News story
Politik, Regierung, Parlament, Bundesverwaltung   18.02.2026 17:00:11

Bund hat bei Tests in zwei Babymilch-Proben von Danone Cereulid nachgewiesen

Bern (awp/sda) - Bei Labortests in der Schweiz sind bei zwei von 33 untersuchten Proben von Babymilch-Produkten Spuren des Gifts Cereulid nachgewiesen worden. Der Bund verlangt von den betroffenen Unternehmen eine kritische Aufarbeitung, wie das zuständige Bundesamt am Mittwoch mitteilte.

Die beiden kontaminierten Proben stammten aus Beständen, die bei Familien mit erkrankten Kindern abgeholt worden waren, teilte das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) mit. Es habe sich um Babynahrung von Danone der Marke Aptamil Pronatura 1 und Aptamil Pronatura Junior 12+ gehandelt. Bei einer dritten Probe habe kein Cereulid nachgewiesen werden können.

Gleichzeitig hätten kantonale Vollzugsbehörden im Rahmen eines Monitorings Proben verschiedener nicht zurückgerufener Babynahrungs-Produkte auf das Toxin Cereulid analysiert, heisst es weiter. Diese 30 Proben seien alle negativ getestet worden.

Dass nicht alle bei betroffenen Familien eingeholten Proben kontaminiert waren, führt das BLV darauf zurück, dass einige Hersteller aus Gründen der Vorsicht eine breite Palette an Babynahrungs-Produkten zurückgerufen hatten - darunter auch solche, die möglicherweise nicht verunreinigt waren.

Die Kausalität zwischen Erkrankung und Produkt könne nicht abschliessend hergestellt werden, schrieb das BLV auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP. Denn es bestehe immer die Möglichkeit, dass ein Kind beispielsweise an einem unerkannten Infekt gelitten, das entsprechende Produkt nicht toleriert habe oder zum Beispiel eine Allergie aufweise.

___ Weitere Testkampagne im Frühling

Im Frühling ist gemäss Communiqué eine weitere Testkampagne der kantonalen Vollzugsorgane geplant. Es handle sich um eine vorsorgliche Massnahme, um die Lebensmittelsicherheit über das vorliegende Ereignis hinaus zu überwachen.

Von den Lebensmittelunternehmen Danone, Nestlé und Hochdorf Swiss Nutrition verlangt der Bund eine genaue Abklärung der Ursachen und Verbesserungen bei der Qualitätskontrolle. Insbesondere wolle das BLV Aufklärung darüber, ob die rechtlichen Vorgaben des Gesundheitsschutzes eingehalten worden seien und die Unternehmen rasch genug reagiert hätten.

Seit dem 5. Januar haben die Hersteller von Babynahrungen der Marken BEBA, Alfamino, Aptamil, Babybio und Bimbosan in der Schweiz Produkte wegen Verunreinigungen mit dem Giftstoff Cereulid zurückrufen müssen. Dieses Toxin kann insbesondere Erbrechen und Durchfall auslösen. Seit dem 3. Februar 2026 sind beim BLV 20 Meldungen möglicher Krankheitsfälle eingegangen.


Zum gleichen Thema

PERSONALIEN, MANAGEMENT, VERWALTUNGSRAT 18.02.2026 18:16:19 Nestlé nominiert früheren SNB-Präsident für den Verwaltungsrat

Betroffene Instrumente