Aktien Europa Schluss: Rekordhoch beim EuroStoxx - Rohstoffwerte sinken
PARIS/LONDON/ZÜRICH (awp international) - Der EuroStoxx 50 hat am Donnerstag in einem freundlichen Umfeld erneut ein Rekordhoch erreicht. Für gute Stimmung sorgte, dass US-Präsident Donald Trump ein Rahmenabkommen für ein Ende des Kriegs mit dem Iran unterzeichnet hatte. Infolgedessen fiel der Ölpreis weiter, was einmal mehr die zuletzt gestiegenen Inflationssorgen milderte. Der Leitindex der Eurozone gewann am Ende 0,37 Prozent auf 6.323,27 Punkte.
Ausserhalb der Eurozone entwickelten sich die Aktienkurse verhaltener. In Zürich stand die Geldpolitik im Fokus. Der Leitindex SMI sank um 0,36 Prozent auf 13.765,83 Punkte. Damit zollte er dem guten Lauf der vergangenen anderthalb Wochen ein wenig Tribut. Dass die Schweizerische Nationalbank den Leitzins wie erwartet ein weiteres Mal bei null Prozent beliess, sorgte für einige Schwankungen, bewegte unter dem Strich aber wenig.
Der britische FTSE 100 verlor 1,04 Prozent auf 10.399,70 Punkte. Er litt vor allem unter den Kursabschlägen seiner zahlreichen Rohstoff-, Öl- und Immobilientitel. Erstere wurden von den sinkenden Notierungen für wichtige Metalle wie Silber und Kupfer sowie der anhaltenden Talfahrt der Ölpreise belastet.
Auf die Stimmung im zinssensiblen Immobiliensektor drückten die Signale der US-Notenbank Fed vom Mittwoch. Sie rechnet jetzt für das laufende Jahr mit einer deutlich höheren Inflation, weshalb am Markt statt Zinssenkungen nun zunehmend Anhebungen ab September erwartet werden. Dazu steht in Kürze der Zinsentscheid der Bank of England an. Die jüngsten Daten vom britischen Arbeitsmarkt sendeten uneinheitliche Signale an die Währungshüter, konstatierte Yael Selfin, Chefökonomin bei KPMG UK.
Auch im marktbreiten Stoxx Europe 600 zählten Rohstoff- und Immobilienwerte zu den grössten Verlierern. Die in London gelisteten Aktien des Bergbaukonzerns BHP büssten nach Bekanntgabe einer milliardenschweren Wertberichtigung mehr als vier Prozent ein.
Bei Autotiteln setzte sich die jüngste Talfahrt fort. Der Branchenindex markierte das tiefste Niveau seit knapp drei Monaten. Nach dem Verkaufseinbruch auf dem chinesischen Markt und einer Prognosesenkung von BMW verteidigte Volkswagen-Chef (VW) Oliver Blume auf der Hauptversammlung des Konzerns seinen Sparkurs. Er verwies auf die im laufenden Jahr nochmals verschärften Rahmenbedingungen der Branche.
Immerhin moderate Gewinne verbuchten die schon zuletzt gefragten Industrie- und Technologietitel . Bei letzteren stützten eine Prognoseanhebung des Halbleiterherstellers BE Semiconductor , dessen Aktien um 2,5 Prozent anzogen, sowie Branchengewinne in Asien und den USA.
Auf beiden Seiten des Pazifiks waren Halbleiteraktien dank des anhaltenden Booms um das Mega-Thema Künstliche Intelligenz (KI) zuletzt gefragt. Marktteilnehmer verwiesen auch auf positive Äusserungen von US-Präsident Donald Trump zum Engagement der USA bei Intel - im Zusammenhang mit der zwischen Apple und Intel vereinbarten Zusammenarbeit zur Entwicklung und Herstellung von Chips in den Vereinigten Staaten.
Zum gleichen Thema
| MARKT UND BÖRSE | 18.06.2026 20:09:04 | Aktien New York: Erholung dank weiter sinkendem Ölpreis und Tech-Rally |