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Markt und Börse   29.09.2026 09:32:15

Julius Bär-Aktien ziehen nach Abschluss Finma-Untersuchung deutlich an

Zürich (awp) - Die Aktien der Bank Julius Bär sind am Dienstag mit starken Aufschlägen in den Handelstag gestartet. Die Finanzmarktaufsicht Finma hatte am Morgen den seit langem erwarteten Abschluss ihrer Untersuchung zu den Signa-Kreditverlusten bekanntgegeben. Damit ist nun auch der Weg für Aktienrückkäufe frei.

Die Julius Bär-Aktien notieren gegen 9.20 Uhr um 6,8 Prozent im Plus bei 76,48 Franken, nachdem sie kurz nach Eröffnung ein Rekordhoch bei 77,22 Franken erreicht hatten. Der Gesamtmarkt zeigt sich derweil freundlich (SPI +0,29 Prozent).

Zahlreiche Analysten zeigen sich am Dienstag erleichtert über das Ende der Untersuchung: Nun falle eine grosse Last von der Bank, heisst es etwa bei der Luzerner Kantonalbank. Auch der Abschlag auf den Julius Bär-Aktien könne sich jetzt reduzieren, so die RBC-Analysten. Während die Finma-Restriktionen nun nach und nach aufgehoben würden, könne Julius Bär graduell zu einem "normalen Geschäft" übergehen.

Der Markt habe den Abschluss der Untersuchung erwartet, stellt auch die Bank Vontobel in einem Kommentar fest. Julius Bär habe viele Sofort-Massnahmen bereits umgesetzt, welche die Finma im Verlauf ihrer Untersuchung angeordnet habe. Der zuständige Analyst verweist dabei auf die erneuerte Geschäftsleitung, den Ausstieg aus dem Geschäft mit privaten Schulden oder eine "Neudefinition" des Risiko-Appetits.

Der Abschluss des während 20 Monate dauernden Verfahrens sei eine positive Nachricht für Bär, heisst es bei Octavian. So könne sich das Management nun klar auf das Kerngeschäft fokussieren. Die Analysten erwarten nun Aktienrückkäufe für das Jahr 2027, wobei die Experten den Umfang auf 600 Millionen Franken pro Jahr veranschlagen.

Auch die UBS-Analysten verweisen auf den von Julius Bär bereits bei der Finma eingereichten Antrag auf ein Aktienrückkaufprogramm - dies während die Finma ihre zusätzlichen Kapitalanforderungen gleichzeitig verringert hat. Ein Aktienrückkauf über rund 600 Millionen Franken läge für die Experten allerdings am oberen Ende der möglichen Bandbreite.

Die Bank gehe nun aus der "Aufräumphase" strukturell gestärkt hervor, zeigt sich auch die ZKB überzeugt. Die verbleibenden zusätzlichen Kapitalanforderungen beeinträchtigten die Schwelle für Aktienrückkäufe nicht: Da das Jahresende kurz bevorstehe, könnten im laufenden Jahr 2026 wohl noch Rückkäufe von rund 100 Millionen Franken erfolgen.


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