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Dividende   29.01.2026 18:31:04

ABB erhält weiteren Schub von der "Elektrifizierung" der Welt

Zürich (awp) - KI, Rechenzentren, E-Mobilität, Smart Homes: Die Welt wird immer "elektrischer". Das hat dem Elektrokonzern ABB ein Rekordjahr beschert. Und im gleichen Stil soll es weitergehen.

"Elektrizität wird immer mehr zur wichtigsten Energie der Welt", sagte ABB-CEO Morten Wierod am Donnerstag an einer Telefonkonferenz zu den Jahreszahlen. Künstliche Intelligenz und die deshalb nötigen Datenzentren seien nur die Spitze des Eisbergs. Auch im Alltag erhalte Strom eine immer bedeutendere Rolle.

Davon profitierte ABB 2025. Der Umsatz stieg auf vergleichbarer Basis um 7 Prozent 33,2 Milliarden US-Dollar. Die Marge verbesserte sich auf 19,0 von 18,2 Prozent und unter dem Strich schnellte der Gewinn um ein Fünftel auf 4,7 Milliarden nach oben.

10-Milliarden-Marke geknackt

Auch bei den Aufträgen ging es aufwärts. Sie erhöhten sich um 15 Prozent im Gesamtjahr. Zum Jahresende gab es einen eigentlichen Schlussspurt: Die Bestellungen schossen im vierten Quartal auf vergleichbarer Basis um 32 Prozent hoch. Damit wurde erstmals in der Firmengeschichte in einem Quartal die 10-Milliarden-Dollar-Marke geknackt.

"2025 war ein Rekordjahr, und 2026 wird wieder ein Rekordjahr", gab sich CEO Wierod überzeugt. Im Gesamtjahr wird ein Wachstum von 6 bis 9 Prozent erwartet sowie eine leicht höhere Marge.

Bei Experten sorgte das Wort "leicht" beim Margenziel für Fragezeichen. CFO Timo Ihamuotila wollte dies aber nicht als "konservative" Zielsetzung verstanden haben. Denn im Betriebsgewinn (EBITA) von 2025 sei ein Nettoerlös von 140 Millionen US-Dollar aus einem Immobilienverkauf enthalten. Nun werde für 2026 eine leicht höhere Marge exklusive neuer angekündigter Immobilienverkäufe erwartet. "Deshalb sprechen wir von einer 'leichten Verbesserung'."

Investitionen nötig

Seinen Optimismus begründete CEO Wierod mit weiteren positiven Signalen für eine höhere Nachfrage. So habe sich bislang das Stimulus-Programm der deutschen Politik noch nicht ausgewirkt. "Ich bin aber optimistisch, dass sich das ändern wird."

In China schwächle zwar der Häusermarkt noch immer, dafür gebe es dort eine steigende Nachfrage bei den Datenzentren. Und der kürzliche Wintereinbruch in den USA, bei dem der viele Schnee die Leitungen an den Boden drückte und Stromausfälle verursachte, habe auch dort einen Investitionsbedarf gezeigt. "Wir haben alles, um den Strom unter der Erde zu transportieren", so der ABB-Chef.

Übernahmen sollen das Wachstum laut der neuen Strategie von ABB künftig beschleunigen. Die zuständigen Teams leisteten gute Arbeit, sagte der CEO: Die Bewertungen seien allerdings zum Teil herausfordernd. Kein Hinderungsgrund für allfällige Transaktionen sei das am Morgen angekündigte Rückkaufprogramm oder die auf 94 von 90 Rappen je Aktie erhöhte Dividende, betonte das Management: Die starke Bilanz und der hohe Cashflow belegten dies.

Die Investoren liessen sich am Donnerstag vom Optimismus der ABB-Chefs anstecken, zumal die ausgewiesenen Zahlen zum Teil deutlich über den Analystenschätzungen lagen. Die Papiere schossen bis Börsenschluss um 8,5 Prozent auf 66,38 Franken nach oben. Zeitweise hatten sie gar ein neues Allzeithoch von 68,06 Franken erreicht.


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