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Unternehmensergebnis   20.10.2026 09:32:14

ABB-Aktien trotz starker Zahlen unter starkem Verkaufsdruck

Zürich (awp) - Die Aktien von ABB gehen am Dienstag im frühen Handel in die Knie. Dabei hatte der Industriekonzern mit den Zahlen zum dritten Quartal 2026 nicht nur abgeliefert, sondern auch die Guidance erhöht. Doch die KI-Euphorie kippt.

Die ABB-Titel notieren gegen 09.25 Uhr um 5,9 Prozent tiefer bei 70,24 Franken. Damit notieren sie mittlerweile rund 21 Prozent unter ihrem Jahreshoch bei 89,14 Franken vom Juni. Mit einer Performance fast 20 Prozent seit Jahresbeginn notieren sie allerdings immer noch weit vorne in der SMI-Liste.

Der gute Lauf hat den ABB-Aktien mittlerweile auch ein stattliches Gewicht von gut 8 Prozent im SMI verliehen. Das wirklich sich auch auf den Leitindex aus, der 0,1 Prozent einbüsst.

Analysten zeigen sich durchs Band angetan von den am Morgen gezeigten ABB-Zahlen. Wachstumstreiber waren einmal mehr Rechenzentren und die Elektrifizierung. Insbesondere der rekordhohe Auftragseingang und die besser als erwartet ausgefallene operative Gewinnmarge überzeugten.

"Ein weiteres beeindruckendes Zahlenset von ABB", hiess es etwa in einer Einschätzung der RBC. Herausragend sei dabei das dreistellige Wachstum des Bestellungseingangs von Rechenzentren. Die Bank strich auch den rasch ansteigenden Auftragsbestand, die gesenkten Kosten oder die angehobene Prognose für das Gesamtjahr als positive Punkte hervor.

Der "fantastische" Bestellungseingang des Bereichs Elektrifizierung habe die Schwäche des Bereichs Automation mehr als aufgefangen, ergänzt der für die Bank Vontobel tätige Analyst. Die Erhöhung der Umsatzguidance für das Gesamtjahr sei in Marktkreisen allerdings bereits vorweggenommen worden.

RBC erachtet zudem das Joint Venture mit Mitsubishi Electric als sinnvollen Schritt, der den Zugang zum wichtigen Markt Japan verbessern sollte. Der Preis dafür ist laut RBC "vernünftig".

Der insbesondere aus Asien überschwappende Verkaufsdruck bei den Technologieaktien dominiert jedoch am Berichtstag die Gemengelage. Inflations- und Zinssorgen nach einem erneuten Anstieg beim Ölpreis hatten insbesondere in Korea im Halbleitersegment zu deutlichen Abgaben geführt. Das färbt auch auf ABB ab.

Drei Jahre lang hatten KI-Aktien fast nur eine Richtung: nach oben. Billionenschwere Investitionspläne von Alphabet, Amazon, Meta und Microsoft haben Halbleiter- und Infrastrukturwerte auf immer neue Höhen getrieben. Nun bekommt die Erfolgsstory Risse.


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