Partners Group vermeldet erhöhte Abflüsse bei mehreren Fonds
Baar (awp) - Die Aktien des Privatmarktspezialisten Partners Group haben am Donnerstag nach dem Kurssturz vom Vortag eine leichte Erholung gezeigt. Das Zuger Finanzunternehmen bestätigte erhöhte Rücknahmeforderungen für weitere seiner Fonds, es erwartet aber auch weiterhin insgesamt gute Neugeldzuflüsse im laufenden Geschäftsjahr.
Die Partners Group-Aktien notierten am Donnerstagmittag um 2,8 Prozent im Plus bei 706,20 Franken. Am Vortag waren die Titel noch um gut 16 Prozent abgesackt, nachdem bekannt wurde, dass das Finanzunternehmen die Rücknahmen für einen ihrer Private-Equity-Fonds eingeschränkt hat. Für das bisherige Gesamtjahr beträgt das Minus für die Partners Group-Titel damit noch immer fast 30 Prozent.
Einschränkung auch für Delaware-Fonds
In einem Geschäfts-Update vermeldete Partners Group am Donnerstag, dass die Rücknahmeforderungen auch für einen weiteren sogenannten "Evergreen"-Fonds - das sind offene Fonds ohne Laufzeitbeschränkung - begrenzt werden dürften. Für den in Delaware angesiedelten Private Equity-Fonds lägen Rücknahmeforderungen über rund 6 Prozent des Nettoanlagevermögens (NAV) vor. Die Rücknahmen für solche Anlageinstrumente sind auf 5 Prozent des NAV pro Quartal beschränkt.
Bei drei weiteren Evergreen-Fonds mit einem Fondsvermögen von insgesamt knapp 10 Milliarden Dollar lägen derweil Rücknahmeforderungen zwischen 3,5 und 5 Prozent vor, schrieb Partners Group.
Am Mittwoch hatte das Finanzunternehmen die Rücknahme-Begrenzung beim Luxemburger "Global Value SICAV" bestätigt, hier lagen die Rücknahmebegehren bei 9,8 Prozent des NAV und damit sehr klar über der 5-Prozent-Schwelle. Auch der "Global Value"-Fonds investiert in Private Equity-Anlagen, also in Firmenanteile von nicht-börsenkotierten Unternehmen.
Bremsung im zweiten Halbjahr
Trotz des erhöhten Rücknahmedrucks bekräftigte das Management von Partners Group am Donnerstag in einer Medienmitteilung, dass es für 2026 unverändert mit einem Bruttoneugeldzufluss von 26 bis 32 Milliarden US-Dollar rechne. Auch bei den Evergreen-Fonds würden die Zuflüsse die Abflüsse im ersten Halbjahr übersteigen.
Dennoch dürfte die branchenweite Unsicherheit ihre Spuren in den Partners Group-Geschäftszahlen hinterlassen: Für die zweite Jahreshälfte rechnet der Finanzkonzern damit, dass das Nettowachstum der verwalteten Vermögen durch die Entwicklungen bei den Evergreen-Fonds um 1 bis 2 Prozent gebremst werden wird. Auch für das Gesamtjahr 2027 werde ein ähnlicher Effekt erwartet.
Partners Group verwies in der Mitteilung auf die branchenweit erhöhte Volatilität bei den Mittelzuflüssen in offene Evergreen-Fonds: Der Trend habe mit Private Credit-Vehikeln begonnen und sei nun auch auf Private Equity übergeschwappt. In den vergangenen Monaten hatten diverse Anbieter für nicht-kotierte Unternehmenskredite wie Blue Owl, Apollo oder KKR ihrerseits Einschränkungen bei Fondsrücknahmen bekannt gegeben.
Weiterhin Kaufempfehlungen
Die hohen Rücknahmeanträge auch bei weiteren Fonds von Partners Group dürften dem Aktienmarkt weiterhin Grund zur Sorge geben, hiess es in Analystenkommentaren. Mit einem "Rückstau" bei den Fondsrückzügen drohten die Evergreen-Fonds für Partners Group gar vom Wachstumsmotor zum "Hemmschuh" zu werden, schrieben etwa die Experten des US-Brokers "Jefferies".
Dennoch bewerteten die meisten Analysten den heftigen Kursrutsch der Aktien vom Mittwoch als "übertrieben". Entsprechend halten sie trotz recht deutlich gestutzter Kursziele an den Kaufempfehlungen fest.
Auch Partners Group selbst scheint den Kurssturz als Kaufgelegenheit zu erachten: Das Unternehmen teilte mit, ein zusätzliches Handelsfenster für Mitarbeiteraktien zu öffnen. Dies solle ihnen die Möglichkeit eröffnen, ihre Aktienbestände aufzustocken.
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