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Markt und Börse   14.09.2026 18:22:08

Aktien Europa Schluss: EuroStoxx leidet unter Konjunktur- und KI-Sorgen

PARIS/LONDON/ZÜRICH (awp international) - Der EuroStoxx 50 hat am Montag wieder den Weg nach unten eingeschlagen. Steigende Ölpreise und die Sicherheitsdebatte rund um Künstliche Intelligenz (KI) drückten auf die Stimmung. Der Leitindex der Eurozone verabschiedete sich 1,02 Prozent tiefer mit 6.260,38 Punkten aus dem Handel. Damit erreichte er den tiefsten Stand seit Ende Juli - die Erholung vom Freitag ist passé.

Ausserhalb der Eurozone sah es besser aus. Für den britischen FTSE 100 ging es um 0,44 Prozent auf 10.697,57 Punkte bergauf, womit er an seine jüngste Stabilisierung anknüpfte. Ähnlich robust zeigte sich der Schweizer SMI , der sogar um 0,75 Prozent auf 13.878,54 Punkte zulegte. Beide Börsenbarometer profitierten von den robusten Aktienkursen der schwergewichtigen Pharma- und Lebensmittelkonzerne .

Europaweit zu den Gewinnern zählten zudem die ebenfalls defensiven Konsumgütertitel . Dagegen litten die Aktien der Bergbau- und Rohstoffunternehmen unter der Angst vor einer weltweiten Konjunkturabkühlung. Diese verschonte trotz der steigenden Ölpreise auch die Papiere der Öl- und Gaskonzerne nicht ganz.

Am Wochenende hatte es einige Rückschläge für den Ölmarkt gegeben. So setzt der Krieg im Nahen Osten den weltgrössten Ölexporteur Saudi-Arabien heftig unter Druck. Nach der iranischen Blockade der Strasse von Hormus und der zunehmenden Bedrohung der Meerenge Bab al-Mandab durch die Huthi-Miliz im Jemen muss das Königreich nach Drohnenangriffen auch eine wichtige Pipeline abschalten. Zudem wurde das für diesen Montag geplante Aussenministertreffen der Staaten am Persischen Golf im Oman verschoben.

Dementsprechend nahmen die Ölpreise ihren am Freitag unterbrochenen Aufwärtstrend wieder auf: Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete zuletzt fast 107 US-Dollar.

Die europäischen Technologieaktien litten nicht nur unter den Konjunktursorgen, sondern auch unter Sicherheitsbedenken rund um Künstliche Intelligenz. Diese kamen ausgerechnet von prominenten Branchenvertretern. Nach dem Schock eigenständiger KI-Hacking-Attacken sei er besorgt, dass ein KI-Schwarm in sechs bis zwölf Monaten in der Lage sein könnte, das gesamte Internet zu übernehmen und potenziell Hunderte Milliarden US-Dollar Schaden zu verursachen, fürchtet etwa Dario Amodei, Chef des KI-Unternehmens Anthropic. Er rief die Branche dazu auf, die Entwicklung ihrer leistungsfähigsten Modelle zu verlangsamen.

Dies sorgte - ähnlich wie in den USA und Asien - vor allem in der für KI entscheidenden Halbleiterbranche für massiven Verkaufsdruck. So büssten die Titel der Chiphersteller Infineon und STMicroelectronics 7,7 und 6,6 Prozent ein. Die Anteile des Zulieferers ASML verbilligten sich um 6,1 Prozent.

Auch die Anteile des Energietechnikkonzerns Siemens Energy sowie der Elektrokonzerne Schneider Electric und ABB büssten an Wert ein. Sie gelten wegen des hohen Strombedarfs von Rechenzentren ebenfalls als Profiteure des KI-Booms.

In Mailand freuten sich die Anleger von Campari über ein Kursplus von 5,5 Prozent. Die Grossbank UBS hatte die Papiere zum Kauf empfohlen. Dank mehrerer kürzlich umgesetzter strategischer Initiativen - darunter die Erweiterung des Portfolios von Aperitifs - sei der Getränkehersteller gut gerüstet für ein weiteres Wachstum.


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