Aktien Europa Schluss: Anleger honorieren positive Signale im Iran-Krieg
PARIS/LONDON/ZÜRICH (awp international) - Europas wichtigste Aktienmärkte haben im Zuge von Entspannungssignalen im Konflikt zwischen den USA und dem Iran deutlich zugelegt. Auch stark gesunkene Ölpreise sorgten für eine gute Stimmung.
Der EuroStoxx 50 schloss am Mittwoch 2,68 Prozent höher bei 6.027,13 Punkten. Ausserhalb der Eurozone gewann der schweizerische SMI 1,77 Prozent auf 13.283,26 Zähler. Der Londoner FTSE 100 kletterte um 2,15 Prozent auf 10.438,66 Punkte nach oben.
US-Präsident Donald Trump stellte ein mögliches Ende des Iran-Kriegs in Aussicht, drohte Teheran aber gleichzeitig mit heftigen Angriffen, falls sich das Land nicht auf eine Vereinbarung einlasse. Er stellte die Öffnung der Strasse von Hormus auch für den Iran in Aussicht. Teheran will den Vorschlag prüfen. Aussenamtssprecher Ismail Baghai wies einen US-Medienbericht der Nachrichtenwebseite "Axios" über ein kurz bevorstehendes Abkommen zwischen den Kriegsparteien als überzogen zurück.
Die Hoffnung auf eine Deeskalation im Iran-Krieg spiegelte sich in den Bewegungen der Einzelbranchen wider. Gefragt waren zyklische Sektoren wie Auto-, Reise- und Minenwerte. Ölaktien rangierten dagegen mit deutlichen Verlusten am Ende des Feldes.
Technologietitel profitierten auch von starken Vorgaben aus den USA. Die hervorragenden Zahlen von AMD hinterliessen im Halbleitersektor Spuren. So kletterten ASML um 6,2 Prozent nach oben. Dagegen fielen die Papiere des Zahlungsabwicklers Adyen um 1,5 Prozent. Die Analysten von Oddo BHF sprachen von Quartalszahlen im Rahmen der Erwartungen.
Unter den ebenfalls stark gefragten Versicherungstiteln ragten Axa mit 3,8 Prozent Aufschlag heraus. Der französische Versicherer hatte zum Jahresstart ein kräftiges Wachstum verzeichnet.
Im Pharmasektor waren Novo Nordisk Primus. Die Kurserholung setzte sich nach überraschend starken Quartalszahlen und höheren Jahreszielen mit plus 2,5 Prozent fort.
Bei den Nahrungs- und Getränkeproduzenten setzten Diageo mit einem Kursanstieg von 6,3 Prozent Akzente. Die Analysten von JPMorgan verwiesen auf den besser als erwarteten Umsatz im dritten Quartal des Geschäftsjahres. Das Geschäft in Europa, Mittel- und Südamerika und Afrika habe dazu massgeblich beigetragen.
Für eine Enttäuschung im Mediensektor sorgten dagegen Wolters Kluwer . Im Rahmen der Erwartungen liegende Zahlen des niederländischen Informationsdienstleisters waren nicht in der Lage, die Sorgen über die Bedrohung des Geschäftsmodells durch Künstliche Intelligenz zu zerstreuen. Die Aktie verlor als EuroStoxx-Schlusslicht 7,3 Prozent.
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