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Unternehmensergebnis   29.10.2026 21:47:11

Avolta wächst wieder schneller - Probleme in New York und Shanghai bleiben

Basel (awp) - Avolta ist wieder schneller gewachsen und hat die Erwartungen der Analysten übertroffen. Der Iran-Krieg belastet das Geschäft weniger stark. Mit Anlaufschwierigkeiten an den Flughäfen Shanghai-Pudong und New York JFK kämpft der Reisedetailhändler aber weiterhin.

Der Kern-Umsatz stieg im dritten Quartal um 5,4 Prozent auf 4,0 Milliarden Franken, wie Avolta am Donnerstag mitteilte. Organisch beschleunigte sich das Wachstum auf 4,6 von 2,9 Prozent im zweiten Quartal.

Dabei zeigte sich der nachlassende Einfluss des Iran-Kriegs: Im zweiten Quartal hatte dieser das organische Wachstum noch um 1,7 Prozentpunkte gebremst, im dritten nur noch um 0,6 Prozentpunkte. Nach neun Monaten lag das organische Wachstum bei 4,1 Prozent. Ohne den Konflikt wären es laut Avolta 5,2 Prozent gewesen.

Auch der Margendruck liess nach. Die Core-EBITDA-Marge lag mit 11,6 Prozent noch 40 Basispunkte unter dem Vorjahr, nach einem Rückstand von 60 Basispunkten im zweiten Quartal.

___ Flugverkehr im Nahen Osten erholt sich

"Die Auswirkungen des Iran-Kriegs haben im dritten Quartal deutlich nachgelassen", sagte Finanzchef Yves Gerster im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. Gründe seien die Erholung des Flugverkehrs in der Region und die im Sommer saisonal geringere Reisetätigkeit im Nahen Osten.

Wie sich die Lage weiterentwickle, sei angesichts geopolitischer Risiken und der Ölpreise offen. Avolta habe aber Massnahmen zur Sicherung von Profitabilität und Cashflow ergriffen, die bereits Wirkung zeigten.

___ Weiter keine Tabaklizenz in Shanghai

Am Flughafen Shanghai-Pudong wartet Avolta weiterhin auf eine Lizenz für den Verkauf von Tabakwaren. "Für eine solche Lizenz gibt es in China schlicht noch kein Verfahren", so Gerster. Denn Avolta sei das erste internationale Unternehmen, das in China eine Duty-Free-Lizenz erhalten habe. Wann die Bewilligung vorliege, sei noch nicht absehbar.

Auch am Flughafen New York JFK verzögert sich die vollständige Inbetriebnahme neuer Geschäfte: Statt bis Ende 2027 dürfte diese nun erst 2028 erfolgen.

Das Nordamerika-Geschäft entwickelte sich allerdings trotz rückläufiger Passagierzahlen zuletzt robust. Im dritten Quartal beschleunigte sich das organische Umsatzwachstum auf 2,3 von 1,7 Prozent im zweiten Quartal. Entsprechend haben sich die Ausgaben pro Passagier erhöht. Gerster führte dies auf frühzeitig eingeleitete Massnahmen zurück.

___ Ziele bis 2027 bestätigt

Für Oktober meldete Avolta ein vorläufiges organisches Wachstum von rund 4 Prozent. An den mittelfristigen Zielen von 5 bis 7 Prozent durchschnittlichem jährlichem organischem Wachstum und einer jährlichen Margenverbesserung von 20 bis 40 Basispunkten hält der Konzern fest.

Bei den Analysten stiessen die Zahlen auf ein positives Echo. Sie hoben vor allem das deutlich über den Erwartungen liegende organische Wachstum hervor. Für den weiteren Jahresverlauf bleiben sie allerdings vorsichtig. Mehrere Experten rechnen damit, dass Avolta 2026 hinter den angestrebten jährlichen Wachstums- und Margenverbesserungen zurückbleibt.

An der Börse kamen die Zahlen gut an. Die Avolta-Aktien schlossen am Donnerstag mit einem Plus von 5,1 Prozent.


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