jaeger-LeCoultre will das Richemont-Management festhalten: Die Gerüchte über einen möglichen Verkauf oder ein Management-Buy-out seien "Unsinn", sagte Verwaltungsratspräsident Johann Rupert vor Analysten.

___ Nahost-Touristen bleiben aus

Alle Regionen haben indes zum Wachstum beigetragen. Angeführt wurden sie von Americas mit einem Umsatzplus von 17 Prozent, gefolgt von Naher Osten & Afrika (+13%). In Europa und Japan (je +9%) wuchs Richemont im hohen einstelligen Bereich nach hohen Vergleichswerten und dank guter Verkäufe an Touristen. In Asien-Pazifik (+8%) waren die Verkäufe auch in China, Hongkong und Macau leicht angestiegen, wie es hiess.

Mit Blick auf den Iran-Krieg gab es beruhigende Worte vom Management: Der Fokus liege auf der Sicherheit und Gesundheit der betroffenen Mitarbeitenden und Kunden in der Region, sagte Rupert zu Journalisten. Und der Nahost-Konflikt werde weder die Bilanz noch die Erfolgsrechnung entscheidend beeinflussen.  

Der Umsatz in der Region Naher Osten und Afrika ging im vierten Quartal 2025/26 um 3 Prozent zurück. Richemont begründete dies mit einer schwächeren lokalen Nachfrage und geringeren Touristenströmen nach Ausbruch des Konflikts Ende Februar. Während Touristen wegfielen, würden ansässige Kunden aber nach wie vor einkaufen, sagte CEO Nicolas Bos. Die Region Naher Osten und Afrika macht 9 Prozent des Gesamtumsatzes von Richemont aus.  

___ Vager Ausblick verschreckt Investoren

Sehr vage blieb am Freitag bis zum Schluss der Ausblick für den Gesamtkonzern. Dabei war der Fokus der Marktteilnehmer zuvor explizit auf zukunftsgerichtete Aussagen gerichtet.

Klar ist: Das Umfeld bleibt für die Luxusgüterbranche weiterhin unsicher, nicht nur mit Blick auf den Nahen Osten. ZKB-Analyst Gian Marco Werro sieht für Richemont kurzfristig Risiken durch eine eingetrübte Konsumentenstimmung, insbesondere in Europa, den USA und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Eine Belastung seien höhere Benzinpreise, der anhaltende Inflationsdruck, steigende Flugticketpreise sowie die insgesamt unsichere Lage in der Reiseindustrie.

An der Börse verloren Richemont am Freitag 0,6 Prozent auf 155,75 Franken, nachdem die Titel zu Handelsbeginn noch auf 165,45 Franken gestiegen sind (+5,6%).


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