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Markt und Börse   30.07.2026 09:42:15

Clariant-Aktien fliegen nach abgewiesener Klage

Zürich (awp) - Clariant-Aktien befinden sich am Donnerstag im Höhenrausch. Grund ist die abgewiesene Klage von Shell. Analysten sprechen von einem entscheidenden Sieg. Immerhin fällt damit ein grosser Unsicherheitsfaktor von den Aktien ab.

Die Erleichterung der Investoren ist denn auch sichtbar: Gegen 9.30 Uhr notieren die Papiere bei 9,00 Franken und damit um 17,3 Prozent höher. Ihr bisheriges Tages- und damit auch Jahreshoch haben die Papiere kurz zuvor bei 9,12 Franken gesetzt. So viel haben sie letztmals im Frühjahr 2025 gekostet. Der SMIM-Index der mittelgrossen Werte gewinnt zeitgleich 0,56 Prozent.

Wie Clariant am Morgen mitgeteilt hatte, hat das Bezirksgericht Amsterdam die Schadensersatzklage von Shell in Höhe von 1 Milliarde Euro gegen Clariant und die Mitbeklagten vollständig abgewiesen und begründete dies damit, dass die zugrunde liegenden Beweise "nicht zuverlässig" und "nicht plausibel" seien, fasst der zuständige Oddo-BHF-Analyst die aktuelle Sachlage zusammen.

Für ihn stützt das Urteil die Position von Clariant, dass kein auf das eigene Verhalten zurückzuführender Schaden nachgewiesen werden konnte. "Die Entscheidung könnte Auswirkungen auf die umfassenderen Schadensersatzforderungen in Höhe von 11 Milliarden Euro haben, die von 12 Unternehmen geltend gemacht werden, wobei auf Amsterdam rund 43 Prozent des gesamten Forderungsvolumens entfallen", so der Experte weiter.

Einig sind sich die Analysten auch in der Bedeutung für Clariant. Die sei ein bedeutender Erfolg, heisst es etwa bei Jefferies und Barclays. Für den Jefferies-Analysten stellt das aktuelle Urteil einen "ersten nennenswerten juristischen Erfolg für die Beklagten in den laufenden Folgeklagen auf Schadensersatz" dar, das zudem anderen Gerichten bei der Beurteilung von Kausalität und Schadenshöhe als nützlicher Anhaltspunkt dienen könnte. "Der allgemeine Rechtsstreit bleibt aber ungelöst, da noch viele hohe Schadenersatzforderungen anhängig sind", schränkt er ein.

Sowohl Oddo BHF als auch Barclays stimmen zu, dass das Prozessrisiko bestehen bleibe. Gleichzeitig betonen beide, dass die Entscheidung das wahrgenommene Risiko erheblich senke und Investoren dies nun schrittweise aus dem Kurs herauspreisen könnten.


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