News story
Markt und Börse   29.07.2026 18:30:17

Aktien Europa Schluss: EuroStoxx tiefer vor Fed und Tech-Zahlen

PARIS/LONDON/ZÜRICH (awp international) - Europas Aktienmärkte haben am Mittwoch mehrheitlich nachgegeben. Gestiegene Ölpreise, der anstehende Zinsentscheid der US-Notenbank und weiter sinkende Kurse im Technologiesektor stimmten Anleger vorsichtig. So liessen neuerliche Angriffe des Iran im Krieg mit den USA die Preise für Öl und Gas wieder steigen. Bei vielen Einzelwerten prägten veröffentlichte Geschäftszahlen die Kursentwicklung.

Mitbelastet von teils hohen Kursverlusten im Luxusgütersektor verlor der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 0,65 Prozent auf 6.248,84 Punkte. Ausserhalb des Euroraums wurden in der Schweiz nach der Rekordrally des SMI Gewinne mitgenommen. Der Züricher Leitindex gab am Ende um 0,58 Prozent auf 14.486,10 Zähler nach. Der britische FTSE 100 legte dagegen um 0,34 Prozent auf 10.908,41 Punkte zu und tastete sich weiter an seine Bestmarke heran.

"Die Stimmung bleibt angespannt, da sich für heute noch eine Reihe an Grossereignissen an den Finanzmärkten ankündigt hat", sagte Marktexperte Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets. Am Abend stehen neben der Fed auch die Quartalszahlen der Tech-Riesen Meta und Microsoft auf der Agenda.

Im Luxusgüterbereich prägte der EuroStoxx-Wert Hermes das Bild mit einem Kurseinbruch um elf Prozent. Dagegen zogen aber die nicht mehr in dem Leitindex enthaltenen Kering-Aktien um fast 17 Prozent an. Papiere der Branchengrösse LVMH schlossen in diesem Spannungsverhältnis ein halbes Prozent tiefer. Richemont büssten in Zürich fast drei Prozent ein.

Der Hermes-Kurs erreichte den tiefsten Stand seit Januar 2023. Die Analysten der Deutschen Bank bemängelten bei den Franzosen das Geschäft mit Lederwaren. Zudem hatte die Finanzchefin im Vergleich zu diesem Jahr geringere Preisanhebungen für 2027 in Aussicht gestellt. Kering profitierte dagegen von der Trendwende der Marke Gucci.

Öl- und Gaswerte waren vor dem Hintergrund der Iran-Lage und dem Ölpreisanstieg wieder sehr gefragt. Als Treiber hinzu kam das italienische Ölunternehmen Eni , dessen Anteile mit einem Kurssprung um 7,1 Prozent den EuroStoxx anführten. Analysten sprachen von einem starken Zahlenwerk und lobten den erhöhten Aktienrückkauf.

Ganz hinten standen Versorger und Banken. Letztere konnten also nicht von UBS mit einem Anstieg um 0,9 Prozent nach übertroffenen Quartalserwartungen profitieren. Im Mittelfeld lagen am Ende die Nahrungsmittelwerte, auch wenn der Danone -Kurs mit 2,3 Prozent unter Druck stand. In den vordergründig soliden Quartalszahlen bemängelte ein Experte von Jefferies die Abschwächung des China-Geschäfts.

Unter den insgesamt soliden Rohstoffwerten ragte der Glencore-Kurs in London mit einem Anstieg um 2,8 Prozent heraus. Die Handelssparte hatte im ersten Halbjahr einen operativen Gewinn von rund 3,3 Milliarden US-Dollar verzeichnet, womit das Unternehmen auf bestem Weg zu einem Rekordjahr ist. Um 1,6 Prozent bergauf ging es nach Halbjahreszahlen ausserdem bei Rio Tinto .

Überzeugendes hatte in London Reckitt zu berichten, wie ein Anstieg um 4,3 Prozent zeigte. Die Nachfrage nach Reinigungs- und Hygieneprodukten in grossen Märkten wie China und Indien trieb bei dem Konsumgüterkonzern die Geschäftserholung voran. Analyst Callum Elliott von Bernstein Research sprach von starken Geschäftszahlen.


Zum gleichen Thema

Betroffene Instrumente

N/A