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Markt und Börse   21.07.2026 12:05:12

Aktien Europa: Erholungsversuch - KI-Aktien ziehen an

PARIS/LONDON/ZÜRICH (awp international) - Hoffnungen auf neue Verhandlungen im Iran-Krieg haben die Europäischen Börsen am Dienstag stabilisiert.

Katar, Ägypten, Pakistan und andere regionale Vermittler hätten den beiden Kriegsparteien einen Vorschlag für eine zehntägige Waffenruhe unterbreitet, hatte das US-Nachrichtenportal "Axios" aus Quellen erfahren. Auch das "Wall Street Journal" berichtete über den Vorschlag.

Hinzu kam eine positive Konjunkturüberraschung aus Deutschland: Die vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim erhobenen Konjunkturerwartungen verbesserten sich im Juli stärker als erwartet.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann am Mittag 0,77 Prozent auf 6.275,64 Punkte. Ausserhalb des Euroraums zog der Schweizer SMI um 0,35 Prozent auf 14.303,93 Punkte an. Der britische FTSE 100 legte um 0,17 Prozent auf 10,542,43 Punkte zu.

"Die Investoren befinden sich derzeit in der Twilight-Zone zwischen Nahost-Konflikt und US-Berichtssaision", stellte Marktexperte Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets fest. "Beide Aspekte sind derzeit nicht berechenbar und beide Themen eröffnen eine breite Bandbreite an zukünftigen Entwicklungen."

Gute Vorgaben aus Fernost stützten Halbleiterwerte. "Nachdem Anleger in den letzten Wochen KI- und Halbleiteraktien im grossen Stil verkauft haben, treten sie nun wieder vorsichtig als Käufer auf", merkte Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank dazu an. ASML kletterten um 3,7 Prozent und STMicro um 2,6 Prozent.

Moderate Gewinne verzeichneten auch Pharmaaktien. Gute Zahlen von Novartis stützten den Sektor. Der Konzern hatte mit den Zahlen für das zweite Quartal die Erwartungen übertroffen und damit trotz anhaltend starker Konkurrenz durch Generika überraschend stark abgeschnitten. Die Aktie gewann 2,8 Prozent.

Europäische Rüstungsaktien setzten ihre jüngste Erholung fort. Treiber vor allem für die britischen Werte war, dass der neue britische Premier Andy Burnham überraschend den früheren Verteidigungsminister John Healey zum Finanzminister gemacht hatte. Laut Citigroup-Analyst Charles Armitage ist die Ernennung von Healey eine erfreuliche Nachricht für den Rüstungssektor. Healey habe seinen vorherigen Rückzug als Verteidigungsminister mit fehlenden Finanzmitteln begründet. BAE Systems stiegen um 3,3 Prozent.

Schwächer präsentierten sich dagegen die Finanzdienstleister. Die Aktien von Julius Bär büsste nach Halbjahreszahlen 3,7 Prozent ein. Die Analysten von Jefferies verwiesen auf den Ausblick, der anhaltende Belastungen andeute.


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