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Personalien, Management, Verwaltungsrat   12.05.2026 10:04:12

Schweizerische Bankiervereinigung erhält neuen Präsidenten

Zürich (awp) - Bei der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) kommt es zu einem Wechsel an der Spitze. Der Präsident des Branchenverbands, Marcel Rohner, übergibt sein Amt an Giorgio Pradelli, den CEO der Zürcher Vermögensverwaltungsbank EFG International.

Die Amtsübergabe erfolge Mitte September 2026 im Rahmen des Bankiertags, teilte die SBVg am Dienstag mit. Marcel Rohner steht dann fünf Jahre an der Spitze des Branchenverbands.

Für ihn sei nun der richtige Zeitpunkt gekommen, sein Amt zu übergeben, wird Rohner in der SBVg-Mitteilung zitiert: "Die Geschäftsstelle ist hervorragend aufgestellt, um gemeinsam mit der starken Mitgliederbasis die regulatorischen Rahmenbedingungen für den Schweizer Bankenplatz weiter zu gestalten."

Geeinte Stimme

Der 1964 geborene Rohner war während Jahrzehnten zunächst beim Schweizerischen Bankverein und nach der Fusion dann bei der UBS tätig, von 2007 bis 2009 war er CEO der Schweizer Grossbank. Derzeit ist er Vizepräsident des Verwaltungsrats der Genfer Privatbank Union Bancaire Privée (UBP).

Der Verwaltungsrat der SBVg dankt Rohner in der Mitteilung für seine "grossen Verdienste und sein engagiertes Wirken". So trete der Verband heute mit einer "geeinten, starken Stimme" auf, Sichtbarkeit und Wirkung des SBVg seien gestärkt worden, so der Verband.

Unter Rohners Präsidentschaft hatte der Branchenverband 2023 mit Roman Studer einen neuen Geschäftsführer erhalten. Im gleichen Jahr war auch die Raiffeisen-Gruppe wieder zur SBVg zurückgekehrt, nachdem sie zwei Jahre zuvor aus dem Verband ausgetreten war.

Zusätzlich zu CEO-Aufgabe

Rohners Nachfolger Giorgio Pradelli wird die Aufgabe als Präsident der Bankiervereinigung nun zusätzlich zu seiner Aufgabe als EFG-CEO wahrnehmen, wie die Zürcher Vermögensverwaltungsbank in einer separaten Mitteilung betonte. Weitere Mandate bei Branchenverbänden, darunter das Präsidentenamt der Vereinigung der Schweizerischen Assetmanagement- und Vermögensverwaltungsbanken (VAV), werde er dagegen abgeben.

Der 1967 geborene italienisch-schweizerische Doppelbürger leitet EFG International seit 2018, nachdem er zuvor Finanzchef der Zürcher Privatbank war. Die EFG International war in den vergangenen Jahren unter Pradellis Führung durch ein starkes Wachstum bei den verwalteten Vermögen wie beim Gewinn aufgefallen. Er fühle sich durch das ihm entgegengebrachte Vertrauen geehrt, wird Pradelli zitiert: "Ich bin mir der Bedeutung dieses Amtes für den Schweizer Finanzplatz sehr bewusst."

Anstehende Too-big-to-fail-Debatte

Pradelli bringe neben seinem Leistungsausweis im Banking auch eine "starke Vernetzung in Politik und Wirtschaft im In- und Ausland" mit, betonte eine SBVg-Sprecherin auf Anfrage. Zudem spreche er Italienisch, Deutsch und Französisch fliessend, was als designierter Präsident der SBVg ein "entscheidender Vorteil" sei.

Zu den wichtigsten Herausforderungen der nächsten Zeit dürfte für die Bankiervereinigung die politische Auseinandersetzung um die Too-big-to-Fail (TBTF)-Regeln gehören. Der Branchenverband hat sich in den vergangenen Monaten deutlich gegen die vom Bundesrat vorgesehene Verschärfung der Eigenkapitalregeln für die Grossbank UBS positioniert.

Die Frage der UBS-Kapitalregeln dürfte nun in diesem Herbst vom Schweizer Parlament beraten werden. Nicht ausgeschlossen ist auch, dass nach einem allfälligen Referendum das Volk das letzte Wort haben wird.


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