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Ausblicke   30.01.2026 14:00:21

Ausblick Julius Bär: Tieferer Gewinn im Übergangsjahr 2025

Zürich (awp) - Die Bank Julius Bär hat sich im Geschäftsjahr 2025 unter neuer Führung stark mit der Bewältigung der Vergangenheit beschäftigt. Die Investoren hoffen, dass das Vermögensverwaltungsinstitut nun unbelastet ins neue Jahr starten kann.

Die Privatbankengruppe publiziert am Montag, 2. Februar, die Zahlen zum Geschäftsjahr 2025. Zum AWP-Konsens haben insgesamt sieben Analysten beigetragen.

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2025
(in Mio Fr.)           AWP-Konsens   2024  

Betriebsertrag            3'920    3'861
Adj. Konzerngewinn          823    1'047
IFRS Konzerngewinn          700    1'022

(in BP)
Bruttomarge                80,3     83,0

(in %)
Cost/Income-Ratio          69,3     70,9

(in Mrd Fr.)
Net New Money (NNM)        14,7     14,2

(in Mrd Fr.)           AWP-Konsens  30,10,2025  

Kundenvermögen (AuM)      523,8       520,0

(in Fr.)               AWP-Konsens   2024  

Dividende je Aktie         2,60     2,60

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Worauf achten die Investoren?

Das Jahr 2025 gilt als "Übergangsjahr" für die Vermögensverwaltungsgruppe, die seit den hohen Kreditverlusten wegen dem Zusammenbruch der Immobiliengruppe Signa des Investors René Benko noch nicht richtig in die Spur zurückgefunden hat. Unter dem vor einem Jahr angetretenen CEO Stefan Bollinger hat Julius Bär im vergangenen Jahr sein Kreditbuch durchleuchtet und weitere hohe Wertberichtigungen vorgenommen. Die Investoren hoffen nun, dass das "Aufräumen" damit zu einem Ende gekommen ist.

Wie haben sich die Gewinnzahlen entwickelt?

Der Jahresgewinn 2025 wird wegen der umfangreichen Wertberichtigungen unter dem Vorjahresresultat ausfallen. Im Rahmen der Überprüfungen der Kreditpositionen hatte die Bank im Mai 2025 eine erste Wertberichtigung von 130 Millionen Franken und im November eine weitere Wertberichtigung über 149 Millionen Franken bekanntgegeben. Die Betriebserträge werden von den Analysten derweil in etwa gehalten erwartet.

Warum ist der Abschluss der Finma-Untersuchung wichtig?

Ein wichtiger Schritt in der Aufarbeitung der Vergangenheit steht noch aus: Nämlich der Abschluss der Untersuchung der Finanzmarktaufsicht Finma zum hohen Signa-Kreditabschreiber. Allerdings rechnen die Analysten nicht mit einer entsprechenden Ankündigung anlässlich der Zahlenvorlage. Wichtig ist das Ende der Finma-Untersuchung auch deshalb, weil es die Voraussetzung dafür ist, dass Julius Bär ein von den Investoren herbeigesehntes Aktienrückkaufprogramm starten kann.

Wie haben sich die verwalteten Vermögen entwickelt?

Die verwalteten Vermögen (Assets under Management AuM) dürften im Jahresverlauf nicht zuletzt dank einer starken Performance der Aktienmärkte deutlich zugelegt haben. Unterstützt wurde die Entwicklung auch von einem Netto-Neugeldzufluss, den die Analysten auf etwas unter 3 Prozent der verwalteten Vermögen schätzen. Damit liegt der Zufluss unter den Mittelfristzielen der Bank für die kommende Strategieperiode: Bis 2028 will Julius Bär das Nettoneugeld auf 4 bis 5 Prozent verbessern.

Was hat sich Julius Bär vorgenommen?

Der neue Bär-Führung unter CEO Stefan Bollinger und VR-Präsident Noel Quinn hatte der Privatbank Mitte Jahr eine neue Strategie und neue Ziele verordnet. Dabei betonten die Verantwortlichen die klare Ausrichtung auf das Kerngeschäft der Vermögensverwaltung, wo sie wieder profitabel wachsen will. Gleichzeitig dreht die Bank aber auch noch weiter an der Kostenschraube: Neben den bereits laufenden Bemühungen zu Kosteinsparungen kündigte sie noch ein weiteres Sparprogramm an.

Wie hat sich der Aktienkurs entwickelt?

Die Stimmung am Aktienmarkt scheint ein steigendes Vertrauen in die Führung des Vermögensverwalters zu signalisieren: Mitte Januar stieg die Julius-Bär-Aktie gar auf neue Höchstwerte. Allerdings sind damit auch die Hürden für den Jahresabschluss hoch gesetzt, wie etwa die Analysten von Barclays schreiben. Sollte dieser die Erwartungen nicht erfüllen, könnte entsprechend auch die Aktie klar negativ reagieren.

Website: www.juliusbaer.


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