Coltene will nach Gewinneinbruch die Mittelfristziele erst 2028 erreichen
Altstätten (awp) - Coltene hat im vergangenen Jahr weniger umgesetzt und einen Gewinneinbruch erlitten. Dem Hersteller von Artikeln für den Zahnmedizinbedarf setzte nebst den Zollwirren in den USA vor allem der starke Franken zu. Aufgrund des langsamer als angenommen wachsenden Markts dürften die Mittelfristziele erst ein Jahr später, im Jahr 2028, erreicht werden.
Der operative Gewinn von Coltene schrumpfte im Gesamtjahr 2025 um 21,7 Prozent auf 21,0 Millionen Franken, wie die Gruppe am Freitag mitteilte. Und unter dem Strich verblieb noch ein Gewinn von 14,9 Millionen Franken in der Rechnung. Das war gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang von 27,0 Prozent.
Bereits Mitte Januar hatte Coltene vorläufige Angaben zur Umsatzentwicklung und zu der erwarteten EBIT-Marge veröffentlicht. Durch den starken Franken belastet fiel der Umsatz - wie damals angegeben - um 4,0 Prozent auf 240,2 Millionen Franken. Die EBIT-Marge sank wie erwartet um 1,9 Prozentpunkte auf 8,8 Prozent.
Der Generalversammlung vom 21. April schlägt der Verwaltungsrat nun die Zahlung einer tieferen Dividende von 2,00 Franken je Aktie aus den Kapitaleinlagereserven vor. Im vergangenen Jahr hatte Coltene noch 2,50 Franken je Titel an die Aktionärinnen und Aktionäre ausgeschüttet.
US-Zölle und starker Franken belasten
Zu schaffen machten Coltene im letzten Jahr wirtschaftliche und geopolitische Entwicklungen, wobei in der ersten Hälfte vor allem die Zollerhöhungen für den US-amerikanischen Markt das Umfeld belastet hätten, hiess es. Ebenso wirkte sich der erstarkte Franken negativ auf den Umsatz aus. In Lokalwährungen gerechnet wäre der Umsatz lediglich um 0,2 Prozent gesunken.
Gleichzeitig habe die Optimierung des Dealer-Managements im ersten Halbjahr zu Verzögerungen bei den Kundenbestellungen geführt, so die Mitteilung. Dies werde sich langfristig jedoch positiv auswirken. Bereits im zweiten Halbjahr hatte Coltene mit einem Wachstum von 4,7 Prozent in Lokalwährungen an Schwung gewonnen.
Die neu aufgestellte Einkaufsorganisation habe weitere Erfolge in der Rohmaterialbeschaffung gebracht, während Gegenmassnahmen zu den verhängten US-Zöllen mit Verzögerung zu wirken begannen, hiess es. Derweil seien die operativen Kosten reduziert worden, obwohl für wichtige Produkteinführungen und Marketingkampagnen mehr Geld ausgegeben worden sei.
Wachstum im 2026 erwartet
Den Schwung aus der zweiten Jahreshälfte 2025 will die Gruppe ins neue Jahr mitnehmen. Coltene rechnet in Lokalwährungen mit einem Umsatzwachstum im tiefen einstelligen Bereich sowie einer Verbesserung der operativen Marge auf 9 bis 10 Prozent. Basis dafür seien die bessere Ausgangslage bei den US-Zöllen sowie Fortschritte im Händler-Management und in der Beschaffung.
Für das Erreichen der Mittelfristziele gibt sich Coltene indes mehr Zeit. Neu sollen das angepeilte organische Wachstum von 3 bis 5 Prozent und die EBIT-Marge von 13 bis 15 Prozent erst bis 2028 erreicht werden. Am Investorentag im Jahr 2024 hatte man als Zeithorizont dafür noch das Jahr 2027 angegeben. Derzeit wachse aber der Markt langsamer als damals angenommen, hiess es.
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Betroffene Instrumente
| Name | Kurs | Differenz Differenz % |
52 Wochenhoch | 52 Wochentief | Volumen |
|---|---|---|---|---|---|
| COLTENE HLDG N | 54.70 |
-0.60
-1.08%
|
59.00 | 50.80 | 2'513.00 |