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Unternehmensergebnis   21.07.2026 17:38:17

Julius Bär steigert Halbjahresgewinn auf neuen Rekordwert

Zürich (awp) - Die Privatbank Julius Bär hat im ersten Halbjahr von anziehenden Erträgen und Kosteneinsparungen profitiert und einen neuen Rekordgewinn geschrieben. Dagegen blieb der Netto-Neugeldzufluss zum Zürcher Vermögensverwalter wegen einer anhaltenden Bereinigung des Kundenbuchs verhalten.

Der Halbjahresgewinn fiel mit 673 Millionen Franken mehr als doppelt so hoch aus wie der Vorjahreswert von 295 Millionen, wie Julius Bär am Dienstag mitteilte. Der Gewinn im ersten Semester 2025 war allerdings noch von Sonderfaktoren belastet gewesen, darunter von umfangreichen Wertberichtigungen auf dem Kreditportfolio und dem Ausstieg aus dem Brasilien-Geschäft.

Rückenwind bot in der ersten Jahreshälfte 2026 nun eine hohe Kundenaktivität im Umfeld der volatilen Finanzmärkte. Gleichzeitig machte das Institut mit seinem im Februar angekündigten Kostensparprogramm vorwärts - von den bis 2028 angestrebten Einsparungen von 130 Millionen Franken wurden rund 60 Millionen realisiert, wie Finanzchefin Evie Kostakis bei der Präsentation der Semesterergebnisse erklärte.

___ Nur kleine Beschleunigung

Klar unter dem Vorjahr blieb im ersten Semester 2026 der Netto-Neugeldzufluss, der sich noch auf 5,7 Milliarden Franken (VJ +7,9 Milliarden) belief. Hochgerechnet auf das Gesamtjahr entsprach das einem Neugeldwachstum von 2,2 Prozent der verwalteten Vermögen, was zumindest eine kleine Beschleunigung gegenüber dem Wert der ersten vier Monaten 2026 (+1,7 Prozent) zeigte.

Die verwalteten Vermögen (Assets under Management, AuM) kletterten per Ende Juni dennoch auf ein Allzeithoch bei 547 Milliarden Franken. Dabei profitierte die Bank von der guten Entwicklung an den Aktienmärkten und von günstigen Währungseffekten.

___ Angemessener Ausstieg

Den verhaltenen Neugeldzufluss begründete CEO Stefan Bollinger mit der "Umsetzung des überarbeiteten Risiko- und Compliance-Rahmens" der Bank. Der Ausstieg bei risikobehafteten Kunden dürfte sich dabei laut dem Konzernchef bis ins kommende Jahr hinziehen. "Wir wollen den Ausstieg bei gewissen Kunden in einer angemessenen Art durchführen", betonte er.

Die Bär-Verantwortlichen erwarten entsprechend auch für das Gesamtjahr 2026 einen Netto-Neugeldzufluss unter dem Vorjahreswert und auch 2027 dürften die Zuflüsse noch gedämpft ausfallen. Im Jahr 2028 soll sich der Netto-Zufluss an Kundenvermögen entsprechend den Mittelfristzielen aber wieder auf 4-5 Prozent erhöhen.

___ Finma-Untersuchung dauert an

Keine Neuigkeiten konnte der Vermögensverwalter einmal mehr bezüglich der laufenden Finma-Untersuchung geben: Man sei in einem "konstruktiven Dialog mit der Behörde", sagte der CEO lediglich.

Die Schweizer Finanzmarktaufsicht untersucht seit Jahren die Umstände des hohen Kreditabschreibers auf die Darlehen an den gescheiterten Immobilienkonzern Signa des österreichischen Investors René Benko im Jahr 2024. Das Ende der Finma-Untersuchung gilt als Vorbedingung für den Start eines Aktienrückkauf-Programms durch die Privatbank.

Die Analysten zeigten sich in ihren Kommentaren entsprechend vom Ausbleiben jeglicher Neuigkeiten zur Finma enttäuscht. Obwohl der Halbjahresgewinn über den Konsens-Prognosen ausfiel, stand der Aktienkurs unter Druck. Das Papier schloss 4 Prozent im Minus bei 70,80 Franken. In der vergangenen Woche hatte der Titel noch sein Allzeithoch bei 75,45 Franken erreicht.


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