Unternehmensergebnis
22.06.2026 11:30:00
Wo die seit 2018 zur Börse-Stuttgart-Gruppe gehörende BX Swiss ihre Wachstumschance sieht, wird im Gespräch mit Börsenchef Lucas Bruggeman schnell klar: Die Börse fokussiere klar auf "Selbstentscheider", sagt er im Interview mit der Nachrichtenagentur AWP: "Darunter verstehen wir die modernen Privatanlegerinnen und -anleger, die sich selbstständig im Internet und über die sozialen Medien informieren."
Dieser Anlegergruppe wolle die BX Swiss einen "preisgünstigen Zugang" zu Aktien, Obligationen und vor allem auch zu ETFs bieten. "Jeder selbstständig denkende Mensch soll die Möglichkeit haben, einen Teil seines Einkommens auf eine vernünftige Art und Weise und zu bezahlbaren Preisen anzulegen", wirbt Bruggeman. Die BX Swiss berechne bei Handelstransaktion weniger als einen Franken - und das ungeachtet der Grösse des Auftrags.
___ Marktanteil von 10 Prozent
Der Umsatztrend zeigt für die BX Swiss jedenfalls aufwärts. Seit seinem Amtsantritt vor gut fünf Jahren habe sich das Handelsvolumen verzehnfacht - ausgehend allerdings von einem relativ geringen Niveau. "Dieses Jahr streben wir 750'000 Trades an und 2027 wollen wir 1 Million erreichen", sagt Bruggeman.
Damit ist sie zwar noch weit weg von einem Umsatz der hierzulande dominierenden SIX mit über 50 Millionen Transaktionen im Jahr 2025. Direkt vergleichen könne man die BX Swiss mit der Blue-Chip-Börse SIX nicht, betont Bruggeman: "Wir bedienen auch nicht die institutionellen Händler, sondern die Retail-Anleger." Das Ziel sei in der Schweiz aber ein Marktanteil von mindestens 10 Prozent, was aber "noch einige Jahre dauern" werde.
___ Hoffnungen auf Fintechs
Dabei ist die BX Swiss auf Banken und Handelsplattformen angewiesen, die auf ihre Infrastruktur zurückgreifen - Hoffnungen setzt die Börse dabei nicht zuletzt auf Fintechs. Bei der Online-Bank Swissquote etwa können die Anleger zwischen einer Abwicklung auf der SIX oder der BX Swiss auswählen, die Handelsplattform "Neon Invest" lässt ihre Anleger ausschliesslich über die BX Swiss handeln.
Bruggeman zeigt sich überzeugt, dass der Schweizer Kunde auch dank immer mehr Transparenz preissensitiver wird: Davon profitierten auch Finanzunternehmen, die Vermögensverwaltung oder Säule-3-Produkte mit günstigen ETF anböten. "Das ist ein komplett anderer Trend als noch vor einigen Jahren, als vielerorts primär bankeigene Fonds mit hohen Margen im Vordergrund standen."
___ Kleine Rolle des Main Market
Zurückhaltend zeigt sich der Börsenchef allerdings bezüglich der exklusiv bei der BX Swiss gelisteten Titel von Schweizer Unternehmen, darunter eine Reihe von Immobilientiteln. Die 15 Titel des "Main Market" generierten "nur wenig Handelsvolumen", räumt Bruggeman ein.
Auch mit einem bedeutenden Zuwachs rechnet der BX-Chef offenbar nicht. Er sei zwar persönlich ein "grosser Fan von Schweizer KMU" - es gebe sehr viele starke Wachstums- und Familienunternehmen. Im Gegensatz zu anderen Ländern sei hierzulande das Bedürfnis nach einem Börsenlisting aber offenbar gering. "Wir bleiben offen für KMU-Listings, denken das Thema aber zunehmend auch über neue digitale Formen der Kapitalmarktzugänge", sagte Bruggeman mit Verweis auf die BX Digital.
Börse BX Swiss strebt bis 2027 eine Million Trades an
Zürich (awp) - Mit der BX Swiss verfügt die Schweiz über eine zweite Börse neben der dominierenden SIX. Mit einem klaren Fokus auf Retail-Anleger bei günstigen Gebühren und künftig mit einer Digital-Börse will der deutlich kleinere Börsen-Handelsplatz in den kommenden Jahren schnell wachsen und Marktanteile gewinnen.Wo die seit 2018 zur Börse-Stuttgart-Gruppe gehörende BX Swiss ihre Wachstumschance sieht, wird im Gespräch mit Börsenchef Lucas Bruggeman schnell klar: Die Börse fokussiere klar auf "Selbstentscheider", sagt er im Interview mit der Nachrichtenagentur AWP: "Darunter verstehen wir die modernen Privatanlegerinnen und -anleger, die sich selbstständig im Internet und über die sozialen Medien informieren."
Dieser Anlegergruppe wolle die BX Swiss einen "preisgünstigen Zugang" zu Aktien, Obligationen und vor allem auch zu ETFs bieten. "Jeder selbstständig denkende Mensch soll die Möglichkeit haben, einen Teil seines Einkommens auf eine vernünftige Art und Weise und zu bezahlbaren Preisen anzulegen", wirbt Bruggeman. Die BX Swiss berechne bei Handelstransaktion weniger als einen Franken - und das ungeachtet der Grösse des Auftrags.
___ Marktanteil von 10 Prozent
Der Umsatztrend zeigt für die BX Swiss jedenfalls aufwärts. Seit seinem Amtsantritt vor gut fünf Jahren habe sich das Handelsvolumen verzehnfacht - ausgehend allerdings von einem relativ geringen Niveau. "Dieses Jahr streben wir 750'000 Trades an und 2027 wollen wir 1 Million erreichen", sagt Bruggeman.
Damit ist sie zwar noch weit weg von einem Umsatz der hierzulande dominierenden SIX mit über 50 Millionen Transaktionen im Jahr 2025. Direkt vergleichen könne man die BX Swiss mit der Blue-Chip-Börse SIX nicht, betont Bruggeman: "Wir bedienen auch nicht die institutionellen Händler, sondern die Retail-Anleger." Das Ziel sei in der Schweiz aber ein Marktanteil von mindestens 10 Prozent, was aber "noch einige Jahre dauern" werde.
___ Hoffnungen auf Fintechs
Dabei ist die BX Swiss auf Banken und Handelsplattformen angewiesen, die auf ihre Infrastruktur zurückgreifen - Hoffnungen setzt die Börse dabei nicht zuletzt auf Fintechs. Bei der Online-Bank Swissquote etwa können die Anleger zwischen einer Abwicklung auf der SIX oder der BX Swiss auswählen, die Handelsplattform "Neon Invest" lässt ihre Anleger ausschliesslich über die BX Swiss handeln.
Bruggeman zeigt sich überzeugt, dass der Schweizer Kunde auch dank immer mehr Transparenz preissensitiver wird: Davon profitierten auch Finanzunternehmen, die Vermögensverwaltung oder Säule-3-Produkte mit günstigen ETF anböten. "Das ist ein komplett anderer Trend als noch vor einigen Jahren, als vielerorts primär bankeigene Fonds mit hohen Margen im Vordergrund standen."
___ Kleine Rolle des Main Market
Zurückhaltend zeigt sich der Börsenchef allerdings bezüglich der exklusiv bei der BX Swiss gelisteten Titel von Schweizer Unternehmen, darunter eine Reihe von Immobilientiteln. Die 15 Titel des "Main Market" generierten "nur wenig Handelsvolumen", räumt Bruggeman ein.
Auch mit einem bedeutenden Zuwachs rechnet der BX-Chef offenbar nicht. Er sei zwar persönlich ein "grosser Fan von Schweizer KMU" - es gebe sehr viele starke Wachstums- und Familienunternehmen. Im Gegensatz zu anderen Ländern sei hierzulande das Bedürfnis nach einem Börsenlisting aber offenbar gering. "Wir bleiben offen für KMU-Listings, denken das Thema aber zunehmend auch über neue digitale Formen der Kapitalmarktzugänge", sagte Bruggeman mit Verweis auf die BX Digital.
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