Aktien Europa: Kaum verändert - Märkte harren weiterer Entwicklung
PARIS/LONDON/ZÜRICH (awp international) - Europas Aktienmärkte haben am Dienstag wenig verändert tendiert. Nach den starken Bewegungen am Vortag kehrten damit eine angespannte Ruhe und ein abwartendes Geschäft ein. "Als die Nachricht über 'produktive' Gespräche zwischen Washington und Teheran über die Ticker gingen, kannten die Börsen kein Halten mehr", so Chefmarktanalyst Christian Henke vom Broker IG Markets. "Doch die Vorfreude über ein baldiges Ende des Iran-Krieges währte nicht lange."
Derzeit ist die Lage unklar. Während US-Präsident Donald Trump trotz gegenteiliger Signale aus dem Iran Hoffnung auf ein mögliches Abkommen zur Beendigung des Krieges verbreitet hatte, gingen die Kämpfe vorerst weiter. Zudem hatte Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf dementiert, dass es Verhandlungen mit den USA gegeben habe.
Der EuroStoxx 50 verharrte am Mittag mit 5575,58 Punkten praktisch auf Vortagesniveau. Der Schweizer SMI profitierte mit plus 0,66 Prozent auf 12.471,99 Zähler von der Stärke der defensiven Schwergewichte, während der britische FTSE 100 leicht um 0,16 Prozent auf 9.910,26 Punkte zulegte.
Zur Vorsicht mahnen auch die jüngsten Konjunkturdaten, in denen sich die Auswirkungen des Iran-Krieges widerspiegelten. So hat sich die Stimmung in den Unternehmen der Eurozone im März verschlechtert. Bei der Umfrage unter Einkaufsmanagern konnte erstmals der Ausbruch des Kriegs im Nahen Osten mit dem starken Anstieg der Energiepreise voll berücksichtigt werden. Der von S&P Global ermittelte Einkaufsmanagerindex fiel um 1,4 Punkte auf 50,5 Punkte.
Stärkster Sektor in dem unspektakulären Gesamtmarkt waren die Chemiewerte. Das Schwergewicht BASF legte um 2,6 Prozent zu, nachdem die Deutsche Bank den Wert auf "Buy" angehoben hatte. Givaudan hinkten dagegen mit nur leichten Gewinnen von 0,4 Prozent dem Sektor hinterher. Die Deutsche Bank hatte die Aktie auf "Hold" abgestuft.
Im schwächelnden Technologiesektor gab ebenfalls ein Schwergewicht den Ton an. SAP sanken um 3,3 Prozent und reagierten damit ebenfalls auf einen Analystenkommentar. Analyst Toby Ogg von JPMorgan hatte den Wert von "Overweight" auf "Neutral" abgestuft und sein Kursziel deutlich von 260 auf 175 Euro gesenkt.
Konsumwerte lagen unterdessen im Plus. Hier sorgten die Verhandlungen des US-Kosmetikkonzerns Estée Lauder und des spanischen Wettberwerber Puig Brands über einen Zusammenschluss für Aufmerksamkeit. Aktien von Puig sprangen an der Madrider Börse um fast 15 Prozent nach oben. L'Oreal gewannen 1,8 Prozent.
Im Luxussektor zogen Richemont um ein Prozent an. Die Bank of America hatte den Titel auf "Buy" angehoben. Die volatilen Aktien von Kering kletterte um zwei Prozent.
Unter den ansonsten unauffälligen Einzelhandelstiteln legten Kingfisher mit knapp einem Prozent etwas stärker zu. Die britische Einzelhandelskette habe solide Zahlen für das vierte Quartal vorgelegt, hiess es von Jefferies.
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