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Zusammenfassung: Meldung, welche die Fakten eines Ereginisses zusammenfasst   04.02.2026 14:16:11

Novartis schippert 2026 durch unruhige Gewässer

Basel (awp) - Bei Novartis müssen sich Investoren 2026 auf ein bewegtes Jahr einstellen. Denn der Pharmakonzern wird die steilste Patentklippe seiner Geschichte erleben. Entsprechend dürfte die Geschäftsentwicklung im ersten Semester durch rückläufige Umsätze und Gewinne gekennzeichnet sein, bevor es ab der zweiten Jahreshälfte wieder bergauf gehen soll.

Wegfallende Patente werden den Umsatz in 2026 mit rund 4 Milliarden US-Dollar belasten, erklärte Novartis-Chef Vas Narasimhan am Mittwoch vor den Medien. Dabei würden die Auswirkungen in der ersten Jahreshälfte deutlich stärker ausfallen als im zweiten Semester.

Grund dafür sei, dass die ersten Nachahmer für die Milliarden-Mittel Entresto, Promacta und Tasigna erst ab der zweiten Jahreshälfte 2025 in den USA auf den Markt kamen. Entsprechend sei die Vergleichsbasis vor allem für die ersten sechs Monate noch deutlich höher. Ab der zweiten Jahreshälfte 2026 sollte sich der Effekt dann abschwächen.

Trotz dieser leichten Delle im laufenden Jahr geht das Management davon aus, die mittelfristigen Ziele zu erreichen. "Bereits 2027 erwarten wir eine Rückkehr zum Gewinnwachstum", so Narasimhan.

Derweil hat Novartis im Jahr 2025 seinen Wachstumskurs fortgesetzt. Der Pharmakonzern setzte 54,5 Milliarden US-Dollar um, 8 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit wurde das vom Management in Aussicht gestellte Nettowachstum im hohen einstelligen Prozentbereich erfüllt. Unter dem Strich verblieb ein Jahresgewinn von 14 Milliarden nach knapp 12 Milliarden im Vorjahr.

Die Aktionäre sollen an dem Erfolg über eine auf 3,70 von 3,50 Franken erhöhte Dividende beteiligt werden.

___ Preise bleiben wichtiges Thema

Neben der Patentklippe steht auch bei Novartis das Thema Preisgestaltung weit oben auf der Liste der Themen, die das Unternehmen interessiert. Das Kernproblem laut Narasimhan darin, dass "Innovationen in der Branche überwiegend durch die USA finanziert werden, während die Preisdifferenz zu Europa immer grösser geworden ist", wie er im Interview mit AWP sagte.

Um die Preise zwischen den USA und Europa wieder anzugleichen, müssen sich im Urteil des Novartis-Chefs drei Dinge ändern. Erstes müssten neue Medikamente "fairer" bewertet werden. "Aktuell werden sie in Europa oft mit sehr alten Vergleichspräparaten gemessen".

Steigen sollen auch die Budgets für "innovative" Therapien und die Politik muss laut Narasimhan innovationsfreundlicher werden. "Wenn diese drei Punkte umgesetzt würden, könnten wir das innerhalb von drei bis fünf Jahren ausbalancieren."

___ Schweiz weiter attraktiv

Auf die Frage, ob er sich vorstellen könnte, aus Preisgründen Mittel vom Schweizer Markt fernzuhalten, sagte er: "Das möchten wir vermeiden. Es könnte jedoch zu Verzögerungen bei Markteinführungen kommen oder zu alternativen Modellen."

Gleichzeitig machte der Manager klar, dass die Schweiz in puncto Forschung und Produktion in Europa der attraktivste Markt für Novartis sei. "Rund die Hälfte unserer Investitionen in Forschung und Entwicklung erfolgt in der Schweiz. Das liegt an der Offenheit für internationale Talente, stabilen Rahmenbedingungen und starker staatlicher Unterstützung.


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